Formel E

Formel E: Edo Mortara sieht "keinen Grund", Venturi zu verlassen - kommt di Grassi?

Tobias Wirtz

Tobias Wirtz

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Edoardo Mortara steht in seiner vierten Formel-E-Saison vor dem besten Ergebnis seiner bisherigen Karriere in der Elektrorennserie: Der Schweizer ist Gesamtneunter und hat vor dem finalen "Double-Header" der Saison sogar noch Titelchancen. Ein Verbleib bei Venturi im Jahr 2022 - es wäre seine fünfte Saison bei den Monegassen - erscheint daher immer wahrscheinlicher.

Die siebte Formel-E-Saison hat bereits für diverse Überraschungen gesorgt. Eine davon ist das starke Abschneiden von Edo Mortara, der 2021 bereits drei Podestplätze für Venturi erzielen konnte. Der Schweizer bewies damit, dass auch Venturi mit dem Mercedes-Antrieb gute Leistungen erzielen kann. Und zwar derart gute, dass Mortara nach dem Puebla E-Prix sogar die Fahrerweltmeisterschaft anführte.

In New York und London konnte der 34-Jährige, der viermal in Qualifying-Gruppe 1 an den Start gehen musste, nur insgesamt zwei Punkte sammeln, wodurch er auf Platz 9 in der Gesamtwertung zurückfiel. Dennoch ist der frühere DTM-Pilot mehr als zufrieden mit seiner bisherigen Saison.

"Wir werden sehen, wo wir diese Saison beenden. Dann werden wir herausfinden, ob das Team glücklich ist, und ich auch", sagt Mortara bei 'Inside Electric'. "Es lief dieses Jahr ziemlich gut, also sehe ich von meiner Seite aus keinen Grund, warum wir uns trennen sollten. Ich bin ziemlich glücklich, wo ich bin."

Ein möglicher Wechsel zum Mercedes-Werksteam, dessen aktuelle Fahrerpaarung Nyck de Vries und Stoffel Vandoorne mit dem Sitz von George Russell beim Formel-1-Team von Williams in Verbindung gebracht wird, spielt für Mortara derzeit keine Rolle.

"Dieses Jahr war wahrscheinlich unser bestes, und ich hoffe, dass wir uns weiter von Rennen zu Rennen verbessern werden. Vielleicht können wir in den nächsten Jahren, wenn ich noch mit dem Team fahren kann, noch bessere Ergebnisse erzielen", wirft er einen Blick auf die Zukunft.

"Es ist natürlich nicht einfach, gute Ergebnisse zu erzielen, wenn man im kleinsten Team ist. Aber das heißt nicht, dass es nicht geht", erklärt er weiter. "Ich denke, dass wir eine unglaubliche Gruppe von Leuten haben. Sie arbeiten hart, sind sehr klug und investieren viele Stunden, um uns ein gutes Auto zu geben. Aber es ist natürlich nicht einfach, wenn man mit den Herstellern kämpft."

Dagegen konnte Mortaras Teamkollege Norman Nato in dieser Saison noch nicht mit guten Ergebnissen glänzen. Während Mortara bereits 74 Punkte sammelte, sind es bei Nato lediglich 17. Der vor der Saison hoch gehandelte Franzose ist damit aktuell der schwächste der drei Formel-E-Neulinge, die zu Saisonbeginn in die Rennserie einstiegen. Sowohl Nick Cassidy (Virgin) als auch Jake Dennis (BMW) konnten bislang deutlich mehr überzeugen.

Bereits nach der letzten Saison hatte Teamchefin Susie Wolff bemängelt, dass nur eines der beiden Autos "fast alle Punkte des Teams gesammelt hat".

Nato überzeugt nicht: Erhalten di Grassi oder Günther eine Chance?

Besonders im Hinblick auf den Ausstieg von Audi und BMW zum Saisonende wäre das zweite Venturi-Cockpit sicherlich auch für andere Piloten interessant. Da sich kein Nachfolger für den Startplatz von Audi gefunden hat, gibt es 2022 aller Voraussicht nach zwei Fahrzeuge und damit zwei Stammcockpits weniger zu verteilen.

Insbesondere Lucas di Grassi, der zwischenzeitlich auch als möglicher Nachfolger für Oliver Rowland bei Nissan gehandelt wurde, ist für die Monegassen sicherlich eine interessante Personalie. Der Champion aus Saison 3 wohnt schon seit vielen Jahren im Fürstentum. Der kurze Anreiseweg zum Team wäre sicherlich nicht hinderlich. Insbesondere, da sich di Grassi bei Twitter über einen Medienbericht lustig machte, in dem über einen Wechsel zu Nissan e.dams spekuliert wurde.

Bedeuten muss das zweifelsohne nichts. Es ist durchaus denkbar, dass di Grassi seine Fans sowie Journalist:innen einfach nur in die Irre führen wollte. Aber da er nach eigener Aussage "ohne den geringsten Zweifel" auch 2022 in der Formel E fahren wird, scheint der Brasilianer mit mehr als nur einem Team Gespräche zu führen.

Ein Wechsel zu den Hinterbänkler-Teams Dragon Penske Autosport oder Nio 333 darf angesichts der Ambitionen von di Grassi wohl ausgeschlossen werden - ein Mercedes-Antrieb wäre für ihn mit Sicherheit um ein Vielfaches attraktiver.

Aber auch Max Günther hat seinen Wohnsitz in Monaco. Sein bisheriger Arbeitgeber BMW i Andretti Motorsport wird im kommenden Jahr ohne Werksunterstützung der Münchener antreten und wünscht sich einen US-Amerikaner in ihrem Cockpit.

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