Formel E

Formel-E-Fahrer wünschen sich mehr Double-Header mit 2 Strecken-Layouts: "Wäre auf jeden Fall nett"

Redaktion

Formel-E-Autos-Startgerade-Berlin-Tempelhof

Der Berlin E-Prix stellt im Rennkalender der Formel E eine Besonderheit dar: Obwohl es mehrere "Double-Header" während jeder Saison gibt, ändert sich allein in Tempelhof am zweiten Renntag die Fahrtrichtung. Geht es nach den Piloten, dürfte das Berliner Modell gern häufiger zum Einsatz kommen, sofern es die Gegebenheiten erlauben.

"Ich denke, das ist eine sehr kreative Herangehensweise, wirklich innovativ. So etwas hatte ich in meiner Karriere vorher noch nie erlebt", lobt Porsche-Fahrer Andre Lotterer den Kurswechsel in der Nacht von Samstag auf Sonntag, der inzwischen zum dritten Mal praktiziert wird. "Es wäre interessant zu sehen, ob das auch bei anderen 'Double-Headern' auf anderen Strecken funktioniert!"

Auch Nio-Pilot Oliver Turvey findet den Ansatz mit zwei Strecken an einem Wochenende am Mikrofon von 'e-Formel.de' "wirklich cool". Der Brite gibt aber auch zu bedenken, dass eine Umsetzung wie in Tempelhof nicht überall möglich wäre: "Es hängt stark davon ab, wo das Rennen stattfindet. Ob das mit den Auslaufzonen möglich ist. Hier haben wir das Glück, auf einem Flughafen zu fahren. Es gibt also Platz ohne Ende, um die Strecke für beide Fahrtrichtungen auf- und umzubauen."

Dennoch wünscht er sich: "Wenn es weitere Orte geben sollte, wo das möglich ist, wäre es auf jeden Fall eine nette Sache, zwei verschiedene Strecken an einem Wochenende zu haben. Es ist durchaus ein anderes Gefühl, anders herum zu fahren, von daher wäre das eine gute Sache. Und es stellt uns vor ein paar neue Herausforderungen am zweiten Tag."

Aus der Not eine Tugend gemacht

Zum ersten Mal kam die Formel E im Corona-Jahr 2020 auf die irrwitzige Idee, den "Tempelhof Street Circuit" anders herum zu befahren. Damals musste die Elektroserie ihre Saison mit sechs Rennen in Berlin formal zu Ende bringen und suchte aus der Not heraus nach einem Funken Abwechslung. Neben zwei Läufen auf dem regulären Layout gab es letztlich zwei Rennen in entgegengesetzter Richtung sowie zwei auf einem leicht erweiterten Kurs. Die baulichen Veränderungen zwischendurch waren überschaubar, und so behielt die Formel E ihren Richtungswechsel auch 2021 und 2022 bei.

Bei den Fahrern kam diese Entscheidung sehr gut an. So auch bei Formel-E-Meister Nyck de Vries: "Ich bin ebenso ein großer Freund davon, 'Double-Header' auf diese Art und Weise auszutragen. Dadurch ergeben sich einfach ein paar mehr Veränderungen und Gelegenheiten. Ich finde das echt gut." Lokalmatador Max Günther stimmt ihm zu: "Ich finde es gut, einen 'Double-Header' so zu organisieren, dass man in beiden Richtungen fährt."

Der deutsche Nissan-Pilot warnt allerdings: "Einfach verkehrt herum zu fahren, klingt erst mal sehr simpel und unkompliziert. Aber tatsächlich ist es dadurch eine ganz andere Strecke. Bei den Settings nimmst du deshalb ein paar kleine Anpassungen vor. Natürlich ist es kein gewaltiger Unterschied verglichen mit einem ganz anderen Kurs, aber man muss trotzdem darauf achten."

Lotterer: "Musst es fast wie ein eigenständiges Event behandeln"

Landsmann Lotterer schwärmt: "Das bringt eine ganz andere Dynamik mit sich. Du gehst die Kurven völlig anders an, und das Energieprofil ist vollkommen unterschiedlich. Das bringt natürlich auch viel mehr Vorbereitungszeit im Simulator mit sich. Aber wenn du das Maximum herausholen willst, musst du es (das Sonntagsrennen) fast wie ein eigenständiges Event behandeln."

Zu guter Letzt stimmt auch noch Alexanders Sims gegenüber 'e-Formel.de' ein: "Ehrlich gesagt finde ich das ziemlich gut. Normalerweise hast du am zweiten Renntag immer schon alle Settings und deinen Fahrstil nahezu am Optimum - ein neues Layout macht es da gleich viel interessanter! Ich schätze mal, das wird nicht bei jedem Streckentyp möglich sein, aber aus unserer Sicht ist es auf jeden Fall spannend!"

So bleibt abzuwarten, ob sich die Formel E in Zukunft womöglich auch andere "Double-Header"-Strecken vor diesem Hintergrund noch einmal genauer ansieht. Die Rückendeckung durch Fahrer und Fans hätte sie allemal.

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