Formel E

Formel E: Antonio Felix da Costa gewinnt hochklassigen Monaco E-Prix

Timo Pape

Timo Pape

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Antonio Felix da Costa hat den Monaco E-Prix der Formel E gewonnen. In einer unheimlich packenden Schlussphase und nach einem hochklassigen Rennen mit zahlreichen Überholmanövern setzte sich der DS-Techeetah-Pilot wenige Kurven vor Schluss gegen Mitch Evans durch, der mit ausgehender Energie als Dritter ins Ziel fuhr. Zweiter wurde auf dem buchstäblich letzten Meter Robin Frijns, der dadurch die Gesamtführung übernahm. Maximilian Günther wurde Fünfter hinter Jean-Eric Vergne.

An der Spitze blieb beim Start zunächst alles wie gehabt: Felix da Costa verteidigte seine Führung gegen Frijns und Evans. Weiter hinten verlor Pascal Wehrlein gleich am Start eine Position, bevor es in der Haarnadel schepperte: Der Porsche-Pilot wurde am Kurvenausgang von Jake Dennis angeschoben und fuhr seitlich über den Mahindra von Alexander Sims. Der Brite schied aus, und auch Valencia-Sieger Dennis fiel ans Ende des Feldes zurück. Er sollte zudem später eine Durchfahrtsstrafe erhalten.

Wehrlein holte bereits nach vier Minuten seinen ersten von zwei obligatorischen Attack-Modes und fiel auf Platz 16 zurück. Dann griff Frijns den Führenden Felix da Costa in Kurve 1 an und übernahm auf der Innenbahn die Führung. Dahinter ging es sehr eng zu: Niemand in der Spitzengruppe konnte in der Anfangsphase eine Lücke herausfahren.

Viele Wechselspiele an der Spitze

Auch Günther und weitere Fahrer am Ende der Top 10 holten nun ihren Attack-Mode. Während der Deutsche Oliver Rowland jagte, zwängte sich Lucas di Grassi in der Haarnadelkurve an Edo Mortara vorbei. Jean-Eric Vergne war am Ausgang des Tunnels etwas zu optimistisch und versuchte es außen herum vorbei an Evans. Dabei mussten beide eine weitere Linie fahren, Felix da Costa schlüpfte hindurch. Wenig später profitierte auch Günther von der Aktion und ging an Vergne vorbei.

Dadurch dass Frijns seinen Attack-Mode zündete, übernahm Felix da Costa wieder die Führung. Nach 18 Minuten kämpfte sich der Niederländer jedoch - abermals in Kurve 1 - wieder an seinem Kontrahenten vorbei. Nur zwei Minuten später tauschten die beiden wieder ihre Positionen, als sich Frijns den zweiten Attack-Mode holte. Diesmal schnappte er sich Felix da Costa aber schon am Ausgang des Tunnels und ging wieder in Führung.

Fürstlicher Bergauf-Angriff von Mitch Evans

Vergne verpasste gegen Rennhalbzeit die Attack-Zone knapp und verlor dadurch viel Zeit. Günther jedoch auch, der trotz Attack-Mode zunächst hinter dem Franzosen blieb und erst in der nächsten Runde vorbeikommen sollte. Felix da Costa machte derweil Druck auf den Führenden Frijns. Dann zündete er mitten im Tunnel seinen FANBOOST und ging am Ende der Geraden an Frijns vorbei. Evans versuchte zu profitieren und erhöhte den Druck auf Frijns.

Im Attack-Mode ging er in Kurve 1 zunächst außen herum am Virgin-Piloten vorbei. Damit gab sich der Jaguar-Pilot jedoch nicht zufrieden: In der Bergaufpassage nach Kurve 1 überholte er mit einem grandiosen Manöver außen herum Felix da Costa und übernahm die Spitze beim Monaco E-Prix - ein Manöver für die Geschichtsbücher!

Ein paar Meter dahinter kämpften Nick Cassidy und Rene Rast in "Sainte Devote" um den siebten Platz. Der Deutsche blieb außen neben dem Virgin-Fahrer und schlug dabei am Kurvenausgang mit dem linken Hinterrad an der Mauer an. Dabei brach die Radaufhängung seines Audi-Fahrzeugs, sodass er auf der Strecke stehen blieb. Das Safety-Car kam 15 Minuten vor Schluss auf die Strecke, damit die Streckenposten den Audi wegschieben konnten.

Felix da Costa behauptet sich in verrückter letzter Runde

Nach neun Minuten im "Schritttempo" ging es mit dem grandiosen Finale von Monaco weiter. Während sich die Top 4 leicht absetzen konnten, fiel Wehrlein mit einem Problem ans Ende des Feldes zurück. Vergne holte sich nun seinen zweiten Attack-Mode und verlor Positionen, kam jedoch schnell wieder nach vorn. Evans wehrte einige Angriffe von Felix da Costa ab. Dahinter ging Vergne an Günther vorbei, der zudem von Rowland touchiert wurde. Dann blieb Nyck de Vries auf der Strecke stehen - gelbe Flaggen. Es ging jedoch noch zwei Minuten ohne Safety-Car weiter.

In der letzten Runde wurde es noch spannender: Felix da Costa versuchte es mit leichtem Energievorteil an Evans vorbei, doch der Jaguar-Pilot machte sich so breit, wie er nur konnte. Dann holte sich der amtierende Formel-E-Meister mit einem riskanten Manöver am Ausgang des Tunnels doch noch Platz 1 - und den Monaco-Sieg! Evans ging auf den letzten Metern beinahe die Energie aus. Frijns überholte ihn buchstäblich auf der Ziellinie und wurde noch Zweiter, Evans Dritter. Vergne beendete den Monaco E-Prix als Vierter vor Günther.

Nach einem Doppelausfall für Mercedes übernahm Robin Frijns die Führung in der Gesamtwertung der Fahrer von Nyck de Vries. Bei den Teams blieben die "Silberpfeile" dennoch knapp vorn - zwei Punkte vor Jaguar Racing. Antonio Felix da Costa ist nun Gesamtvierter und meldete sich im Kampf um den ersten WM-Titel der Formel E zurück. Ihm fehlen nur zehn Punkte auf Frijns. Das nächste Rennwochenende der Formel E steht nach einer längeren Pause am 19. und 20. Juni im mexikanischen Puebla auf dem Programm.

Ergebnisse & Zeiten im Überblick

Gesamtwertung (Fahrer & Teams)

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5 Kommentare

HWE ·

Das erste FE-Rennen das im vollem Umpfang bei mir angekommen ist.....

Spannung von Anfang an, gute Rennleitung und endlich Fahrerqualitäten im gesamten Feld dokumentierend. Einfach gut!!!

Zeigt aber auch das die Veranstaltungen denen wir sonst am TV beiwohnen dürfen eher Mangelhaft organisiert/geplant sind sind und das liegt nicht an den Fahrern oder Teams, es ist das Thema des Veranstalters mit aller Macht etwas anderes zu machen ... Da steht man sich selbst wohl selbst im Weg.... Da ist derMotor /Antrieb nicht wirklich das Thema...
Anmerkung: Da ich der Gruppe "der ewig Gestrigen angehöre" geprägt durch den Motorsport der 7Oziger (selbst aktiv gewesen) und schon immer meine Meinung etwas provokativ kund getan habe, was hier als "Nörgler" abgetan wird, jetzt mal ein Konter....Unsere Berichterstatter der "Neuzeit", egal in welchem Metier, hauen raus was das Zeug hält und wenn dann Gegenwind kommt, wird weggeduckt und das Argument "Pressefreiheit" angeführt....
Gut das es diese gibt, schade das jeder kleine Schreiberling sich da hinter verstecken kann bzw. darf...Also ich bin der Gestrige, gerne Nörgler und freue mich auf meinen 73siebzigsten und noch einige Auto-Rennen die ich (leider) nur noch über TV sehen kann

Simon ·

@HWE
Verstehe jetzt nicht was dein Problem ist? Deine Kommentare waren wie du ja auch selber schreibst immer sehr provokant und oft nicht sehr sachlich geschrieben. Wie du jetzt auf die Pressefreiheit kommst muss ich wohl nicht verstehen. Erstens leisten die Redakteure hier gute Arbeit und zweitens kritisieren Sie auch oft genug unglückliche Fehler der Formel E. Dein letzter Absatz ist hier also eigentlich total fehl am Platz.

Trockensumpfpumpe ·

Sehr, sehr geiles Rennen. So sollte die Formel E sein und so ist sie glücklicherweise auch im Regelfall.
Was ich aber definitiv bemerkenswert finde, ist, wie viel Potential die Grand Prix Variante von Monaco hat, wenn wir hier schon Überholmanöver den Berg hoch sehen. Es ist fast so, als hätte die Strecke ewig auf die zur ihr passende Rennserie gewartet.

EFan ·

Ich fand das Rennen Klasse und das Streckenlayout hat genau zur Formel E gepasst ... Hatten die jetzt eigentlich beim Saftey Car wieder Energie abgezogen, oder waren die am Ende einfach so leer gefahren?

Simon ·

Wirklich ein super Rennen. Die andauernden Führungswechsel haben echt viel Spaß gemacht. Für mich bis jetzt sogar das beste Rennen in dieser Saison. Auch wenn ich eher Evans den Sieg wegen seinem Move gegen Da Costa den Berg hinauf gegönnt hätte.
@EFan Ja Es wurde Energie abgezogen bei der Safety Car Phase. Ich glaube es waren 9 KW.

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