Formel E

Formel E in Berlin: Nyck de Vries siegt am Sonntag, Mercedes-Antriebe dominieren

Timo Pape

Timo Pape

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Nyck de Vries hat das Sonntagsrennen der Formel E in Berlin-Tempelhof gewonnen. Der amtierende Champion ging frühzeitig in Führung und spulte das Rennen anschließend souverän ab. Edo Mortara wurde Zweiter vor dem zweiten Mercedes-Werkspiloten Stoffel Vandoorne. Bester Deutscher war Andre Lotterer auf dem achten Platz.

Nyck de Vries erwischte einen Raketenstart und zog von Platz 3 auf der Innenbahn sowohl an Robin Frijns als auch an Pole-Sitter Edo Mortara vorbei - die frühe Führung für den amtierenden Formel-E-Meister im Mercedes. Auch dahinter ging es eng zu, doch die Reihenfolge blieb weitgehend bestehen. Andre Lotterer beendete die erste Runde demnach als Vierter vor Lucas di Grassi und Antonio Felix da Costa. Dahinter fuhr Stoffel Vandoorne, der kurz nach dem Start einen Kontakt einstecken musste.

Die ersten fünf Minuten verliefen gesittet. Die Spitzengruppe blieb sehr dicht beisammen - bis Platz 6 lagen alle Fahrer innerhalb von drei Sekunden. Sergio Sette Camara holte als Erster seinen Attack-Mode. Jeder Fahrer durfte am Sonntag nur einmal für acht Minuten die Zusatzleistung von 30 kW aktivieren. Die meisten Piloten hielten sich daher erst einmal zurück. In Kurve 7 griff Mitch Evans seinen WM-Rivalen Jean-Eric Vergne an, der sich verbremst hatte, und entriss ihm Platz 8. Auch Oliver Rowland ging an ihm vorbei.

Nach zehn Minuten holte sich der führende de Vries seinen Attack-Mode, ebenso wie Felix da Costa und Vandoorne. Eine Runde später reagierten auch Lotterer und Frijns. Der Niederländer verpasste jedoch die Aktivierungsstreifen in der Attack-Zone und verlor somit wichtige Sekunden. Neben ihm waren zu diesem Zeitpunkt nur noch Mortara und sein Teamkollege Lucas di Grassi ohne Attack-Mode. Die Piloten mit Zusatzleistung machten indes Positionen gut: Vandoorne gegen Frijns und di Grassi, Felix da Costa gegen Mortara.

Mercedes-Antriebe marschieren durchs Feld

Nach einer Viertelstunde Rennzeit fuhren auch di Grassi und Frijns durch die Attack-Zone - diesmal erfolgreich. Eine Runde später folgte auch Mortara und setzte nun zum achtminütigen Angriff auf die Spitze an. Am Ende des Feldes kam es zum Kontakt zwischen Sebastien Buemi und Oliver Turvey, die allerdings beide weiterfahren konnten. Auch Vergne holte sich spät seinen Attack-Mode, um die verlorenen Positionen wiedergutzumachen. Alles Strategie, so die Aussage von DS Techeetah während des Rennens.

Am Ende der Start-/Zielgeraden überholte Vandoorne Lotterer für Platz 3. Beide waren inzwischen wieder mit der Standardleistung von 220 kW unterwegs. Der Porsche-Fahrer musste wenig später auch Mortara, di Grassi und Frijns ziehen lassen - allesamt im Attack-Mode. Di Grassi überholte zudem Vandoorne, Mortara seinerseits Felix da Costa. Mit knapp zwei verbleibenden Attack-Mode-Minuten nahm er die Verfolgung von de Vries auf, der an der Spitze rund 2,5 Sekunden Vorsprung hatte. Frijns holte sich derweil Platz 4 von Felix da Costa zurück.

Mortara konnte seinen Rückstand auf 1,8 Sekunden verkürzen, dann liefen seine acht Minuten ab. Dennoch gute Zwischenbilanz für Venturi: Mortara und di Grassi fuhren gegen Rennhalbzeit auf den Plätzen 2 und 3. Dann zündete Felix da Costa seinen FANBOOST und überholte Frijns in Kurve 6. Der Envision-Pilot verlor einen weiteren Platz gegen Vandoorne. Etwas später schnappte sich der Belgier auch noch Felix da Costa für Rang 4. Die Mercedes-Fahrzeuge bewiesen wie schon am Vortag eine starke Rennpace. Lotterer hatte  seinerseits keine Chance gegen einen Angriff von Oliver Rowland, der ihm Platz 7 abnahm.

Silber am Sonntag Gold

Vom Energieniveau her waren rund zehn Minuten vor dem Ende fast alle Top-10-Fahrer auf einem sehr ähnlichen Level unterwegs. Allein Frijns hatte zu diesem Zeitpunkt noch ein Prozent mehr Strom im Akku. Auch de Vries, Mortara, di Grassi und Vandoorne hatten einen kleinen Vorteil - die vier Mercedes-Fahrzeuge eben. Ein starkes Rennen zeigte bis dahin Rowland, der inzwischen auch Frijns überholt hatte und nun Jagd auf den Fünftplatzierten, Felix da Costa, machte. Schließlich schaffte er es sehenswert außen vorbei. Vergne überholte Evans mit FANBOOST und übernahm Rang 9 vom Jaguar-Mann.

An der Spitze des Feldes führte de Vries mit einem bequemen Polster von mehr als zwei Sekunden. Di Grassi folgte weitere drei Sekunden hinter seinem Teamkollegen Mortara, der zudem mehr Energie übrig hatte als der Brasilianer. Di Grassi musste sich vielmehr nach hinten orientieren und verteidigte sich bereits mit allen Mitteln gegen Vandoorne. In Kurve 5 überraschte der Belgier jedoch mit einem späten Angriff und rückte somit auf einen Podiumsplatz vor. Felix da Costa schnappte sich indes Rowland, der auch Frijns passieren lassen musste.

In der letzten Runde attackierte Frijns Felix da Costa mit einem Energievorteil. Auf der Gegengeraden kam es zum Angriff und zum Kontakt! Felix da Costa konnte sein Auto gerade noch abfangen und musste sich mit Rang 6 zufriedengeben. An der Spitze passierte hingegen nichts mehr: Nyck de Vries brachte seinen zweiten Saisonsieg souverän ins Ziel. Mortara wurde Zweiter vor Vandoorne und di Grassi - alle vier "Silberpfeile" auf den ersten vier Plätzen!

Vandoorne & Mercedes auf Titelkurs

In der Fahrer-WM der Formel-E-Saison 2022 liegt weiterhin Stoffel Vandoorne an der Spitze. Edo Mortara verbesserte sich auf den zweiten Platz vor Jean-Eric Vergne. Die Top 5 komplettieren Mitch Evans und Robin Frijns. Nyck de Vries machte einen Satz auf den sechsten Gesamtrang.

In der Teamwertung hat Mercedes-EQ nun 28 Punkte Vorsprung auf ROKiT Venturi Racing - das Mercedes-Kundenteam ist nach dem Berlin E-Prix Zweiter. DS Techeetah folgt auf Rang 3 vor Jaguar, Porsche ist nach wie vor Fünfter. Das nächste Formel-E-Rennen der achten Saison steht am 4. Juni in Jakarta (Indonesien) auf dem Programm.

Ergebnisse & Zeiten

Gesamtwertung (Fahrer & Teams)

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