Formel E

Formel E: Felix da Costa wechselt für Saison 3 wohl zu Andretti

Tobias Bluhm

Tobias Bluhm

Der portugiesische Formel-E-Fahrer Antonio Felix da Costa könnte in der kommenden Saison für das Andretti-Team starten. Offenbar wurde der Deal vor wenigen Tagen abgeschlossen und beinhaltet eine Option über mehrere Jahre beim US-amerikanischen Rennstall. Das berichtet 'Motorsport.com'. Eine offizielle Bestätigung wird noch vor dem Formel-E-Finale in London erwartet.

Der 24-jährige Felix da Costa steht derzeit beim Team Aguri unter Vertrag, für welches er beim Buenos Aires ePrix 2015 den bisher einzigen Sieg des Teams in der Formel E verbuchen konnte. Bei seinem neuen Rennstall handelt es sich wohl um einen "Vollzeitjob" für Felix da Costa, was bedeutet, dass er bei jedem Rennen der Elektroserie antreten könnte. Zuletzt musste der Hobby-Surfer noch wegen eines DTM-Rennens den Berlin ePrix ausfallen lassen.

Auch wenn Felix da Costa nicht von Andretti spricht, bestätigt er den Wechsel zu einem anderen Formel-E-Team: "Es wurde Anfang der Woche entschieden, aber ich kann keine Details nennen. Es ist auf jeden Fall etwas Langfristiges, und ich bin glücklich", sagt der Portugiese. "Was ich bereits bestätigen kann, ist, dass nächstes Jahr Vollzeit in der Formel E fahren werde. Ich verpasse also keine Rennen mehr. Ich will endlich um die Meisterschaft kämpfen können.

Bei Andretti könnte er Simona de Silvestro beerben. Die Schweizerin müsste sich dementsprechend nach einem neuen Arbeitgeber umsehen, will sie weiterhin in der Formel E starten. Allerdings kokettiert die 27-Jährige ebenfalls mit einer Rückkehr in die IndyCar-Serie. Robin Frijns scheint nach einer beeindruckenden Saison weiterhin für Andretti zu fahren.

Andretti-Partnerschaft mit BMW wohl ausschlaggebend

Ein Wechsel von Felix da Costa zu Andretti wäre zwar eine große Schlagzeile, die allerdings nicht ganz überraschend käme. Einerseits ist sein aktueller Aguri-Bolide noch mit der Technologie aus Saison eins ausgestattet und hinkt dem restlichen Feld hinterher, andererseits könnte ihm auch sein Vertrag als BMW-Werksfahrer zu einem Cockpit beim US-Traditionsteam verholfen haben.

Nach Informationen von 'e-Formel.de' unterstützt der bayrische Autokonstrukteur das Andretti-Team schon seit vergangenem Jahr auf technologischer Basis und wird sein Engagement künftig ausweiten. Seit einiger Zeit stehen zudem Gerüchte über einen Werkseinstieg von BMW in die Elektroserie im Raum. Einen Fahrer aus den eigenen Reihen im Team zu haben, wäre dabei durchaus von Vorteil. Auch die Tatsache, dass Felix da Costa in der dritten Saison keinen Formel-E-Lauf verpassen soll, ist ein Indiz für den Einfluss von BMW.

Wer Felix da Costa bei Aguri ersetzen wird, ist noch vollkommen unklar. Eine Option wäre womöglich Rene Rast, der den Portugiesen zuletzt in Berlin ersetzte und mehrmals betonte, dass er in Saison drei gerne wieder in der Formel E an den Start gehen würde. Allerdings stehen Aguri große politische Veränderungen bevor. Das Team wird voraussichtlich von Chinese Media Capital übernommen und geführt.

Rückblickend auf seine zwei Jahre bei Aguri sprich Felix da Costa von einer "Achterbahnfahrt", die er jedoch in guter Erinnerung behalten wird: "Das Team hat bei null angefangen und war immer sehr cool zu mir. Dafür möchte ich mich bei den Jungs bedanken. Wir haben es geschafft, hin und wieder mit den großen Teams wie Renault oder Abt zu kämpfen. In London zum letzten Mal im Aguri-Cockpit zu sitzen, wird also etwas Besonderes für mich." Das Finale der Formel E findet am 2. und 3. Juli - ebenfalls zum letzten Mal - im Battersea Park statt.

Kommentar von Timo Pape

So langsam fügen sich die Puzzleteile der neuen Formel-E-Saison zusammen. Der Wechsel von Antonio Felix da Costa zu Andretti scheint vor allem dann sinnvoll, wenn man den Faktor BMW bedenkt. Würde ich zu Andretti wechseln, wenn ich "in jedem Fall" um den Titel kämpfen wollte? Vielleicht. Vielleicht aber auch nicht. Natürlich fahren die US-Amerikaner in diesem Jahr mit angestaubter Technologie und liegen wohl vor allem deshalb nur auf dem siebten Gesamtrang. Und ja, es wird ab nächster Saison einen neuen Antriebsstrang geben, mit dem sich das Blatt wenden könnte. Die Favoritenrollen spielen vor Saison drei trotzdem andere Teams.

Nach unseren Informationen, die allerdings in keiner Weise bestätigt sind, wird BMW ab Herbst zunächst mehr bei Andretti in Erscheinung treten. Ob ein vollständiger Werkseinstieg tatsächlich noch allein vom Autowechsel abhängt, der frühstens in Saison fünf verschwindet, ist fraglich. Vielleicht wird es ja doch schon in der vierten Saison etwas mit einem zweiten deutschen Team? Von Robin Frijns ist Andretti begeistert, wie wir wissen. Ich rechne also ab Herbst mit dem Dreamteam Frijns/Felix da Costa - vielleicht sogar schon mit BMW-Logo auf dem Auto?

Foto: Aguri

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