Formel E

Formel E im TV: Mäßige Reichweiten, aber starke Marktanteile für Hongkong & Sanya

Timo Pape

Timo Pape

Der Fernsehsender Eurosport hat den Asien-Abschnitt des Formel-E-Rennkalenders mit erwartbaren Ergebnissen abgeschlossen. Bei den beiden Rennen in Hongkong (10. März, 8 Uhr MEZ) und Sanya (23. März, 9 Uhr MEZ) schalteten am frühen Morgen in Deutschland im Durchschnitt weniger als 100.000 Zuschauer ein. Mit Blick auf den Marktanteil konnten sich beide E-Prix aber durchaus sehen lassen. Insgesamt bleibt die Bilanz im Vergleich zur Vorsaison positiv.

Der Sanya E-Prix vor etwas mehr als einer Woche erreichte 1,1 Prozent aller deutschen TV-Zuschauer - der sechstbeste Wert in 4,5 Jahren. In der von Eurosport definierten Kernzielgruppe (männlich, 20-59 Jahre) lag der Marktanteil bei 2,3 Prozent. Hier war es sogar der viertbeste Wert der Geschichte. Allein das Auftaktrennen in Diriyya war in dieser Saison minimal stärker. Auch der Hongkong E-Prix performte mit Marktanteilen von 0,9 beziehungsweise 1,1 Prozent in der Zielgruppe recht gut.

Die absoluten Zuschauerzahlen konnten da nicht ganz mithalten. Bedingt durch die frühe Sendezeit sahen die Übertragung aus Sanya im Durchschnitt nur 67.000 Menschen - der bisherige Tiefpunkt der Saison. In Hongkong waren es immerhin noch 83.000. Bei den Spitzenwerten bewegte sich Sanya mit 104.000 auf dem Niveau von Santiago de Chile und Mexiko-Stadt, wo spät abends (zu deutscher Zeit) gefahren wurde. Der Hongkong E-Prix erreichte mit 123.000 Zuschauern einen respektablen Wert.

"In Sanya zogen die Marktanteile mit 2,3 Prozent in der Kernzielgruppe gegenüber Hongkong nochmals an", erklärt ein Eurosport-Sprecher gegenüber 'e-Formel.de'. "In der Männerzielgruppe (männlich, ab 14 Jahren) war es gar der Saisonbestwert (2,2 Prozent). In der Spitze waren es trotz der sehr frühen Übertragungszeit über 100.000 Zuschauer." Zudem verglich Eurosport den Live-Schnitt nach den ersten sechs Rennen mit der Vorsaison: "Die Formel E verzeichnete hierbei ein Plus von 18 Prozent. Der Marktanteil in der Kernzielgruppe stieg von 0,8 auf 1,1 Prozent."

In ganz Europa darf sich Discovery, der Medienkonzern, dem auch Eurosport angehört, über noch bessere Werte und Wachstum freuen: "Im Network erreichten die sechs Live-Rennen bislang eine Durchschnittsreichweite von knapp 400.000 Zuschauern - hier liegt das Plus gar bei 33 Prozent verglichen mit den Rennen 1 bis 6 der Vorsaison."

ARD hält sich bedeckt

Wie der Live-Stream der ARD zum Hongkong E-Prix ankam, ist nicht bekannt. Auf wiederholte Anfrage unsererseits bekamen wir schließlich die knappe Antwort: "Abrufzahlen von Live-Streams veröffentlichen wir nicht." Wir hätten die Werte gern mit den Stream-Aufrufen des ZDF verglichen, doch leider ist die ARD hier weniger transparent. Für den zweiten Live-Stream zum Sanya E-Prix erübrigte sich die Anfrage, denn die angekündigte Übertragung auf sportschau.de blieb schlichtweg aus. Fans schauten "in die Röhre" und äußerten sich in den sozialen Medien entsprechend negativ.

Bei den kommenden Europa-Rennen ist eine Steigerung der Zuschauerzahlen wahrscheinlich, denn die Startzeiten der Übertragungen - in der Regel beginnen die E-Prix samstags um 16 Uhr - sind deutlich zuschauerfreundlicher für Mitteleuropäer als zuletzt in Südamerika und Fernost. Der Rom E-Prix am 13. April wird zudem das erste Formel-E-Rennen überhaupt, das das ZDF im Free-TV überträgt. Wir sind bereits sehr auf die Einschaltquoten gespannt.

Die Einschaltquoten der Formel E bei Eurosport seit 2015

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