Formel E

Formel-1-Fahrer einig: Formel E auf ähnlichem fahrerischen Niveau wie die "Königsklasse"

Timo Pape

Timo Pape

Perez-Verstappen-Sainz-Podium-Suzuka-F1-2024

Das generell große Talent der Fahrer in der Formel E ist unbestritten. Dass das aber sogar die Formel-1-Fahrer auch so sehen, ist neu. Sowohl Carlos Sainz jr. als auch die beiden Red-Bull-Piloten Sergio Perez und Max Verstappen wissen die Elektroserie zu schätzen - auch wenn der amtierende F1-Weltmeister nicht in der Formel E fahren möchte.

Im Rahmen des Suzuka-Grand-Prix, der vor ein paar Wochen parallel zum Tokio E-Prix stattfand, wurden mehrere Formel-1-Fahrer während einer Pressekonferenz auf die Elektroserie angesprochen. Der Spott, den die Formel E in ihren ersten Jahren häufig bei derartigen Fragen erntete, scheint inzwischen Geschichte zu sein.

"Ich freue mich, dass es sie gibt", sagt Ferrari-Fahrer Carlos Sainz jr. und erklärt: "Es gibt Fahrer, die es nicht in die Formel 1 geschafft haben, aber sehr wohl das Talent haben, um auf einem ähnlichen Niveau zu fahren wie die 20 Piloten in der Formel 1. Diese Serie gibt ihnen eine Möglichkeit, ihre Leidenschaft auszuleben und auf der Strecke gegeneinander zu kämpfen."

"Ich habe auch gute Freunde da, gegen die ich in unterschiedlichen Serien gefahren bis, und es ist toll, dass sie diese Gelegenheit haben. Und außerdem ist das Racing gut", findet Sainz. Ob die Formel E eine zukünftige Option für den Spanier ist, lässt er offen. Zwar muss Sainz Ferrari nach der aktuellen Saison verlassen. Er wird jedoch gemeinhin als "Königstransfer" gehandelt und dürfte wohl auch 2025 ein anderes Cockpit in der Formel 1 finden.

Sergio Perez: "Ich finde, dass sie einen sehr guten Job machen"

"Es ist großartig, eine Serie zu haben, die denjenigen Fahrern eine Option bietet, die nicht in der Formel 1 sein können", findet auch Sergio Perez, der in den vergangenen Jahren immer wieder mit der Formel E in Verbindung gebracht wurde. Er argumentiert dabei ähnlich wie Sainz.

"Es ist einfach eine andere Rennserie, in der sie Geld verdienen und ihrer Leidenschaft nachgehen können." Man müsse einfach respektieren, wofür die Formel E steht, zielt er offenbar auf den Nachhaltigkeitsaspekt ab. "Und ich finde, dass sie dabei einen sehr guten Job machen", so der Mexikaner.

Max Verstappen stimmt zu, will aber nicht Formel E fahren

Auch Perez' Teamkollege Max Verstappen schlägt in die gleiche Kerbe: "Was ich an der Formel E mag, ist, dass viele gute Fahrer dort sind", so der Niederländer. "Das Wettbewerbslevel ist ziemlich hoch. Und natürlich fahren auch ein paar Freunde von mir dort, daher behalte ich sie immer im Auge."

"Ich habe immer Spaß daran, weil das Talent in der Serie sehr groß ist. Das macht es auch aufregend zuzuschauen", erklärt der dreimalige Formel-1-Weltmeister die Vorzüge der Formel E.

Verstappen schränkt allerdings ein: "Sie ist keine Meisterschaft, in der ich in Zukunft selbst gern fahren würde." Warum die Elektroserie für ihn nicht infrage kommt, lässt er allerdings offen.

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2 Kommentare

EffEll ·

Rein fahrerisch liegen zwischen diesen beiden

EffEll ·

*versehentlich abgeschickt*
Rein fahrerisch liegen zwischen den beiden Serien Welten und ich kann mir gut vorstellen, warum Verstappen nicht in der FE fahren möchte, basiert diese Serie ja nahezu vollständig auf mechanischen Grip, der zudem aufgrund des nachhaltigem Ansatz bei den Reifen um ein vielfaches geringer ist, als bei der F1 und es fehlt vollständig der Flügelabtrieb/Ground-Effect. Ich glaube eine Umgewöhnung ist extrem schwierig und selbst der beste F1 Fahrer wäre kein Garant für Siege in der FE und umgekehrt, siehe de Vries. Wobei in der F1 das Team/Fahrzeug natürlich eine wesentlich größere Rolle spielt als in der FE.
Jedoch könnte die Art und Weise, wie man das jeweilige Fahrzeug schnell auf der Strecke bewegt, kaum unterschiedlicher ausfallen und es kommt darauf an, wem diese Fahrweise besser liegt. Verstappen wäre sicher auch in einem Gen3 auf Anhieb wettbewerbsfähig und sauschnell. Das trifft aber sicher nicht auf alle Fahrer zu. Die Umgewöhnung stelle ich mir äußerst schwierig vor, fährt sich ein FE Bolide doch eher wie ein sehr leichter Tourenwagen oder damaligen Formel Ford, anstatt eines typischen Formel-Monoposto der Formel 1 oder deren Nachwuchsklassen.
Dieser enorme Unterschied lässt die Fahrer vermutlich hadern, wenn sie Gedanken zu einem Wechsel anstellen.

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