Formel E

Jeff Dodds blickt über Gen4 hinaus: Formel E will mit Gen5 die schnellsten Rennwagen der Welt bauen

Tobias Wirtz

Tobias Wirtz

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Mit dem Gen4-Boliden steht die Formel E vor dem größten Leistungssprung ihrer Geschichte. Doch die Rennserie denkt bereits deutlich weiter: Formel-E-Chef Jeff Dodds will mit Gen5 den leistungsfähigsten Rennwagen aller Motorsportkategorien auf die Strecke bringen. Auch Ex-Champion Lucas di Grassi glaubt, dass die Formel E künftig die schnellsten Rennwagen der Welt hervorbringen könnte.

"Der Schritt von Gen3 zu Gen4 fühlt sich an, als würden wir vom Teenager zum Erwachsenen werden. Es ist ein großer Moment, aber definitiv nicht der letzte Entwicklungsschritt", beschreibt Dodds im Gespräch mit e-Formel.de. "Meine Aufgabe ist es, etwas weiter vorauszudenken und über unsere Ambitionen für 2030 nachzudenken. Dazu gehört auch die Frage, wie wir spätestens mit Gen5 den leistungsfähigsten Rennwagen aller Motorsportkategorien auf die Strecke bringen."

Das Gen4-Auto leistet bis zu 600 kW, verfügt über permanenten Allradantrieb und erreicht bis zu 335 km/h. Doch für Dodds stellt selbst dieser Leistungssprung lediglich eine weitere Entwicklungsstufe dar. Sein Blick richtet sich bereits auf die nächsten Entwicklungsschritte auf dem Weg zu Gen5. "Wie entwickeln sich die Batterien? Wie entwickeln sich die Reifen weiter? Wird es einen aerodynamischen Entwicklungsschritt geben?"

Dodds: "Wir haben technologischen Rückenwind"

Auf die Frage, ob die Formel 1 angesichts der langfristigen Entwicklung der Formel E Angst bekommen müsse, verwies Dodds auf die unterschiedlichen Antriebstechnologien. Während die Formel 1 weiterhin auf einen Verbrennungsmotor als Teil ihres Hybridantriebs setzt, sieht er langfristig Vorteile für batterieelektrische Rennwagen. "Mit der weiteren Entwicklung der Batterien kann batterieelektrische Technologie eine noch stärkere Beschleunigung ermöglichen. Ich glaube, wir haben technologischen Rückenwind", so Dodds.

Di Grassi: Sprung zu Gen5 wird noch größer als bei Gen4

"Ich glaube wirklich, dass der Unterschied zwischen Gen4 und Gen5 noch größer sein wird als der zwischen Gen3 und Gen4. Sowohl die Technologie als auch die Rennserie haben noch enormes Entwicklungspotenzial", erklärt Lucas di Grassi in einer Medienrunde, bei der auch e-Formel.de anwesend war. "Ich freue mich auf eine spannende Zukunft mit Feststoffbatterien und Allradantrieb. Ich halte es sogar für möglich, dass ein elektrischer Formel-E-Rennwagen einmal der schnellste Rennwagen überhaupt wird."

Dass die Formel E hinsichtlich der absoluten Performance derzeit noch nicht an der Spitze des Motorsports steht, hält di Grassi dabei nicht für einen dauerhaften Zustand. "Die Welt wird immer elektrischer werden, nicht umgekehrt", ist er sich sicher. "Natürlich gibt es zwischendurch Schwankungen, aber der Trend ist eindeutig. Die Elektrifizierung schreitet voran und die Rennwagen werden immer schneller."

Nach Ansicht von di Grassi könnte sich damit auch die Wahrnehmung des elektrischen Motorsports grundlegend verändern. "Es wird sehr interessant sein zu sehen, wie die Menschen den Motorsport wahrnehmen, wenn die Elektro-Rennwagen irgendwann die schnellsten überhaupt sind."

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