Formel E

Formel E: ABB stellt transportables Ladegerät für Gen3-Auto mit bis zu 160 kW Leistung vor

Tobias Wirtz

Tobias Wirtz

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Wenige Wochen vor dem Start in die erste Saison der Gen3-Ära hat Formel-E-Titelsponsor ABB das Ladegerät vorgestellt, mit dem die Autos vor den Trainings und Rennen aufgeladen werden. Ein einzelnes Fahrzeug kann mit 160 kW Leistung geladen werden, die Teams können ihre beiden Autos allerdings auch parallel mit je 80 kW aufladen. Das portable Ladegerät hat nichts mit dem 600 kW fähigen "Boost-Charger" von Williams Advanced Engineering zu tun, der eines Tages für Schnellladeboxenstopps genutzt wird.

Die Formel E fährt gewöhnlich in Stadtzentren, wo sie nicht immer auf eine vorhandene Ladeinfrastruktur für ihre Fahrzeuge zurückgreifen kann. Daher hat Serienpartner ABB in Zusammenarbeit mit Ingenieuren des Automobil-Weltverbandes FIA und der Formel E ein Ladegerät entwickelt, mit dem zwei Autos gleichzeitig aufgeladen werden können. Es soll robust und einfach in der Handhabung sein und kann gemeinsam mit dem Equipment der Teams und Rennserie um den Erdball transportiert werden.

Da künftig nicht mehr ein Ladegerät pro Fahrzeug notwendig ist, wie es in der Gen2-Ära noch der Fall war, sinken zudem der Platzbedarf der Fracht sowie die CO2-Emissionen, die durch den Transport der Ladegeräte verursacht werden. Die Abmessungen des Ladegeräts betragen 1,15 m (Breite) x 0,85 m (Tiefe) x 1,30 m (Höhe). Das Gewicht liegt bei 450 kg.

Mit insgesamt 160 kW Leistung handelt es sich um das schnellste derzeit erhältliche mobile Ladegerät für Elektrofahrzeuge. Beim parallelen Aufladen von zwei Fahrzeugen beträgt die Leistung 80 kW pro Fahrzeug. Die Aufladung der Akkus erfolgt mit einer Spannung von 920 Volt, die maximale Stromstärke beträgt rund 200 Ampere.

Die laut Reglement im Rennen maximal nutzbare Energiemenge von 38,5 kWh kann somit bei maximaler Leistung innerhalb von nur rund 29 Minuten nachgeladen werden. Sollte nur ein Gen3-Bolide angeschlossen sein, verringert sich die Aufladezeit auf weniger als 15 Minuten.

"Wir sind stolz darauf, unsere innovativen Ladelösungen auf die größte globale Bühne für Elektromobilität zu bringen", sagt Frank Mühlon, CEO von ABB E-Mobility. "Wir werden die ABB-FIA-Formel-E-Weltmeisterschaft auch in Zukunft als Prüfstand für neue, nachhaltigere Technologien nutzen. Beim Aufladen der Gen3-Boliden gewinnen wir wertvolle Erfahrung und Erkenntnisse über das Laden in einem temporeichen, kompetitiven Umfeld, die wir nutzen werden, um unsere Ladetechnologie für Kunden und Verbraucher kontinuierlich zu verbessern."

Jamie Reigle: "Mobile Ladegeräte von ABB setzen Industriestandard"

"Technischer Fortschritt und nachhaltige Innovationen sind die Eckpfeiler der ABB-FIA-Formel-E-Weltmeisterschaft", ergänzt Jamie Reigle, CEO der Formel E. "Unsere Partnerschaft mit ABB beruht auf dem gemeinsamen Bestreben, die Elektromobilität voranzutreiben. Wir freuen uns, dass ABB fortschrittliche Ladesysteme für unsere Rennteams in der Gen3-Ära liefern wird."

"Die mobilen Ladegeräte von ABB setzen den Industriestandard und bilden eine kritische Infrastruktur für die Meisterschaft", so der Kanadier weiter. "Wir freuen uns darauf, die innovativen Ladeprodukte von ABB unter anspruchsvollen Wettkampfbedingungen zu präsentieren, um einmal mehr zu beweisen, dass sich Hochleistung und Nachhaltigkeit ohne Kompromisse miteinander verbinden lassen."

Bei den nun vorgestellten Ladegeräten handelt es sich indes nicht um die Lösung, die in Zukunft bei den Schnellladeboxenstopps zum Einsatz kommen soll. Diese werden von Batteriehersteller Williams Advanced Engineering zur Verfügung gestellt und ermöglichen das Nachladen der Akkus mit 600 kW Leistung. Aufgrund von Problemen mit den Batterien der Fahrzeuge werden diese jedoch nicht rechtzeitig zum Saisonstart für alle Teams verfügbar sein, sodass die Formel E plant, zunächst auf Boxenstopps zu verzichten.

Das Gen3-Ladegerät von ABB im Einsatz

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