Formel E

Zeitstrafen für di Grassi, Günther & Hughes - Alle Formel-E-Strafen beim Misano E-Prix im Überblick

Tobias Wirtz

Tobias Wirtz

Wie bei jedem E-Prix ist es auch beim "Double-Header" in Misano die Aufgabe der Rennkommissare des Automobil-Weltverbandes FIA, die Einhaltung des Technischen und Sportlichen Reglements zu kontrollieren. Im Falle eines Verstoßes müssen sie über das Strafmaß entscheiden. In diesem Artikel findest du wie gewohnt eine Auflistung aller Entscheidungen der Formel-E-Rennkommissare.

Beim Misano E-Prix 2024 übernehmen Achim Loth, Francesco Maffezzoni und Michael Schwägerl diese Aufgabe. Unterstützt werden sie dabei von Ex-Rennfahrer Pedro Lamy, der zwar nie ein Formel-E-Rennen bestritten hat, aber über viel Erfahrung im GT- und Langstreckensport verfügt.

Strafen vor dem Freien Training

  • Porsche erhielt eine Geldstrafe in Höhe von 10.000 Euro, da das Team nicht wie vorgeschrieben sieben Tage vor der technischen Abnahme beim Misano E-Prix ein Update des Kabelbaums angemeldet hatte. Offensichtlich hatte der Hersteller ein Änderung an der Verkabelung seines Antriebsstrangs vorgenommen und sich dabei nicht an die vorgeschriebene Frist gehalten. Die Rennkommissare kamen zu dem Schluss, dass eine Geldstrafe von 5.000 Euro pro Fahrzeug für diesen Verstoß angemessen sei.
  • Andretti erhielt eine identische Strafe, da auch die beiden Porsche-Kundenfahrzeuge von diesem Verstoß betroffen waren.

Strafen im Freien Training am Freitag/Samstag

  • Nico Müller erhielt eine Geldstrafe in Höhe von 1.000 Euro, da sein Frontmotor im 1. Freien Training zu viel Energie zurückgewonnen hatte. In der Regel handelt es sich bei einem solchen Verstoß um ein Software-Problem des Antriebs.
  • Die Rennkommissare verhängten 2.500 Euro Geldstrafe gegen Jehan Daruvala, da der von Einheitslieferant Hankook vorgegebene Mindestdruck der Reifen an seinem Maserati unterschritten wurde.
  • Robin Frijns erhielt eine Geldstrafe von 1.500 Euro, da der Ladezustand seiner Batterie während des Trainings unter dem Mindestwert lag.
  • Auch Nick Cassidy erhielt eine Geldstrafe von 1.500 Euro für das identische Vergehen.
  • Lucas di Grassi muss 1.000 Euro bezahlen: Ein ABT-Mechaniker arbeitete am Fahrzeug, obwohl dieses den fahrbereiten Zustand anzeigte. Aus Sicherheitsgründen dürfen Mechaniker in diesem Fall das Fahrzeug nicht berühren, da möglicherweise Strom fließen könnte.
  • Nyck de Vries erhielt eine Geldstrafe von 1.000 Euro, die bis zum Rest der Saison auf Bewährung ausgesetzt wurde, da er mit eigener Kraft von der FIA-Waage herunterfuhr. Obwohl dies das Ergebnis eines Missverständnis in der Kommunikation mit dem Mitarbeiter an der Waage war, hätte der Mahindra-Fahrer wissen müssen, dass dies nicht erlaubt sei und auf eine Anweisung eines Offiziellen warten sollen.
  • Auch Pascal Wehrlein erhielt eine bis auf Saisonende auf Bewährung ausgesetzte Geldstrafe von 1.000 Euro wegen desselben Vergehens.
  • Allen vier Jaguar-Fahrzeugen wird der Start zum Misano E-Prix verwehrt, da die Rennkommissare beim Fahrzeug von Nick Cassidy eine Abweichung zur Homologation feststellten, die alle vier Fahrzeuge betrifft. Sie dürfen erst dann fahren, wenn die Teams nachweisen, dass die Fahrzeuge der Homologation entsprechen.

  • Kurz vor dem Start des Qualifyings wurde allen vier Jaguar-Fahrzeugen die Teilnahme an der Session erlaubt, da die Autos laut eines Berichtes des Technischen Delegierten der Homologation entsprechen.

Strafen im und nach dem Qualifying am Samstag

  • Norman Nato wurden die ersten drei Rundenzeiten im Qualifying gestrichen, da an seinen Vorderreifen der Mindestreifendruck unterschritten wurde.
  • Auch bei seinem Teamkollegen Jake Dennis wurden die ersten drei Rundenzeiten im Qualifying gestrichen, da am rechten Vorderreifen der Mindestreifendruck nicht eingehalten wurde.
  • Jake Hughes wurde disqualifiziert, da der Feuerlöscher an seinem McLaren während des Qualifyings nicht aktiv war. Er muss das Rennen daher vom Ende des Feldes starten.

  • Pascal Wehrlein erhielt eine Verwarnung, weil er bei der Einfahrt in den Parc ferme das Auto von Nico Müller getroffen hat. Das Besondere dabei: Wehrlein fuhr nicht selbst, sondern wurde von den Kontrolleuren der FIA angeschoben. Hierbei soll er die Anweisungen nicht befolgt haben, die ihm gegeben wurden.

Strafen im und nach dem Rennen am Samstag

  • Jean-Eric Vergne erhielt eine Zeitstrafe von fünf Sekunden, da er eine Kollision mit Nick Cassidy verursacht hatte. Diese warf ihn vom dritten auf den siebten Platz zurück. Vergne erhielt zudem einen Strafpunkt auf seine Rennlizenz.
  • Nyck de Vries erhielt ebenfalls eine Zeitstrafe von fünf Sekunden sowie einen Strafpunkt, da er Jehan Daruvala von der Strecke drängte. Statt auf Position 13 wurde der Niederländer auf Platz 15 gewertet.
  • Sergio Sette Camara wurde nachträglich mit einer Durchfahrtsstrafe bestraft, die in eine Zeitstrafe von 50 Sekunden umgewandelt wurde. Der ERT-Pilot hatte in der letzten Runde zu viel Energie aus der Batterie abgerufen. Eigentlich hätte die Software die Leistung drosseln müssen, da die Batterietemperatur zu hoch war. Der Brasilianer verlor somit seinen siebten Platz und wurde nur als 16. gewertet.
  • Sam Bird erhielt nachträglich eine Verwarnung, weil er im 2. Freien Training Dan Ticktum und Nick Cassidy behindert hatte. Cassidy konnte dem langsam auf der Ideallinie fahrenden McLaren nur so gerade noch ausweichen und schlug hart in die Streckenbegrenzung ein. Warum die Entscheidung erst mehr als zehn Stunden nach dem Vorfall getroffen wurde und warum es keine Strafe gegen Bird gab, ist nicht bekannt. Bird ist der Pilot, der aktuell die meisten Strafpunkte aller Fahrer hat.

  • Rennsieger Antonio Felix da Costa wurde mehrere Stunden nach Rennende disqualifiziert. Bei der technischen Abnahme nach dem Rennen wurde festgestellt, dass eine an seinem Strompedal angebrachte Feder nicht dem Teil entsprach, das im Teilekatalog von Chassishersteller Spark angegeben ist. Diesem Thema haben wir einen separaten Artikel gewidmet.

Zum Artikel über die Disqualifikation

Strafen im Freien Training am Sonntag

  • Lucas di Grassi erhielt eine Geldstrafe von 1.500 Euro, da der Ladezustand seiner Batterie während des Trainings unter dem Mindestwert lag.
  • Für das identische Vergehen gab es die gleiche Geldstrafe auch für Teamkollege Nico Müller.
  • Auch bei Pascal Wehrlein war der Ladezustand der Batterie zu niedrig: 1.500 Euro Geldstafe für den Porsche-Fahrer.
  • Ein weiterer Fahrer, der betroffen war, war Dan Ticktum: Identische Strafe für den ERT-Piloten.
  • Damit nicht genug: Auch Vortages-Rennsieger Oliver Rowland beging denselben Regelverstoß und erhielt die gleiche Strafe.
  • Ebenfalls 1.500 Euro Geldstrafe erhielt Norman Nato, auch hier war der Ladezustand zu niedrig.
  • Dan Ticktum erhielt eine Geldstrafe von 1.000 Euro, die bis zum Rest der Saison auf Bewährung ausgesetzt wurde, da er mit eigener Kraft von der FIA-Waage herunterfuhr.

Strafen im Qualifying am Sonntag

  • Sergio Sette Camara wurde in der Boxengase mit 63 km/h "geblitzt", obwohl dort nur 50 km/h erlaubt waren. Der Brasilianer muss daher 1.300 Euro Geldstrafe zahlen.

Strafen im Rennen am Sonntag

  • Lucas di Grassi erhielt eine Zeitstrafe von fünf Sekunden sowie einen Strafpunkt, weil er eine Kollision mit Sam Bird verursacht hatte. Der Brasilianer verlor so ein Punkteergebnis und wurde schlussendlich nur als Zwöfter gewertet.
  • Jake Hughes bekam nachträglich eine Zeitstrafe von fünf Sekunden auferlegt, weil er die Schikane ausgelassen und sich somit einen Vorteil im Zweikampf mit Max Günther verschafft hatte, den er so überholte.
  • Auch Max Günther erhielt nachträglich eine Zeitstrafe von fünf Sekunden sowie einen Strafpunkt, weil er eine Kollision mit Jean-Eric Vergne verursachte hatte. Der Maserati-Pilot fiel von Platz 9 auf Position 12 zurück. Es profitierten Jehan Daruvala und Sam Bird.

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