Formel E

Formel E: Honda-Motorsportchef bestätigt Gespräche mit Agag

Tobias Bluhm

Tobias Bluhm

Audi, Renault, Jaguar, DS, BMW. Die Formel E kann nach nur drei gefahrenen Saisons überaus stolz auf ihr Hersteller-Portfolio sein. Besonders große europäische Marken stürzen sich derzeit regelrecht auf die erste vollelektrische Rennserie der Welt. Kürzlich bestätigten, zusätzlich zu den bereits in der Formel E involvierten Autokonzernen, auch Porsche und Mercedes ihre Teilnahme ab 2019. Doch wo bleiben eigentlich die "großen Fische" aus Japan und den USA?

Kurz gesagt: Sie bleiben vorsichtig. Während 'e-Formel.de' nach wie vor keine Informationen über Gespräche mit US-Marken wie Chevrolet, Ford oder General Motors vorliegen, bestätigte ein japanischer Medienbericht kürzlich, dass die Motorsportabteilung von Honda in der Tat mit der Formel E in Kontakt getreten war.

Das Ergebnis der ersten Verhandlungen sei jedoch ernüchternd ausgefallen: "Ich schaue zwar selbst gern Formel E, aber die Serie ist für Honda im Moment noch nicht interessant", erklärt Hondas Motorsportchef Masashi Yamamoto im Interview mit der japanischen Ausgabe von 'Motorsport.com'. "Wir können aber bestätigen, dass wir tatsächlich überlegt haben, uns ab Saison fünf für den zwölften Team-Slot einzuschreiben. In diesem Zusammenhang haben wir auch schon mit Herrn Agag geredet."

Alejandro Agag ist der Geschäftsführer und Promoter der Formel E. Laut Yamamoto wurden die Formel-E-Pläne, die schon seit mehr als einem Jahr bestehen, jedoch schon zu einem frühen Zeitpunkt während der Gespräche auf Eis gelegt. "Wir wollen unsere Erfahrungen aus dem Motorsport mit unseren Kunden teilen", so der Japaner. "Im Moment denken wir aber nicht, dass die Serie zum Wert unserer Marke beisteuern kann."

Honda möchte volle Kontrolle über Antrieb

Hauptgrund für die Kritik aus der Honda-Führungsetage sei das eng geschnürte Regelwerk der Formel E: "Derzeit wäre es uns nur erlaubt, den Motor und Inverter in eigener Regie herzustellen. In Sachen Batterieentwicklung, ganz klar dem wichtigsten Fahrzeugteil eines Elektroautos, haben wir aber keinerlei Freiheiten."

Während Honda in der Formel 1 volle Kontrolle über den Antriebsstrang hat und neue Rückschlüsse für die Straßenfahrzeuge ziehen kann, würde die Formel E den Japanern nur sehr geringe Informationen zum Ausbau der E-Flotte liefern. "Das Ganze ist momentan etwas kompliziert."

Es wird wohl noch einige Zeit dauern, bis sich japanische Formel-E-Fans über einen Honda-Einstieg freuen dürfen. Das Interesse ist zwar da, jedoch bleiben die Chancen auf einen Einstieg der Japaner - zumindest bis sich das Regelwerk etwas öffnet - sehr gering. Allerdings hat sich Honda in der Formel 1 kürzlich von McLaren getrennt, vielleicht suchen sie demnächst wieder nach einer Alternative. Aber möglicherweise können sich japanische Fans ja auch schon bald über Nissan freuen...

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