Formel E

Formel-E-Chef Jamie Reigle: "Sport hat die Kraft, das Beste in den Menschen zu zeigen"

Tobias Bluhm

Tobias Bluhm

Schon seit dem ersten Formel-E-Rennen in Peking 2014 stehen Werte wie Umweltverträglichkeit, Klimaschutz und technologischer Fortschritt im Markenkern der Meisterschaft. Als einzige Monoposto-Serie hält die Formel E bis einschließlich 2038 zudem die exklusiven Rechte für die Austragung vollelektrischer Rennen unter Schirmherrschaft der FIA. Inzwischen spielen in der Rennkategorie allerdings auch Themen wie soziale Gerechtigkeit eine zentrale Rolle.

So rief die Serie im Sommer 2020 die Kampagne "Positively Charged", zu Deutsch "positiv aufgeladen", ins Leben. Mit der Aktion wollte die Formel E vor dem Finalrennen der abgelaufenen Saison 2019/20 die öffentliche Aufmerksamkeit auf gesellschaftliche Themen lenken. "Die Formel E ist etwas Einzigartiges, weil sie einfach gesagt mit dem Prinzip gegründet wurde, die Welt zu verbessern", erläutert Serienchef Jamie Reigle bei 'Motorsport-Total.com'. "Wir als Formel E hatten im Frühjahr viel Zeit, darüber nachzudenken. Und wir haben uns gesagt: 'Hey, einfach gesagt geht es uns um eine bessere Zukunft'."

Formel-E-Chef Reigle sieht in 2020 einen "Wendepunkt für den Sport"

Die Welt habe in diesem Jahr vor zahlreichen Herausforderungen gestanden: "COVID, Antirassismus, Fragen der sozialen Gerechtigkeit und all diese Themen, die uns seit Monaten beschäftigen", zählt Reigle auf. "Ich glaube, wir müssen das Jahr 2020 als Wendepunkt für den Sport betrachten. Unsere Fans erwarten, dass wir unsere Plattform auch für das Gemeinwohl einsetzen, um auf einige der Ungerechtigkeiten in der Welt aufmerksam zu machen."

In den sozialen Netzwerken erntete die Formel E für ihre Kampagne teils allerdings auch harsche Kritik. Fans bemängelten die Aktion unter anderem als scheinheilig und leere PR-Hülse. Schließlich starte die Meisterschaft auch in Ländern mit fragwürdigen Menschenrechtsbilanzen, allen voran Saudi-Arabien.

"Als Sportart muss man bescheiden bleiben"

"Wir werden in fünf Jahren (auf das Jahr 2020) zurückblicken und sagen 'Wow, das war eine unglaubliche Zeit, die wir da erlebt haben'", betont Reigle. "Als Sportart muss man dabei bescheiden bleiben. Aber der Sport hat auch diese wunderbare Kraft, das Beste in den Menschen zu zeigen. Wir versuchen einfach, unseren kleinen Teil dazu beizutragen."

Am 16./17. Januar 2021 startet die Formel E in Santiago in die ersten zwei Rennen der neuen Saison. Die Meisterschaft 2021 ist das erste Jahr, in dem die Elektroserie einen offiziellen Weltmeistertitel vergeben wird.

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