Formel E bei Starkregen schneller als die Formel 1? Rossiter macht spektakuläre Gen4-Ansage
Tobias Wirtz
e-Formel.de
Kann die Formel E im Regen tatsächlich schneller sein als die Formel 1? Gen4-Entwicklungsfahrer James Rossiter ist davon überzeugt. In einer Medienrunde, an der auch e-Formel.de teilnahm, machte der Brite eine bemerkenswerte Ansage: Mit dem neuen Typhoon-Reifen von Bridgestone sei er bei starkem Regen überzeugt, selbst einen Formel-1-Boliden auf Full-Wet-Reifen schlagen zu können.
"Ich sage das auch ganz offiziell: Wenn es stark regnet und du einen Formel-1-Wagen auf Full-Wet-Reifen hast und ich als 43-jähriger Mann mit einem Gen4-Auto auf den Typhoon-Reifen von Bridgestone rausfahre, bin ich sehr zuversichtlich, dass ich im Regen schneller bin als ein Formel-1-Auto", sagt Rossiter. Und schiebt hinterher: "Komfortabel!"
Eine bemerkenswerte Aussage, zumal Rossiter weiß, wovon er spricht: Der Brite ist Entwicklungsfahrer des Gen4-Boliden und hat das neue Fahrzeug bereits intensiv getestet. Zudem war er früher unter anderem Formel-1-Testfahrer für BAR-Honda und Force India.
Trotz Starkregen: Formel E soll fahren können, wenn sonst die rote Flagge kommt
Möglich machen soll diese enorme Performance nicht allein das deutlich stärkere Gen4-Auto. Entscheidenden Anteil daran habe der speziell für starken Regen entwickelte Typhoon-Reifen von Bridgestone, den der japanische Hersteller am Mittwoch in Rom offiziell vorgestellt hat.
"Ich denke, dass die Technologie des Gen4, aber auch das, was Bridgestone mit dem Typhoon-Reifen geschaffen hat, angesichts der Arbeit, die dort hineingeflossen ist, wirklich bemerkenswert ist", erklärt Rossiter.
Seine vielleicht spannendste Prognose betrifft deshalb gar nicht den direkten Vergleich mit der Formel 1. Rossiter erwartet vielmehr, dass die Formel E künftig noch unter Bedingungen fahren könnte, bei denen die FIA normalerweise eine Session unterbrechen oder sogar abbrechen würde.
"Ihr werdet Autos unter Bedingungen auf der Strecke sehen, bei denen die FIA normalerweise längst die rote Flagge zeigen oder die Session abbrechen würde", sagt Rossiter. "Und die Fahrer werden vollkommen zufrieden damit sein."
"Die Fahrer werden sich beschweren, weil sie fahren wollen"
Rossiter erwartet sogar eine Umkehr der bisherigen Situation: Statt sich über zu schwierige Bedingungen zu beschweren, könnten die Fahrer künftig darauf drängen, trotz des starken Regens weiterzufahren.
"Dieses Mal werden sich die Fahrer beschweren, weil sie fahren wollen, während es in der Vergangenheit genau andersherum war", sagt der Brite. "Ich würde deshalb sagen, dass wir uns an einem sehr spannenden Wendepunkt für die Meisterschaft befinden."
Rossiter sieht das neue Reifenkonzept als wichtigen Bestandteil des enormen technischen Sprungs, den die Formel E mit dem Gen4-Auto vollzieht. "Was die Entwicklungsschritte angeht, haben wir mit dem Gen4 wirklich etwas Spektakuläres geschaffen", sagt er. "Und gemeinsam mit Bridgestone sind wir in der Lage, diese gesamte Performance unter allen Bedingungen auf die Straße zu bringen."
Ob ein Gen4-Bolide bei Starkregen tatsächlich schneller wäre als ein aktuelles Formel-1-Auto auf Full-Wet-Reifen, könnte nur ein direkter Vergleich zeigen. Rossiters selbstbewusste Ansage verdeutlicht allerdings, welche Erwartungen die Formel E und Bridgestone an den Typhoon-Reifen haben: Selbst heftiger Regen soll künftig nicht mehr automatisch bedeuten, dass die Autos stehen bleiben.
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