Formel E

Flüchtlingskrise: Formel E in Berlin gefährdet

Tobias Bluhm

Tobias Bluhm

Seit Monaten versucht Berlin, die andauernde europaweite Flüchtlingskrise zu managen. Zwar leben nur rund fünf Prozent der gesamten Asylbewerber in der Bundeshauptstadt, dennoch kommt im drittkleinsten Bundesland momentan auf 73 Berliner ein Flüchtling. Der Senat bemüht sich um die Verteilung der Ankömmlinge und wählte gegen Ende des vergangenen Monats das Flughafengelände in Berlin-Tempelhof als Notunterkunft aus. Dem Formel-E-Rennen von Berlin im kommenden Mai droht damit eine Umsiedlung oder im schlimmsten Fall die Absage.

“Wir unterstützen jede Entscheidung der deutschen Regierung”, lässt auch Formel-E-CEO Alejandro Agag gegenüber ‘Motorsport.com’ verlauten. “Es geht hier um eine riesige humanitäre Operation, die wir respektieren und unterstützen müssen.” Laut der ‘Berliner Morgenpost’ sollen bis Mai 2016 bis zu 2.300 Flüchtlinge in den Hangars des Flughafens unterkommen. Seit Oktober dieses Jahres hausen bereits 660 Menschen in jener Halle, wo in der ersten Saison das Media-Centre der Formel E untergebracht war.

Laut Agag steht man bereits in engem Kontakt mit lokalen Politikern und debattiert über eine Entscheidung in den nächsten Wochen. “Deutschland ist für uns als Formel E ein sehr wichtiger Markt”, versichert Agag jedoch. “Wir wollen hier unbedingt ein Rennen auf die Beine stellen.”

Nach Informationen von ‘e-Formel.de’ ist ein Berlin ePrix 2016 auf dem Gelände Tempelhof tatsächlich relativ unwahrscheinlich. Deshalb verhandelt die Formel E derzeit auch mit anderen Orten in der deutschen Hauptstadt über die Austragung des Rennens.

Das Ergebnis eines Volksentscheids im Mai 2014 verbietet es dem Senat, die ungenutzte Grünfläche des ehemaligen Flughafens zu nutzen. Rund 64 Prozent der Berliner lehnten die Bebauung damals ab. Auf dem Vorfeld werden aktuell temporäre Hallen aufgebaut, die 2017 zusätzlich für die Internationale Gartenschau (IGA) genutzt werden sollen. Hier ein Motorsport-Event stattfinden zu lassen, scheint fast unmöglich.

Dass Berlin durch den 2016 möglichen Schweizer ePrix von Lugano ersetzt wird, ist der ist derzeit unwahrscheinlich.

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