Formel E

Formel E: Ex-F1-Fahrer Antonio Giovinazzi zahlt in Saudi-Arabien Lehrgeld, Nio erneut Schlusslicht

Tobias Wirtz

Tobias Wirtz

Am Ende des Formel-E-Feldes nichts Neues: Wie bereits im Vorjahr fuhren die Teams Dragon Penske Autosport und Nio 333 beim Saisonauftakt 2022 den übrigen Teams hinterher - trotz vielversprechendem neuen Personal. Während Dan Ticktum bei seinem Formel-E-Debüt  in Saudi-Arabien durchaus überzeugen konnte, hat der ehemalige Formel-1-Fahrer Antonio Giovinazzi noch viel Arbeit vor sich.

In beiden Rennen als Letzter im Ziel, dazu im Qualifying lediglich Sam Bird nach dessen Crash hinter sich gelassen - Antonio Giovinazzi erlebte in Diriyya das erwartet schwierige Debütwochenende. Der Formel-E-Neuling verließ Saudi-Arabien folglich ohne Meisterschaftszähler.

Deutlich schneller war sein Teamkollege Sergio Sette Camara: Der junge Brasilianer zeigte, dass der Speed des Penske EV-5 durchaus für Positionen im Mittelfeld gut ist. Allerdings blockierte er im Qualifying Nissan-Fahrer Sebastien Buemi auf dessen schneller Runde. Die Rennkommissare strichen ihm daraufhin sämtliche Rundenzeiten des Qualifyings - eine sehr harte Strafe. Sette Camara musste aus der vorletzten Reihe ins Rennen gehen, genau wie sein Teamkollege.

Während Sette Camara im Rennverlauf immerhin die beiden Nio-Piloten überholen konnte, ging für Giovinazzi nach vorne gar nichts. Mehr als acht Sekunden betrug sein Rückstand auf den Vorletzten, als in Runde 30 nach dem Unfall von Alexander Sims das Safety-Car auf die Strecke kam. Im Nachhinein profitierte der Italiener noch von einer Zeitstrafe gegen Mitch Evans, der seinen Attack-Mode im Rennen nur einmal benutzt hatte, und rückte auf Platz 20 vor.

Giovinazzi: "Das Wochenende war mehr wie ein Test"

"Um ehrlich zu sein, war dieses Wochenende mehr wie ein Test. Besonders, da das Freie Training nur noch 30 Minuten lang ist", sagt Giovinazzi bei den Kollegen von 'The Race'. "Ich habe einfach ein paar Runden gedreht und versucht, daraus zu lernen. Das war mein Ziel für das Wochenende. Jetzt haben wir viele Daten, die wir in der nächsten Woche analysieren und diskutieren können, um für Mexiko in zwei Wochen vorbereitet zu sein."

"Ich fühle mich immer noch nicht ganz wohl mit dem Auto, um ehrlich zu sein. Deshalb ist es schwierig, das Limit zu erreichen", ergänzt der Italiener. "Sobald ich mich wohlfühle, kann ich verstehen, was wir verbessern können. Ich muss einfach weiter Kilometer sammeln und das Auto besser verstehen."

"Es wird nicht einfach, vor allem weil die Fahrer hier wirklich gut und schon sehr lange dabei sind", so Giovinazzi weiter. "Es ist schwierig, hierher zu kommen und sie zu schlagen. Ich weiß das, und ich brauche ein bisschen Zeit. Ich werde versuchen, zu lernen und mich von Rennen zu Rennen zu verbessern."

Turvey: "Müssen für Mexiko an der Pace arbeiten"

Auch beim anderen Hinterbänkler-Team gab es einen Debütanten: Dan Ticktum wechselte aus der Formel 2 in die Elektrorennserie und ließ in Saudi-Arabien durchaus aufhorchen: Sowohl im Qualifying als auch im Rennen war er auf Augenhöhe mit seinem äußerst erfahrenen Teamkollegen Oliver Turvey. Beide Piloten reisten mit je einem 18. und einem 19. Platz aus Saudi-Arabien zurück nach Großbritannien. Von den Punkterängen waren die Fahrer aber zu jedem Zeitpunkt weit entfernt.

"Ich hatte im Qualifying das Gefühl, dass ich eine gute, saubere Runde hinbekommen habe, aber es endete mit einem ähnlichen Rückstand, wie wir ihn das ganze Wochenende hatten", erklärt Turvey. "Wir hatten einen guten Start ins Rennen, und ich konnte in Kurve 1 ein paar Positionen gutmachen. Dann habe ich hart gekämpft und versucht, das Maximum zu erreichen. Wir haben das Beste aus dem Auto herausgeholt, aber wir müssen noch ein bisschen schneller sein und für Mexiko an unserer Pace arbeiten."

"Es war ein hartes Wochenende", beschreibt Teamkollege Ticktum. "Ich hatte das Gefühl, dass wir gestern (am Freitag) im Qualifying und im Rennen ein bisschen stärker waren. Heute hatten wir mehr zu kämpfen. Ich weiß, dass jeder im Team extrem hart arbeitet. Mit den Ressourcen, die uns zur Verfügung stehen, kämpfen wir und tun das, was wir können. Wir werden weiter daran arbeiten, unsere Leistung zu optimieren, und hoffentlich können wir in Mexiko weiter nach vorne kommen."

O'Hagan: "Konnten nicht so viele Fortschritte machen"

"Heute war ein sehr schwieriger Tag. Wir haben einige positive Schritte bei der Fahrzeugbalance gemacht, aber wir konnten nicht so viele Fortschritte machen wie unsere Konkurrenten", erläutert der stellvertretende Nio-333-Teamchef Russell O'Hagan. "Wir verstehen noch nicht genau, warum - aber das werden wir."

"Wir haben ein paar Tage Zeit, um alle Informationen dieses Wochenendes zu verarbeiten und mit den Vorbereitungen für Mexiko zu beginnen", so O'Hagan weiter. "Ich möchte dem Team und den Fahrern für ihren ständigen Einsatz danken, vor allem in dieser Woche. Es ist großartig, ein Teil dieses Teams zu sein, und das wird sich auch bald auszahlen."

Neben Dragon und Nio blieb in Saudi-Arabien sonst nur Nissan e.dams ohne Punkte. Bereits in anderthalb Wochen haben alle Teams die Möglichkeit, erneut um Zähler zu kämpfen: Am 12. Februar findet in Mexiko-Stadt das dritte Saisonrennen der Formel-E-Weltmeisterschaft 2022 statt.

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