Formel E

Formel E: Dome zieht Bewerbung als Chassis-Hersteller zurück

Tobias Bluhm

Tobias Bluhm

Der japanische Konzern Dome hat seine Bewerbung als Chassishersteller für die Formel E zurückgezogen. Das bestätigte der Dome-Vizepräsident Hiroshi Fushida gegenüber 'e-Formel.de'. Dome bewarb sich erst im vergangenen Mai als potenzieller Formel-E-Chassisausstatter ab der Saison 2018/19. Grund für den Rückzug soll eine Änderung in den FIA-Richtlinien gewesen sein.

Laut unseren Informationen adaptierte der Motorsport-Dachverband FIA vor einigen Wochen - während des laufenden Ausschreibungsprozesses also - die ursprünglichen Bedingungen für die Bewerber. Welchen Umfang die Anpassungen hatten, ist nicht bekannt. Die Neuerungen waren offenbar nicht vorher abzusehen, weshalb Dome sich gezwungen sah, die Bewerbung kurzfristig zurückzuziehen. Wenige Tage später folgte eine offizielle Absage der FIA.

Kürzlich hatten sich Dome und Fushida prominente Unterstützung für den Entwurf ihres Konzeptfahrzeuges ins Boot geholt. So soll der japanische Star-Designer Ken Okuyama, der in der Vergangenheit unter anderem für das italienische Designerstudio Pinifarina zeichnete, am Dome-Renner mitgearbeitet haben.

Renaissance des Formelfahrzeuges ohne Heckflügel

Okuyamas Konzeptauto, welches Dome bei der FIA in Paris einreichte, sieht trotz des späten Rückzugs der Firma aus Maibara vielversprechend aus. "Genau so haben wir uns die nächsten Jahre der Formel E vorgestellt", wird Fushida in der japanischen Ausgabe von 'Motorsport.com' zitiert, "das sollte die nahe Zukunft der Serie sein."

Die Entwicklerstudios nutzten unter Okuyamas Aneitung die große Freiheit, die die FIA den Herstellern gab, voll aus: So ist der Bolide mit 4780 Millimetern Länge etwas kürzer als das derzeitige Chassis von Spark. Auch mit einer Höhe von nur 990 Millimetern liegt man tiefer als das aktuelle Design.

Auffällig ist speziell der fehlende Heckflügel am Auto von Dome. Laut Fushida könne man nur so das aktuelle Bild eines Formelfahrzeuges ändern: Der fehlende Abtrieb soll über einen überarbeiteten Unterboden und einen großen Diffusor am Heck gutgemacht werden. Der Ground Effect, der vor mehreren Jahrzehnten in der Formel 1 verboten wurde, wird dadurch wiederbelebt. Zudem verfügt der Entwurf über einen Aeroscreen, wie ihn Red Bull kürzlich in der Königsklasse testete.

"Concept X" mit Lasertechnik, Verfolgerdrohnen und LEDs

Viel aufregender sind jedoch die Ideen, die Dome für das Entertainment hat. Das Fahrzeug hätte über einen neuen Laserprojektor verfügt, der vor oder neben dem Auto die aktuelle Position auf den Asphalt wirft. Somit könnten die Fans an der Strecke stets den Überblick über das Renngeschehen behalten. Über LED-Leuchten an den hinteren Enden der Radkästen und an der Heckfinne wäre die Aktivierung des FanBoosts sichtbar geworden.

Die speziellste Idee der Entwickler ist jedoch die automatische Verfolgerdrohne. Dome schlägt vor, eine automatisierte Drohne mit Informationen zum Fahrer an die Autos zu koppeln. Auf einem Bildschirm würde den Zuschauern an der Piste die Rennposition, Details zum FanBoost, die verbleibende Energie oder Sponsoren gezeigt werden - all das, während die Drohne fliegend die Autos im Rennen verfolgt.

Die Ideen scheinen bei der FIA jedoch nicht gefruchtet zu haben. Kurz nachdem Dome die Bewerbung zurückzog, teilte die FIA dem Hersteller mit, nicht als Chassishersteller für die Formel E ausgewählt geworden zu sein. Wer den Zuschlag letztendlich bekommt, ist noch immer unklar. Eine Entscheidung im Ausschreiben für den Chassiskonstrukteurs scheint aber bereits gefallen zu sein: Die Bekanntgabe des Gewinners wird in den kommenden Wochen erwartet.

Fotocredit: Ken Okuyama & Dome Co.ltd.

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