Formel E

Finanzbericht 2017: Formel E bleibt trotz höherer Umsätze verschuldet

Tobias Bluhm

Tobias Bluhm

Auch im dritten Jahr nach der Gründung der Formel E konnte die Elektroserie keine schwarzen Zahlen schreiben. Das geht aus einem Bericht des britischen 'Telegraph' hervor. In der Formel-E-Saison 2016/17 verlor die Serie demnach fast 21,3 Millionen Euro in Lizenzrechten, Gehältern, Preisgeldern, Logistik- und Marketingkosten an ihre Partner. Doch die Prognosen machen Mut: Der Umsatz der zentralen Formel-E-Organisation FEO stieg im Geschäftsjahr bis Ende Juli 2017 um stolze 67 Prozent (!) auf umgerechnet 97 Millionen Euro.

Verantwortliche der Serie sind sich sicher, dass die Formel E schon in wenigen Jahren erste Gewinne erwirtschaften wird. Zwar wuchsen die Ausgaben für die Verwaltung der Serie im letzten Jahr um 27 Prozent auf 117,6 Millionen Euro, doch mit steigenden Einnahmen von Sponsoren und wachsender Beliebtheit bei Fans könnte die Serie schon in den frühen 2020er-Jahren ein erstes Plus verbuchen.

Schließlich schrumpfte das jährliche Defizit der Formel E in der Vergangenheit in rasantem Tempo: Im ersten Jahr verlor die FEO noch 56,3 Millionen Euro, im zweiten 33,9 Millionen - und im dritten nun nur noch 21,3 Millionen Euro.

Im 2017er-Finanzbericht der Formel E ist zudem der Sponsoring-Vertrag mit der Schweizer ABB-Gruppe noch nicht inbegriffen, da dieser erst im Januar 2018 vorgestellt wurde. Als Namenssponsor der "ABB FIA Formel-E-Meisterschaft" zahlt der Technologie-Gigant Berichten zufolge bis zu 12,5 Millionen Euro pro Jahr. Diese Einnahmen werden allerdings erst im laufenden Geschäftsjahr bis Juli 2018 eine Rolle spielen.

Den größten Anteil am 97-Millionen-Euro-Umsatz hatten im letzten Jahr die Sponsorenverträge mit Partnern wie Julius Bär, Allianz oder Mumm. Knapp 49,7 Prozent aller Einnahmen kamen aus den Geldbeuteln der Formel-E-Förderer. Die Rennveranstalter trugen mit Ausgaben für die offizielle Formel-E-Lizenz knapp 30,3 Prozent zum Umsatz bei, die verbleibenden 20 Prozent stammen zum Großteil von TV-Partnern wie Eurosport oder Channel 5.

Alejandro Agags 600-Millionen-Euro-Coup

Erst vor wenigen Tagen berichtete 'Motorsport.com' über den Plan von Formel-E-Gründer und -Geschäftsführer Alejandro Agag, sich alle Anteile an der Elektroserie zu sichern. Der Spanier wolle, so der Report, bis zu 600 Millionen Euro in die Hand nehmen, um sich die Formel-E-Anteile von Aktionären wie Liberty Global, Discovery Communications, Julius Bär oder New-Wave, der Mutterfirma des chinesischen Twitter-Pendants Weibo, zu sichern.

Laut 'The Verge' soll Agags Kaufangebot zwar vorerst aufgeschoben worden sein, trotzdem würde eine Formel-E-Übernahme des 47-Jährigen einen großen Schritt für die Serie bedeuten. Schließlich hätte die Serie mit Agag den wohl größten Formel-E-Befürworter und einen großen Visionär an ihrer Spitze. Kritiker befürchten hingegen eine potenzielle Autokratie à la Bernie Ecclestone.

Das nächste Formel-E-Rennen findet in weniger als eineinhalb Wochen statt. Der BMW i Berlin E-Prix am 19. Mai 2018 ist das einzige Deutschland-Rennen im Rennkalender der aktuellen Saison und bildet vor dem Zürich E-Prix im Juni das vorletzte Event des Europa-Abschnitts. Das Saisonfinale 2018 findet am 14. und 15. Juli mit einem Doppel-Rennen in New York statt.

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