Formel E

FIA & Formel E werben um chinesische Hersteller: "Eine Win-win-Situation"

Tobias Wirtz

Tobias Wirtz

Die Formel E und der Automobil-Weltverband FIA haben Vertreter mehrerer führender Elektroauto-Hersteller aus China zum Shanghai E-Prix eingeladen. Sie bekamen bei den ersten beiden Formel-E-Rennen im Land seit dem Jahr 2019 die Möglichkeit, Kontakte zu den Teams zu knüpfen. Außerdem gab es einen technischen Workshop zum Gen4-Fahrzeug, das ab Ende 2026 eingesetzt wird.

Anlässlich des ersten China-Rennens seit gut fünf Jahren wurden Vertreter der chinesischen Hersteller Xiaomi, BYD, Lynk & Co, Zeekr und IM Motor eingeladen. Sie durften beim "Double-Header" nicht nur die Siege von Mitch Evans und Antonio Felix da Costa aus nächster Nähe verfolgen, sondern auch an einem Workshop zum kommenden Gen4-Boliden sowie zur "Technical-Roadmap" der Rennserie teilnehmen. Außerdem wurden sie den Teams und Offiziellen vorgestellt.

Die Formel E versucht so nach dem Ausstieg von Nio erneut, einen chinesischen Hersteller für die Rennserie zu begeistern. Nio verkaufte sein einstiges Werksteam 2019 an Shanghai Lisheng Racing, blieb bis Ende 2023 jedoch noch als Titelsponsor an Bord. Für die Saison 2024 nahm das Hersteller-Team ein umfangreiches Rebranding vor und tritt seitdem unter dem Namen ERT (Electric Racing Technologies) an.

"Gen4 scheint die perfekte Plattform zu sein"

"Ich freue mich sehr, an diesem Wochenende beim Shanghai E-Prix dabei zu sein", sagte Zhao Yuhui, Vizepräsident von Zeekr. "Ich habe vor zehn Jahren zum ersten Mal von der Formel E gehört, und ihr Wachstum seither ist wirklich bemerkenswert. Ich bin fest davon überzeugt, dass die Serie zum Übergang zur Elektromobilität beitragen wird, und der kommende Gen4-Rennwagen scheint die perfekte Plattform zu sein, um das Potenzial einer solch innovativen Technologie zu präsentieren."

"Ich denke, das ist eine Win-win-Situation, denn die chinesische Entwicklung von Elektroautos ist inzwischen so weit fortgeschritten, dass sie weltweit führend ist und wir eine Menge davon lernen können", sagt Formel-E-CEO Jeff Dodds bei Motorsport.com. "Was sie allerdings nicht tun, ist, diese Technologie unter Rennbedingungen zu testen. Daraus könnten sie wiederum eine Menge lernen. Die Tatsache, dass sie sich an technischen Workshops beteiligen und etwas mehr über die Entwicklung der Technologie erfahren, ist meiner Meinung nach für beide Seiten sehr gut."

Wird ERT zum BYD-Werksteam?

Es war jedoch nicht das erste Mal, dass Vertreter chinesischer Hersteller in diesem Jahr ein Formel-E-Rennen besuchten: Wie Il Messaggero berichtet, war eine Delegation von BYD bereits im Frühjahr bei den Rennen in Mexiko-Stadt und Sao Paulo, wo auch Gespräche mit hochrangigen Formel-E-Vertretern stattfanden.

Gerüchten zufolge soll eine Kooperation mit ERT im Gespräch sein: Das chinesische Team entwickelt seine Antriebe derzeit noch selbst und ist somit der einzige Antriebshersteller ohne Verbindung zu einer Marke, die auch Elektroautos produziert. Die vor Saisonbeginn vollzogende Trennung vom langjährigen Titelsponsor Nio sei dabei eine bewusste Entscheidung gewesen, um in Zukunft mit einem anderen Hersteller zusammenarbeiten zu können.

Eine Entscheidung der chinesischen Hersteller muss aber bald fallen: Am 30. Juni bereits läuft die erste Frist zur Registrierung als Hersteller für die erste Gen4-Saison aus. Noch bis Ende des Jahres können sich interessierte Unternehmen dann noch bewerben. Über eine Zulassung entscheidet dann jedoch die FIA.

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