Formel E

Formel E in Diriyya: Edo Mortara nach schwerem Trainingsunfall "bei Bewusstsein" & im Krankenhaus

Tobias Bluhm

Tobias Bluhm

Edo-Mortara-Venturi-Crash-Saudi-Arabia

Edoardo Mortara ist nach einem schweren Unfall im 3. Freien Training zum Diriyya E-Prix zur medizinischem Untersuchung im Krankenhaus. Der Venturi-Pilot krachte nach einer Startübung auf dem Rennkurs in Saudi-Arabien mit hoher Geschwindigkeit (ca. 140 km/h) frontal in die TecPro-Barriere von Kurve 18. Über den Kurznachrichtendienst Twitter gab sein Team inzwischen eine erste Entwarnung: Mortara sei wohlauf und habe mit dem Medizin-Team der Formel E kommunizieren können.

Der Unfall des Schweizers ereignete sich unmittelbar nach dem Ende des 3. Freien Trainings. Zuvor hatte Mortara auf der längsten Gerade der Strecke einen Rennstart geübt, um sein Fahrzeug für den E-Prix (Rennstart: 18 Uhr) zu konfigurieren. Erste Anzeichen legen den Verdacht nahe, dass das Fahrzeug des Venturi-Piloten nicht wie geplant verzögerte. Offizielle Details zur Unfallursache liegen derzeit aber noch nicht vor. Teamchefin Susie Wolff erklärte jedoch bei Sat.1, dass das Bremsproblem nur am Auto mit der Startnummer 48 bestand.

Mortara wurde unmittelbar nach dem Crash aus dem Fahrzeug befreit und ins örtliche Krankenhaus transportiert, wo er nun medizinisch untersucht wird. Über Twitter teilte sein Team mit, dass Mortara ansprechbar sei und könne alle Gliedmaßen bewegen könne. "Niemand will so ein Session-Ende sehen", heißt es in einem kurzen Team-Statement weiter. "Aber wichtig ist nur, dass Edo sicher ist."

Mortara klagte über Schmerzen im Rücken, Rennstart fraglich

Wie Susie Wolff erklärt, habe Mortara kurz nach dem Einschlag über starke Schmerzen im Rücken geklagt. "Aber er scheint okay zu sein", so die Venturi-Teamchefin. Am Qualifying um 14 Uhr wird Mortara definitiv nicht teilnehmen. Ein Rennstart um 18 Uhr ist theoretisch noch möglich. "Sollte er bereit sein zu fahren, wäre sein Auto bereit. Aber wir müssen abwarten, wie es ihm geht", so Wolff, die bislang nicht mit ihrem Fahrer gesprochen habe.

Zwar hat Venturi mit Jake Hughes einen Ersatzfahrer an der Strecke. Der Brite würde aber nicht anstelle von Mortara am Rennen teilnehmen können, erklärt Wolff: "Um das Rennen zu bestreiten, muss ein Fahrer an mindestens einer Trainingssession teilgenommen haben. Das hat Jake nicht."

Erinnerungen an Abt-Unfall 2020

Der Unfall bei der Startübung erinnert stark an einen Crash von Daniel Abt, der im Freien Training zum Mexiko City E-Prix 2020 ebenfalls frontal in eine Betonmauer einschlug. Auch Abt wurde damals zum Medizin-Check ins Krankenhaus transportiert, da der im Fahrzeug montierte g-Kräfte-Sensor einen kritischen Wert von über 20g meldete.

"Das sah aus wie mein Unfall in Mexiko", findet der ehemalige Audi-Fahrer. Über Twitter stellt er eine Forderung an den internationalen Automobil-Dachverband: "Ich hoffe, ihm geht es gut. Die FIA muss sicherstellen, dass Formel-E-Autos nicht von allein beschleunigen. Das ist super gefährlich."

UPDATE 15:20 UHR: Qualifying-Sperre für alle Mercedes-Fahrzeuge

Die Rennleitung reagierte unmittelbar vor dem Qualifying auf Mortaras Unfall und sprach ein "Qualifying-Verbot" für alle Fahrzeuge aus, die mit Mercedes-Motoren angetrieben werden. Grund war die geringe Zeit zwischen dem Training und der Qualifikation, in der die Unfallursache nicht abschließend erörtert werden konnte.

"Um das Risiko eines ähnlichen Unfalls zu umgehen, hat die FIA eine umfangreiche Analyse vom Team und dem Hersteller angefordert", erläutert die FIA in einem Statement. "Beide (Parteien) arbeiten in enger Kollaboration mit dem Technik-Team der FIA. Bis eine Lösung des Problems identifiziert und das Problem behoben wird, erhalten die Fahrzeuge von Venturi und Mercedes keine Erlaubnis, um auf die Strecke zu fahren."

Weder Mortaras Teamkollege Norman Nato noch die zwei Mercedes-Werkspiloten Nyck de Vries und Stoffel Vandoorne konnten somit am Zeitfahren um die Startpositionen teilnehmen. "Die FIA hat zusätzliche Details zum Fahrzeug angefordert und deshalb entschieden, unsere Autos für diese Zeit in der Garage zu halten", erklärt auch Mercedes-Teamchef Ian James. "Wir untersuchen diese Angelegenheit mit Hochdruck um den Auslöser zu verstehen und Lösungen zu finden."

Erste Anzeichen deuten auf ein Softwareproblem von Mercedes' Brake-by-Wire-System hin, durch das Mortaras Fahrzeug nicht verlangsamte. So erläutern die FIA-Stewards ihre Entscheidung der Qualifying-Sperre damit, dass "die Bremsanlage den vorderen Bremsdruck verloren hat. Der Drucksensor meldete (den Wert) "null". Beide Bremspedalwegsensoren zeigten hingegen an, dass das Bremspedal vom Fahrer voll durchgetreten wurde."

zusätzliche Berichterstattung durch Timo Pape

Formel E: Der Crash von Edo Mortara in Saudi-Arabien im Video

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2 Kommentare

Butcher ·

Sensorfehler kann dass dich nicht sein. Wenn Edo den Rekuhebel zieht was er denke ich gemacht hat müsste der Anler geworfen werden. Das ist meiner Meinung nach ein Softwarefehler in der Fahrzeugsteuerung oder eine Fehlbedatung welche einen Reset ausgelöst hat. Alles andere macht keinen Sinn

Tobias Wirtz ·

Hallo Butcher, es war in der Tat ein Softwarefehler. Wir haben hier eine Statement von Mercedes veröffentlicht: https://e-formel.de/nachrichten/formel-e-news/formel-e-news-detail/formel-e-mercedes-erhaelt-starterlaubnis-und-erklaert-mortara-unfallursache-75790.html

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