Formel-E-Comeback nach Zwangspause: Jake Hughes hat Siege & Meisterschaften im Visier
Thomas Grüssmer
Cupra Kiro
Nach einem Jahr ohne Stammcockpit kehrt Jake Hughes mit Cupra Kiro in die Formel E zurück. Der Brite spricht über seine ungewollte Pause, seine Erfolge im Langstreckensport und die Hoffnung, die er bereits vor einem Jahr in das Team gesetzt hatte. Für die Gen4-Ära hat der 32-Jährige ehrgeizige Ziele: Langfristig will er Rennen und Meisterschaften gewinnen.
Hughes war bereits von Saison 9 bis Saison 11 in der Elektro-Rennserie unterwegs. Zunächst startete er zwei Saisons für McLaren, bevor er zur Saison 2024/25 zu Maserati wechselte. Nach nur einer Saison war beim monegassischen Team allerdings wieder Schluss. Trotz eines privaten Tests mit Cupra Kiro fand Hughes für die vergangene Saison kein Stammcockpit in der Formel E.
Formel-E-Rückkehr nach 1 Jahr: "Karriere aufs Eis legen zu müssen, war unschön"
"Meine Karriere entwickelte sich sehr gut. Sie dann für ein Jahr aufs Eis legen zu müssen, war unschön. Ich habe nicht vor, erneut ein Jahr verpassen zu müssen. Ich freue mich sehr darüber, zum frühestmöglichen Zeitpunkt wieder auf den Zug aufspringen zu können", erklärte der Brite gegenüber Formula E Zone.
Untätig war Hughes während seiner Pause aber nicht. Neben seiner Arbeit als Reserve- und Entwicklungsfahrer bei Mahindra und seinen Simulatoraufgaben für McLaren in der Formel 1 bestritt er eine Saison in der European Le Mans Series. Dazu sagte er: "Als Rennfahrer andere Dinge zu erleben, ist immer gut. Es hält dich auf Trab und lässt das Gehirn arbeiten. Es hält dich davon ab, zu stagnieren oder gar faul zu werden, was die Arbeitsmoral anbetrifft."
In der European Le Mans Series erreichte der 32-Jährige zwei Podiumsplatzierungen, darunter einen Sieg beim 4-Stunden-Rennen in Silverstone. Ein Sieg in der Formel E blieb ihm bis heute jedoch verwehrt, obwohl er bereits vier Pole-Positions und zwei Podiumsplatzierungen erreicht hat. Aus seinen Erfolgen in der ELMS schöpfte er Selbstvertrauen: "Das gibt mir mehr Selbstvertrauen dahingehend, dass ich immer noch sehr schnell bin und Erfolge sowie Rennsiege einfahren kann, wenn ich etwas Neues ausprobiere. So, wie wir es in der ELMS gemacht haben."
Hughes hoffte schon 2025 auf ein Cupra-Kiro-Cockpit
Bereits im Herbst 2025 hatte Hughes einen Porsche Gen3 Evo von Cupra Kiro getestet und auf ein Stammcockpit beim amerikanischen Team gehofft. Daraus sollte jedoch erst für die kommende Saison etwas werden: "Ich hatte die Hoffnung, dass es sich zu einem festen Cockpit für letztes Jahr entwickeln würde. Das passierte aber nicht, was völlig in Ordnung ist. Das ist professioneller Sport."
Hughes erinnerte sich an ein Gespräch mit Teamchef Russell O'Hagan: "Irgendwie hatte ich immer das Gefühl oder die Hoffnung, zukünftig für das Team Rennen fahren zu können. Als wir vor einem Jahr den Test gemacht haben, sagte ich zu ihm: 'Keine Sorge! Ich glaube immer noch daran, eines Tages für dich zu fahren.'"
Gen4: Neue Bridgestone-Reifen & Rennformate als Herausforderung
Hughes' Formel-E-Karriere begann damals mit dem Start der Gen3-Ära. Angesichts des Technologiesprung mit Gen4 sieht er Parallelen im Vergleich zu seinem damaligen Einstieg. Für ihn geht es vor allem darum, die neuen Reifen von Bridgestone und das neue Rennformat möglichst schnell zu verstehen: "Dass wir mit einem neuen Reifen von Bridgestone in die neue Ära starten, bringt eigene Herausforderungen mit sich."
"Ein anderes Schlüsselthema ist es, sich an das neue Rennformat mit dem E-Prix Unleashed zu gewöhnen und auch generell daran, wie sich die Rennen im Vergleich zu dem, was wir aus der Gen3 kannten, ändern könnten", fuhr er fort. "Was wir von damals wissen, wird auf einigen Ebenen sicherlich nützlich sein. Wir müssen aber akzeptieren, dass wir von null starten." Für ihn sei außerdem die enge Zusammenarbeit mit seinem Performance-Ingenieur entscheidend, insbesondere um das Verhalten der aktiven Differenziale des Fahrzeugs zu verstehen und dessen Leistungspotenzial auszuschöpfen.
Rennsiege & Meisterschaften als langfristige Ziele
Mit dem Beginn der Gen4-Ära kehrt Hughes mit klaren Ambitionen in die Formel E zurück: "Ich möchte mir selbst beweisen, dass ich das erreichen kann, wozu ich meiner Meinung nach fähig bin: in Zukunft Rennen und Meisterschaften zu gewinnen." Trotz seiner langfristigen Ambitionen weiß Hughes, dass in der Formel E vor allem Konstanz entscheidend ist: "Ich glaube, Konstanz wird für uns in der kommenden Saison das Schlüsselwort sein."
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