Formel E

Formel E: Buemi verteidigt Monaco-Sieg gegen di Grassi

Timo Pape

Timo Pape

Sebastien Buemi hat sich in einem packenden Finale von Monaco gegen Erzrivale Lucas di Grassi durchgesetzt und den Sieg im Fürstentum geholt. Für den Fahrer in Diensten von Renault e.dams ist es bereits der vierte Erfolg im fünften Saisonlauf, insgesamt steht er zum zehnten Mal in der Formel E ganz oben auf dem Podium. Dritter wurde Nick Heidfeld (Mahindra) vor Nelson Piquet jr. (NextEV) und Maro Engel (Venturi). Daniel Abt (ABT) machte als Siebter ein hervorragendes Ergebnis aus deutscher Sicht perfekt. Heidfeld ist zudem der erste Fahrer, der sowohl in der Formel 1 als auch in der Formel E auf dem Podium von Monaco stand.

Im Gegensatz zum ersten Gastspiel der Formel E in Monaco vor zwei Jahren ging beim Start diesmal fast alles glatt. Lediglich Stephane Sarrazin kam nicht vom Fleck und musste das Heimrennen seines Venturi-Teams als Letzter aufnehmen. An der Spitze gab es hingegen keine Verschiebungen. Heidfeld machte weiter hinten einige Plätze gut und fuhr von Rang acht auf fünf vor. Hinter ihm hielt in den Folgerunden Maro Engel den Rest des Feldes auf, während sich Buemi ganz vorn Stück für Stück absetzen konnte.

 

An Engel biss sich vor allem Sam Bird über einige Runden hinweg die Zähne aus. Schließlich ging der Virgin-Pilot zu viel Risiko ein, schlug mit dem Heck an der Mauer an und brach sich die hintere Aufhängung an der rechten Seite. Bird kam zur Reparatur an die Box und versuchte folglich nur noch, die schnellste Rennrunde zu holen. Dies sollte ihm in Runde 24 tatsächlich gelingen, wodurch er immerhin einen Punkt aus dem Fürstentum mitnahm. Ähnliches Pech hatte sein Virgin-Teamkollege Jose Maria Lopez. Nachdem seine Crew sowohl den Front- als auch den Heckflügel seines Boliden tauschen musste, war auch für den Argentinier das Rennen vorbei.

Während sich Daniel Abt mit einem sehenswerten Manöver gegen Robin Frijns nach vorn kämpfte - einer der rar gesäten erfolgreichen Überholvorgänge im Rennen -, verlor Jean-Eric Vergne (Techeetah) mehr und mehr die Geduld hinter dem Drittplatzierten Piquet. Der Franzose startete einen Angriff in Kurve 3 außen herum - eigentlich ein Ding der Unmöglichkeit. Piquet wehrte den Angriff ab, doch Vergne versuchte es eine Runde später erneut an derselben Stelle...

Havarie am Hafenbecken

Vergne schaffte es trotz Außenbahn tatsächlich neben Piquet, doch beim Rausbeschleunigen aus der Haarnadelkurve ging ihm buchstäblich die Straße aus. Piquet ließ Vergne wenig Platz, beide kollidierten und der Techeetah-Pilot landete in der Streckenbegrenzung. Piquet nahm offenbar keinen Schaden, verlor jedoch eine Position gegen Nick Heidfeld, der fortan Dritter war. Um das havarierte Auto von Vergne zu bergen, schickte die Rennleitung das Safety-Car hinaus. Der zwischenzeitlich auf mehr als vier Sekunden angewachsene Vorsprung Buemis war damit dahin. Alle Fahrer mit Ausnahme von Bird kamen zum Autowechsel an die Box, denn ohnehin war zu diesem Zeitpunkt beinahe Halbzeit in Monaco.

In der zweiten Rennhälfte hieß es nur noch: Buemi gegen di Grassi. Beiden hatten (neben Sarrazin) den FanBoost gewonnen. Buemi zündete seine Extrapower schon frühzeitig, um seinen Vorsprung auszubauen. Trotzdem ließ di Grassi nie abreißen und kämpfte sich in den letzten Runden immer näher heran. Alle rechneten mit einem FanBoost-Angriff gegen Rennende, doch dieser blieb aus. Ob der Brasilianer seinen FanBoost unbemerkt zündete, sparte oder nicht einsetzen konnte, war nicht ersichtlich. Bis in die letzte Kurve hinein kämpften die beiden Rivalen mit harten Bandagen, jedoch stets fair. Am Ende kam Buemi 32 Hundertstelsekunden von di Grassi ins Ziel. Nach dem Rennen umarmten sich die Kontrahenten.

Weiter hinten im Feld passierte gegen Ende nicht mehr allzu viel. Beide Dragon hatten mit Software-Problemen zu kämpfen und mussten mehrfach an die Box kommen. Außerdem schwebte auch nach dem Rennen noch das Damokles-Schwert eines "Unsafe-Release" über Esteban Gutierrez, der in seinem zweiten Formel-E-Rennen Achter wurde, und dem Neuntplatzierten Antonio Felix da Costa. Hervorzuheben bleiben am Ende der fünfte Platz von Engel - sein bisher bestes Formel-E-Ergebnis - und das starke Teamergebnis von Mahindra: Heidfeld als Dritter und Rosenqvist als Sechster holten insgesamt 23 Punkte.

In der Gesamtwertung konnte sich Buemi durch seine insgesamt 28 Zähler (25 für den Sieg, 3 für die Pole-Position) wieder etwas Luft verschaffen. Lucas di Grassi bleibt als Gesamtzweiter trotzdem in Lauerstellung. Der Abstand beträgt nun 15 Punkte. Da sowohl Prost als auch Vergne als auch Bird fast leer ausgegangen sind, ist das Feld hinter dem Spitzenduo näher zusammen gerückt. In der Teamwertung grüßt Renault e.dams weiterhin von ganz oben mit 36 Punkten Vorsprung. Das nächste Formel-E-Rennen findet bereits am kommenden Samstag in Paris statt.

Das provisorische Ergebnis des Monaco ePrix

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