Formel E

Formel-E-CEO Reigle bestätigt: Schnelllade-Boxenstopps kommen erst zum Saisonstart 2024

Timo Pape

Timo Pape

Formula-E-Pitstop

Die Formel E wird ihre neue Fast-Charging-Technologie und die damit verbundenen Nachlade-Boxenstopps nicht mehr während der Saison 2023 einführen. Das bestätigten Formel-E-CEO Jamie Reigle und Chief Championship Officer Alberto Longo im Rahmen des Berlin E-Prix. Damit vollzieht die Rennserie eine Rolle rückwärts, nachdem sie vor Saisonbeginn noch die Einführung der Schnelllade-Boxenstopps "bei ausgewählten Rennen der Saison" angekündigt hatte.

Das Sportliche Format der Formel E bleibt in diesem Jahr, wie es ist. Die neue Schnelllade-Technologie, die einst schon zum Saisonstart im Januar eingeführt werden sollte, kommt erst 2024. "Der Attack-Charge kommt nicht dieses Jahr, sondern nächstes. Wir warten bis zur nächsten Saison und machen es dann richtig", bestätigte Formel-E-CEO Jamie Reigle in einer Medienrunde beim Berlin E-Prix, an der auch 'e-Formel.de' teilnahm. "Zu Beginn der Saison hatten wir gehofft, dass wir in technischer Sicht soweit wären und ausreichend testen können."

Dem war bekanntlich nicht so. Grund dafür waren unter anderem Lieferschwierigkeiten bei wichtigen Bauteilen, die für die Produktion der Schnellladegeräte für alle elf Teams nötig gewesen wären. Die Technologie an sich war bereits Ende letzten Jahres einsatzfähig, wie uns auch Porsche-Teamchef Florian Modlinger in dieser Woche einmal mehr bestätigte: "Wir haben sie getestet, und sie hat funktioniert."

Trotzdem entschied sich die Formel E zwangsläufig für eine spätere Einführung während der Saison. Der Monaco E-Prix wurde dabei häufig als möglicher Termin genannt - zur Unzufriedenheit einiger Teams. Allen voran Porsche betonte immer wieder die Wichtigkeit eines einheitlichen Reglements für 2023, sprach sich also klar gegen eine Einführung der neuen Schnelllade-Boxenstopps aus. "Ich erwarte von einer FIA-Weltmeisterschaft, dass wir über den Saisonverlauf hinweg ein konstantes Sportliches Reglement haben", so Modlinger.

Alberto Longo: "Wir haben keine Eile"

Nun dürfte man sich in Weissach freuen, denn auch Alberto Longo, Mitbegründer der Formel E, erklärt auf unsere Nachfrage hin: "Es nur für die letzten drei, vier Rennen einzuführen, ist vielleicht nicht die richtige Entscheidung - auch, wenn wir es technisch könnten. Es wird ja einen großen Einfluss auf unser Sportliches Format haben. Wir hätten es gern dieses Jahr eingeführt, aber ich glaube, es ich noch nicht komplett tragfähig."

"Aber wir haben keine Eile", stellt der Spanier klar. "Wir haben immer gesagt, wir wollen es in der Gen3-Ära einführen, und haben dabei auf den Start gehofft. Das klappt offensichtlich nicht. Wir haben die Technologie, sie funktioniert, aber wir haben auch immer noch Schwierigkeiten mit den Lieferketten - wie andere auch. Das war ja auch der Hauptgrund, warum wir es diese Saison nicht einführen konnten. Wenn es nicht klappt, führen wir es eben im ersten Rennen von Saison 10 ein."

Dies wird voraussichtlich Ende dieses Jahres oder im Januar 2024 stattfinden. Einen ersten Entwurf für den Rennkalender dürfte die Formel E wie gewöhnlich im Juni veröffentlichen. Bis zum Saisonfinale 2023 in London Ende Juli wird die Elektroserie ihr bisheriges Regelwerk samt "klassischem" Attack-Mode beibehalten.

zusätzliche Berichterstattung durch Svenja König & Tobias Wirtz

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