Formel E

Formel E: Gen4 begeistert frühere F1-Mechaniker & Sprintformat soll Glaubwürdigkeit stärken

Tobias Wirtz

Tobias Wirtz

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Das Gen4-Auto beeindruckt laut Porsche-Gesamtprojektleiter Florian Modlinger selbst Mechaniker mit Formel-1-Erfahrung. Permanenter Allradantrieb, bis zu 600 kW Leistung und deutlich mehr Abtrieb ermöglichen einen gewaltigen Leistungssprung. Das neue Sprintformat soll dieses Potenzial nach Modlingers Einschätzung auch im Rennen deutlicher zeigen und die Glaubwürdigkeit der Formel E stärken.

In der 400. Ausgabe des Podcasts ePod berichtet Modlinger von Mechanikern aus der Fahrzeugentwicklung mit Erfahrung in der Formel 1 oder im LMP1-Sport. Nach dem ersten Gen4-Test seien sie zu ihm gekommen und hätten gesagt: "Florian, das Auto ist der Wahnsinn." Auch von Gänsehaut hätten die Mechaniker berichtet.

Einige dieser Mitarbeiter standen der Formel E laut Modlinger zuvor auch intern kritisch gegenüber. Ihre Begeisterung bestärkt ihn darin, dass das Gen4-Auto auch bislang skeptische Motorsportfans überzeugen könnte. "Der Speed beeindruckt einfach und reißt auch Fans, die eventuell sehr skeptisch der Formel E gegenüber waren, schon mit."

Modlinger: "Am technischen Produkt wird es definitiv nicht scheitern"

Für Modlinger schafft das Gen4-Auto die technischen Voraussetzungen. Damit die Formel E ihr Potenzial ausschöpfen kann, müssen auch die sportlichen und kommerziellen Rahmenbedingungen sowie die Strecken passen. "Drumherum muss das Sportliche passen, das Kommerzielle passen, die Streckenauswahl passen. Es wird auch auf Strecken, wo wir jetzt schon gefahren sind, Änderungen geben müssen, damit es zum Gen4-Fahrzeug passt."

Bei Wochenenden mit zwei Rennen ist künftig am ersten Renntag das auf Performance ausgelegte Sprintrennen "E-Prix Unleashed" von rund 30 Minuten vorgesehen. Am zweiten Renntag sowie bei Veranstaltungen mit nur einem Rennen bleibt das klassische, auf Energiemanagement ausgerichtete "E-Prix"-Format erhalten.

Die Bedeutung der Formatänderung vergleicht Modlinger mit der Einführung des heutigen Qualifying-Systems. "In der Vergangenheit, als wir die Qualifying-Gruppen hatten, gab es sehr viel Gambling, wie die Streckenbedingungen zu welchem Zeitpunkt waren. Das wurde auf ein faires Qualifying-Format umgestellt, das extrem spannend ist, speziell in den Duellen: Fahrer und Fahrzeug operieren wirklich am maximalen Level, um die letzten Tausendstelsekunden rauszuholen."

Sprintformat soll die Glaubwürdigkeit der Formel E stärken

"Dieses Sprintformat wird auch richtig zeigen, was die Fahrzeuge fast flat-out als Kombination Fahrer-Maschine können", erklärt Modlinger. Er sieht darin einen wichtigen Beitrag zur Glaubwürdigkeit der Formel E.

"Es gibt viele Fans, die in der Racing-Welt das konventionelle Racing gewöhnt sind, obwohl es auch in anderen Serien Reifensparen und Spritsparen gibt", gibt er zu bedenken. "Aber das Energiemanagement war immer sehr präsent und dominant in der Formel E, gehört auch zur Formel E. Ich glaube, das ist ein sehr guter Kompromiss, dass man an einem Tag diese DNA und das Energiemanagement beibehält, aber an dem anderen Tag eines Double-Headers klar zeigt, was das Auto in einem normalen Sprintformat fast flat-out kann und unter Beweis stellt."

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