Formel E

Formel E: Antonio Felix da Costa siegt in spannendem Sonntagsrennen von New York

Timo Pape

Timo Pape

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Antonio Felix da Costa hat das Sonntagsrennen der Formel E in New York gewonnen. Der DS-Techeetah-Pilot behielt gegen Mercedes-Pilot Stoffel Vandoorne die Nerven, Mitch Evans wurde Dritter. Edo Mortara und Jean-Eric Vergne hingegen ließen im WM-Kampf Federn. Das Rennen war gekennzeichnet durch zahlreiche packende Zweikämpfe und spektakuläre Manöver in den Top 10.

Schock für Porsche schon am Start: Andre Lotterer auf Platz 4 blieb zunächst stehen und kam erst mit deutlicher Verzögerung von der Stelle. Glücklicherweise krachte ihm niemand ins Heck. Pole-Sitter Antonio Felix da Costa kam gut weg und verteidigte Platz 1. Alexander Sims blieb auf dem zweiten Rang, Stoffel Vandoorne rückte auf die dritte Position vor. Sergio Sette Camara war nach Runde 1 Vierter vor Nyck de Vries und Mitch Evans. Lotterer sortierte sich auf Platz 9 ein.

Nach wenigen Minuten orientierten sich die beiden Dragon-Piloten bereits nach hinten: Sette Camara musste de Vries für Platz 4 passieren lassen, während Teamkollege Antonio Giovinazzi am Ende der Top 10 frühzeitig mehrere Positionen einbüßte. Evans machte Druck auf Jake Dennis und griff ihn unter anderem in der Haarnadelkurve mit "Lackaustausch" an - ohne Erfolg. Die Spitzengruppe blieb in den ersten zehn Minuten eng beisammen. Angriffe gab es keine. Die beiden Mercedes-Fahrer verbrauchten dabei etwas weniger Energie als die zwei Autos vor ihnen, blieben aber dran.

Dan Ticktum holte sich als erster Fahrer seinen am Sonntag einzigen (achtminütigen) Attack-Mode. Dann schaffte es Evans schließlich in Kurve 10 an Dennis vorbei, und auch Robin Frijns setzte sich wenig später gegen den Briten im Andretti durch. Etwas später kamen auch die ersten Piloten aus der Spitzengruppe in die Attack-Zone: zunächst de Vries und Sette Camara. Der Mercedes-Pilot kam geradeso vor Evans zurück auf die Strecke - gut für Vandoorne im WM-Kampf.

Fünfergruppe setzt sich ab

Dann holten sich auch Felix da Costa und Sims ihren Attack-Mode und fielen überraschend hinter Vandoorne zurück, der die Führung übernahm. Eine Runde später fuhr jedoch auch der Belgier in die Attack-Zone und sortierte sich wieder hinter dem Führungsduo und vor seinem Teamkollegen de Vries ein. Evans kämpfte sich derweil nach vorn und war inzwischen schon Fünfter hinter den beiden Mercedes-Piloten. Max Günther und Oliver Rowland gerieten am Ende der Start-/Zielgeraden aneinander, woraufhin sich der Mahindra drehte, aber weiterfahren konnte. Günther erhielt später eine 5-Sekunden-Zeitstrafe für den Kontakt.

Beim Herausbeschleunigen aus Kurve 5 leistete sich de Vries einen kleinen Fehler, den Evans gnadenlos ausnutzte: Am Ende der Gegengeraden ging er am Niederländer vorbei und nahm die Fährte seines WM-Konkurrenten Vandoorne auf. Der erste Angriff ließ nicht lang auf sich warten, doch Vandoorne hielt dagegen, auch weil beide gleichzeitig ihren Attack-Mode aktiviert hatten. Vandoorne wagte seinerseits den Angriff auf Sims, der jedoch die Innenbahn zumachte und Zweiter blieb. Dann liefen alle Attack-Modes in der Spitzengruppe aus.

Nach knapp 26 Minuten versuchte es Vandoorne erneut mit einer Überraschung und schaffte es diesmal an Sims vorbei. Auch Teamkollege de Vries stach in der Haarnadelkurve aggressiv auf die Innenbahn und setzte sich neben Evans. Dabei schob er leicht Sims an, der sein Auto jedoch noch abfangen konnte. De Vries jetzt vor Evans. Der Jaguar-Pilot machte anschließend Druck auf den Mercedes-Fahrer, um sich seine Position zurückzuholen. Auf der Gegengeraden versuchte er es, fuhr über eine Bodenwelle und kam ins Schlingern. Gerade noch so konnte er seinen Jaguar abfangen, sogar ohne einen Platz zu verlieren - das Rettungsmanöver des Jahres! Der Abstand auf de Vries betrug nun jedoch fast fünf Sekunden.

De Vries reibt sich in Duellen auf

De Vries griff mit FANBOOST Sims an, verschätzte sich aber beim Bremsen und musste in Kurve 6 einen größeren Bogen fahren. Nach einigen ruhigen Minuten versuchte de Vries einen Angriff auf Sims und kam vor Kurve 6 genauso ins Schlingern wie Evans, weil er dieselbe Bodenwelle erwischt hatte. Auch er konnte sich geradeso retten, verlor aber nicht nur den Zweikampf gegen Sims, sondern auch Platz 4 gegen Evans.

Eine Runde später witterte Sam Bird an selber Stelle seine Chance und griff de Vries an. Erneut kam es zum Kontakt. Bird schob de Vries leicht an, der die Innenbahn zuwarf. Bird ging vorbei und hatte sich nun schon auf Platz 5 hinter seinen Teamkollegen Evans vorgekämpft. Während der Neuseeländer Druck auf Sims machte, überholte Frijns seinen Landsmann de Vries für Platz 6. Vandoorne nutzte seinen FANBOOST, war jedoch nicht nah genug am Führenden Felix da Costa dran.

Nächste Karambolage kurz vor Schluss

Zweieinhalb Minuten vor Ablauf der Zeit überholte Evans schließlich Sims außen herum und war nun Dritter. Während Felix da Costa seinem Sieg entgegenfuhr, kam es zur Kollision in der Schikane, in die mindestens drei Autos involviert waren. Lucas di Grassis Venturi blockierte die Strecke, es staute sich. Oliver Askews Andretti blieb am Kurvenausgang auf der Strecke stehen. Und auch Jean-Eric Vergne fuhr mit beschädigtem Auto an die Box zurück - keine Punkte im WM-Kampf für ihn!

Trotzdem ging es unter gelben Flaggen weiter in die letzten zwei Runden! Im finalen Umlauf ließ Felix da Costa nichts mehr anbrennen und brachte seinen ersten Sieg seit dem Monaco E-Prix 2021 ins Ziel. Vandoorne wurde Zweiter vor Evans, Sims und Bird. "Big Points" für Vandoorne und Evans im Titelkampf!

In der Gesamtwertung hat Vandoorne damit wieder die Führung übernommen und liegt nun zwölf Punkte vor Edo Mortara, der als Zehnter nur einen Zähler mitnahm. Weitere vier Punkte dahinter folgt Evans als Dritter. Vergne hat nun bereits 27 Punkte Rückstand auf die Spitze - vier Rennen vor dem Saisonende. Auch in der Teamwertung hat sich Mercedes-EQ die Spitzenposition zurückgeholt. Venturi ist nur noch Dritter hinter DS Techeetah. Das nächste Rennen der Formel E findet in zwei Wochen statt: Am 30./31. Juli 2022 steht ein weiterer "Double-Header" in London auf dem Programm.

Ergebnisse & Zeiten

Gesamtwertung (Fahrer & Teams)

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