Formel E

Formel E: Evans nennt Gen3-Rennen "zu extrem, zu zufällig" & Gen4-Auto ein "Monster"

Tobias Wirtz

Tobias Wirtz

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Mit dem Gen4-Auto steht die Formel E vor ihrem größten Leistungssprung. In einer Medienrunde, an der auch e-Formel.de teilnahm, hat Opel-Neuzugang Mitch Evans über seine ersten Eindrücke vom neuen Boliden gesprochen und ihn als "Monster" bezeichnet. Gleichzeitig übte der Neuseeländer deutliche Kritik an den Gen3-Rennen: Das vom Energiesparen geprägte Racing sei teilweise "zu extrem" und "zu zufällig" gewesen.

"Ehrlich gesagt ist es beeindruckend", antwortet Evans in der Medienrunde auf die Frage, wie sich das Gen4-Auto anfühlt. "Wenn ich etwas wirklich vergleichen kann, dann die Beschleunigung: Das Auto ist ein Monster. Auch die Höchstgeschwindigkeiten sind sehr hoch. Es fühlt sich einfach deutlich ausgereifter an. Wenn du es fährst, fühlt es sich wie ein Biest an."

Für Evans bedeutet Gen4 einen deutlichen Schritt gegenüber der inzwischen abgeschlossenen Gen3-Ära. Neben der deutlich höheren Leistung verändert sich auch das Fahrgefühl: Der neue Bolide ist größer, verfügt über eine Servolenkung und fühlt sich laut Evans wesentlich ausgereifter an als sein Vorgänger.

Eine Vorstellung davon, wie genau die Gen4-Rennen aussehen werden, hat er bislang noch nicht, gesteht er. "Das werden wir wohl erst beim ersten Rennen wissen. Ich habe keine Ahnung, wie es sich im Rennen verhalten wird. Wir kommen schließlich aus vier Jahren mit den verrücktesten Rennen auf diesem Planeten."

Evans über Gen3-Racing: "Zu sehr ein Glücksspiel"

Damit spricht Evans einen der prägendsten Aspekte der Gen3-Ära an: das sogenannte Peloton- oder Pack-Racing. Auf energieintensiven Strecken vermieden Fahrer teilweise bewusst die Führung, um im Windschatten Energie zu sparen. Der eigentliche Kampf um den Sieg verlagerte sich dadurch häufig in die Schlussphase.

Evans sieht diese Art des Rennfahrens inzwischen kritisch. "Ich weiß nicht, ob ich die Gen3-Rennen vermissen werde. Einen Teil davon werde ich vermissen, aber am Ende war es einfach zu sehr ein Glücksspiel. Die Rennen waren verrückt, zeitweise wirklich völlig verrückt und meiner Meinung nach manchmal etwas zu extrem."

Nach eigener Einschätzung gehörten Evans und Nick Cassidy zu den Fahrern, die diese Rennen bereits in den ersten beiden Gen3-Saisons besonders schnell verstanden. Mit zunehmender Erfahrung der Konkurrenz schrumpfte dieser Vorteil jedoch.

"Als es erstmals aufkam, dieses Peloton- beziehungsweise Pack-Racing, war es wild", beschreibt er. "Für uns Fahrer war es eine riesige Herausforderung, das zu verstehen, weil es einfach eine völlig andere Herangehensweise ans Rennfahren erforderte."

Grundsätzlich ablehnen will Evans diese Art des Rennfahrens jedoch nicht. Schließlich seien dadurch auch einige echte Klassiker entstanden. Gleichzeitig ging ihm die Unberechenbarkeit dieser Rennen teilweise zu weit. "Ich glaube, dass einige echte Klassiker aus diesen Rennen hervorgegangen sind. Aber manchmal war es etwas zu extrem und etwas zu zufällig. Ich denke, dass Gen4 in dieser Hinsicht ein Schritt in die richtige Richtung sein wird."

Ob die Gen4-Boliden tatsächlich für weniger extreme Rennen sorgen werden, wird sich erst beim Saisonauftakt zeigen. Dass das neue Auto deutlich schneller wird, steht für Evans dagegen bereits fest. Ob das von ihm beschriebene "Monster" auch für besseres Racing sorgt, bleibt damit eine der großen offenen Fragen vor dem Start der Gen4-Ära.

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