Formel E

Formel E in Diriyya: Sam Bird setzt Rekordserie fort, Jaguar übernimmt Führung in der Team-WM

Tobias Bluhm

Tobias Bluhm

Jaguar-Celebrates-Victory-in-Saudi-Arabia

Seit 2014 ist Sam Bird nicht aus dem Fahrerlager der Formel E wegzudenken. Nach sechs Jahren im Dienst von Virgin Racing wechselte der Brite vor der Saison 2021 zu Jaguar. Was anfänglich wie ein gewagter Schritt schien, zahlte sich bereits im zweiten Rennen der neuen Saison aus: In Diriyya holte sich Bird seinen ersten Sieg mit der "Raubkatze" - und führt damit eine einmalige Rekordserie fort.

Bird ist dank seines Diriyya-Siegs weiterhin der einzige Fahrer in der Geschichte der Formel E, der in jeder Saison ein Rennen der Elektroserie gewinnen konnte. Entsprechend groß war die Freude des 34-Jährigen nach dem Rennen: "Ich bin im Moment unglaublich glücklich. Jaguar hat mich mit offenen Armen begrüßt, mich in die Familie aufgenommen und mir neue Dinge beigebracht."

Seinen Erfolg widmet Bird seinem neuen Arbeitgeber: "Wir haben während der Vorsaison wirklich hart gearbeitet, und obwohl es einige Herausforderungen gab, haben wir uns dieses Ergebnis verdient. Dieser Sieg ist für alle - nicht nur für die Mechaniker in Diriyya, sondern auch für das Team in der Fabrik und alle bei Jaguar, die unermüdlich an diesem Projekt gearbeitet haben."

Bird setzt sich am Ende durch

Das zweite Rennen des Diriyya E-Prix war geprägt von abweichenden Attack-Mode-Strategien und zahlreichen Führungswechseln. Bereits zu Rennbeginn konnte Bird von der sauberen Seite der Startgeraden profitieren und in Kurve 1 den Brasilianer Sergio Sette Camara (Dragon) überholen. Anschließend setzte er den Pole-Sitter Robin Frijns unter Druck - ausgerechnet seinen ehemaligen Virgin-Teamkollegen.

"Ich habe den größten Respekt für Robin", sagt Bird auf Anfrage von 'e-Formel.de' in der Pressekonferenz nach dem Rennen. "Er ist ein Weltklasse-Fahrer. Wir hatten in den letzten zwei Jahren eine gute Zeit als Teamkollegen, weshalb das Duell gegen ihn umso mehr Spaß gemacht hat. Wir haben viel Respekt füreinander, das war richtig gut!" Trotz harter Zweikämpfe, die sich über die gesamte Renndistanz ziehen sollten, gingen beide Piloten stets fair miteinander um. Am Ende setzte sich Bird durch.

Kein guter Tag für Mitch Evans

Birds Teamkollege Mitch Evans konnte am Samstag hingegen keine Punkte sammeln. Nach einem schlechten Qualifying-Ergebnis (Startplatz 18) konnte der Neuseeländer nur Schadensbegrenzung betreiben. "Ich wollte mich durch das Feld arbeiten, habe aber schon beim Start einige Plätze verloren", analysiert er. "Obwohl das enttäuschend ist, hatten wir als Team ein tolles Wochenende. Wir haben auf beiden Seiten der Garage wichtige Punkte geholt, werden viel aus diesem Wochenende mitnehmen und hoffentlich in Rom einen Schritt nach vorn machen können."

In der Schlussphase des Rennens kollidierte Evans mit Alex Lynn. Der Mahindra-Pilot stieg dabei am Hinterrad von Evans auf, überschlug sich und rutschte anschließend auf seinem Überrollbügel ans Ende der Auslaufzone von Kurve 18. In einem Video, das nach dem Rennen auf Twitter kursierte, ist zu erkennen, wie Evans anschließend als erster Fahrer an der Unfallstelle ankam und aus seinem Fahrzeug steigt, um sich nach Lynns Zustand zu erkundigen.

Jaguar übernimmt Führung in Formel-E-WM

Dank zwei Podiumsplätzen in den ersten zwei Meisterschaftsrennen verlässt Jaguar Racing Saudi-Arabien auf Platz 1 der Teamwertung. Bereits jetzt scheint sich im "ganz normalen Wahnsinn der Formel E" auszuzahlen, mit Bird einen zweiten Topfahrer neben Evans verpflichtet zu haben. Auch die e-Formel.de Redaktion bewertete die Fahrerpaarung als eine der stärksten im Feld.

"Das ist ein echter Beweis für die harte Arbeit und das Talent des Teams, das gemeinsam an allen Aspekten der Leistung gearbeitet hat", freut sich Jaguars Teamchef James Barclay. "Es ist großartig, Saudi-Arabien als Tabellenführer zu verlassen. Wir werden hart daran arbeiten, dieses Momentum mit nach Rom zu nehmen."

Das nächste Formel-E-Rennen findet am 10. April statt, wenn die Formel E auf dem Circuito Cittadino dell'EUR in Rom gastiert. Erstmals seit 2018 soll das Event in der italienischen Hauptstadt auf einer neuen Streckenführung stattfinden, die rund 500 Meter länger als die in den vergangenen Saisons genutzte Version ist. Gute Erinnerungen an Rom hat Jaguar allemal: 2019 holte Mitch Evans dort den ersten Formel-E-Sieg für die Briten.

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