Formel E

Formel E: Buemi siegt mit Energieleistung in Marrakesch

Timo Pape

Timo Pape

Sebastien Buemi hat den Marrakesh ePrix gewonnen. Der Schweizer profitierte wie schon in Hongkong von Fehlern der Fahrer vor ihm und konnte dank wohl überlegter Strategie den lange Zeit führenden Felix Rosenqvist hinter sich lassen. Der Schwede, der von der Pole-Position gestartet war, wurde letztlich Dritter hinter Sam Bird im Virgin. Entscheidend für den Sieg war wie im Vorfeld erwartet das richtige Energiemanagement.

Beim Start verlief zunächst alles reibungslos. Daniel Abt griff in Kurve 1 Jean-Eric Vergne an, kam auf der Außenbahn aber nicht vorbei. In den folgenden Runden setzte sich der Führende Rosenqvist kontinuierlich von Bird ab und fuhr in der ersten Rennhälfte rund vier Sekunden Vorsprung heraus - eine beeindruckende Vorstellung in seinem zweiten Formel-E-Rennen. Parallel dazu arbeitete sich Buemi nach seiner Strafversetzung auf Startposition sieben langsam nach vorn. Gleiches galt für seinen Meisterschaftsrivalen Lucas di Grassi, der nach guter Leistung am Ende Fünfter werden sollte.

Vergne übte derweil großen Druck auf den Drittplatzierten Nelson Piquet jr. aus und ging schließlich vorbei. In der Folge näherte er sich seinem ehemaligen Teamkollegen Bird und überholte auch diesen in Kurve 1 hinein. Dann jedoch die Hiobsbotschaft für den Franzosen, der in der Boxengasse zu schnell unterwegs gewesen war: Die Rennleitung sprach eine Durchfahrtsstrafe gegen den Techeetah-Fahrer aus, die ihn auf Platz fünf zurückwarf. Gegen Rennende verlor Vergne weitere Positionen - vermutlich weil er früh zu viel Energie verbraucht hatte - und landete auf einem enttäuschenden achten Platz. Der Sieg wäre für ihn realistisch möglich gewesen.

Probleme bei Boxenstopps

Die Boxenstopps zur Rennmitte brachten Bewegung in die Rangfolge. Während Rosenqvist und Vergne ohne Probleme wieder auf die Strecke zurückkamen, ereilte den zu diesem Zeitpunkt Viertplatzierten Piquet ein Problem. Er fiel zurück auf Platz 18 und verlor wie schon in Hongkong ohne Eigenverschulden eine Spitzenplatzierung. Auch Maro Engel schaffte es rundenlang nicht mehr aus der Box heraus. Am Ende ging der Deutsche noch mal auf die Strecke, um sich die schnellste Rennrunde zu holen, jedoch ohne Erfolg.

Diese und den damit verbundenen Meisterschaftspunkt schnappte sich letzlich Loic Duval. Der Franzose hatte sich die linke Hälfte seines Frontflügels abgerissen. Dragon holte ihn an die Box, um sein Auto auf maximalen Anpressdruck abzustimmen. Der Plan ging auf: Duval holte die absolute Bestzeit in allen drei Sektoren und ließ Engel und Antonio Felix da Costa, der nach einem technischen Problem dasselbe versuchte, hinter sich.

Dadurch, dass Buemi eine Runde später als Rosenqvist an die Box gekommen war, standen ihm in der zweiten Rennhälfte rund acht Prozent mehr Akku zur Verfügung. In der Konsequenz holte der Schweizer mit riesigen Schritten auf und entriss Rosenqvist nach knapp 40 Minuten die Führung. Anschließend fuhr Buemi seinen zweiten Saisonsieg im zweiten Rennen sicher nach Hause, während sich Bird ebenfalls noch Rosenqvist schnappte.

Den FanBoost hatte neben Buemi und di Grassi erstmals überhaupt auch Daniel Abt erhalten. Ob und wann der Kemptener seine Extraleistung zündete, wurde jedoch nicht ersichtlich. Buemi nutzte seinen FanBoost für die Aufholjagd auf Rosenqvist.

Mit Blick auf das Gesamtklassement konnten sich Buemi und e.dams weiter absetzen. Bei den Fahrern liegt weiterhin di Grassi auf Rang zwei. Neuer Vierter ist Rosenqvist, bester Deutscher bleibt Nick Heidfeld auf Rang sechs. In der Teamwertung ist Mahindra punktetechnisch mit dem zweitplatzierten ABT-Team gleichgezogen. ABT hat jedoch einen zweiten Platz mehr auf dem Konto. Das einzig verbliebene Team ohne Punkte ist nach dem Marrakesh ePrix Jaguar. Das nächste Formel-E-Rennen findet nach einer (viel zu) langen Winterpause am 18. Februar in Buenos Aires statt.

Das provisorische Ergebnis des Marrakesh ePrix

Foto: Renault e.dams

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