Formel E

Formel E in Indien: Schwerer Wehrlein-Unfall nach Problem bei Porsche, Buemi gewinnt 1. Training

Timo Pape

Timo Pape

Accident-Pascal-Wehrlein-Hyderabad-India

Sebastien Buemi war beim 1. Freien Training der Formel E in Hyderabad der Schnellste. Das Thema war jedoch ein schwerer Unfall von Pascal Wehrlein. Der deutsche WM-Führende stieg trotz hartem Einschlag in der Mauer unverletzt aus. In der Folge blieben jedoch alle anderen drei Porsche-Fahrzeuge in ihren Garagen, weil das Problem einen Software-Hintergrund hatte. Das turbulente Training hatte mit einer 45-minütigen Verspätung begonnen.

Das einzige Freie Training am Freitag begann mit einer erheblichen Verspätung von 45 Minuten. Die Ursache dafür wurde von der Formel E nicht kommuniziert, selbst die Teams waren ahnungslos. Die Serie sendete lediglich einen Tweet mit der Aussage: "Wegen höherer Gewalt wurde das FP1 auf 16:45 Uhr Ortszeit verschoben." Nissan vermeldete etwas später, dass wohl in Kurve 18 Teile auf der Strecke gelegen hätten. Zwei weitere Male funkte Rennleiter Scot Elkins an alle Teams, dass die Session jeweils um 15 Minuten verschoben werden müsse - letztlich bis auf 17:15 Uhr Ortszeit (12:45 MEZ).

Dann ging es endlich los: Bei strahlendem Sonnenschein fuhren die Piloten schließlich auf den staubigen neuen Straßenkurs. Genau genommen hatten die Teams bereits zuvor eine halbe Stunde zum Trainieren gehabt, denn die Formel E hatte ausnahmsweise verschiedene Änderungen beim Shakedown bekannt gegeben, um die LEDs am neuen Gen3-Auto zu testen.

Schon nach zweieinhalb Minuten die nächste Unterbrechung - und der Schock für Porsche: WM-Spitzenreiter Pascal Wehrlein drehte sich in Kurve 18 mehrfach und schlug mit der Flanke hart in die Streckenbegrenzung ein. Wehrlein konnte nach wenigen Minuten aus eigener Kraft aussteigen, musste sich aber einem Medizincheck unterziehen. Sein Auto hingegen hatte schweren Schaden genommen. Die  Rennleitung ließ sofort rote Flaggen schwenken. Nachdem Wehrlein aus dem Auto war, begannen die Streckenposten mit den Aufräumarbeiten.

"Das Gaspedal ist hängen geblieben", funkte Wehrlein noch im Auto. Was genau die Unfallursache war, bleibt abzuwarten. Von einem Fahrfehler Wehrleins wird nicht ausgegangen, denn tatsächlich verlangsamte der Porsche nicht sichtbar und krachte mit hoher Geschwindigkeit in die Mauer. Porsche hat vor dem 2. Freien Training eine Menge Arbeit mit den Reparaturen am Porsche 99X Electric vor sich.

Alle Porsche-Fahrzeuge von Fehler betroffen

Als es mit dem Freien Training weiterging, ließ die Rennleitung zunächst wie gewohnt Full-Course-Yellow testen. Zu diesem Zeitpunkt waren bereits nur noch knapp 20 Minuten auf der Uhr. Erst zur Sessionhalbzeit erschienen somit die ersten seriösen Rundenzeiten auf dem Zeitenmonitor. Früh vorn: die vier Jaguar-Fahrzeuge, Jake Hughes und Dan Ticktum. Alle Porsche-Autos blieben hingegen in der Box - eine Vorsichtsmaßnahme nach dem Wehrlein-Unfall!

Jake Dennis im Kunden-Porsche von Andretti erreichte der Funkspruch: "Das betrifft alle Porsche-Fahrzeuge. Pascals Problem war ein klemmendes Pedal." Später erklärte ihm Andretti außerdem, das Problem hänge mit den LEDs zusammen. Bei der CAN-Verknüpfung sei etwas schiefgelaufen, das das Auto mutmaßlich in einen "powertrain failure mode" im Heckmotor versetzt habe. Der CAN-Bus ist eine zentrale Steuerleitung, die diverse elektronische Funktionen regelt und diverse Steuergeräte miteinander verbindet. Wehrlein hätte demnach keinerlei Bremswirkung über die hintere Achse gehabt.

Rene Rast zeigte indes einen wilden Drift in Kurve 3, war nach 20 Minuten aber trotzdem der schnellste Mann in Hyderabad. Edo Mortara krachte beim Anbremsen ins Heck von Dan Ticktum und nahm leichten Schaden an der Front. Teamkollege Max Günther musste in der Schikane abkürzen, konnte seinen Maserati aber abfangen - viel los in Indien! In den letzten Minuten fielen die Zeiten weiter. Mortara setzte die erste 1:15er-Runde und schob sich vor Nick Cassidy, Hughes und Nico Müller.

Buemis Bestzeit auf der "letzten Rille"

In den letzten fünf Minuten trumpften zunächst wieder die Jaguar-Fahrzeuge auf. Sam Bird führte vor Sebastien Buemi und Mitch Evans. Dahinter reihten sich die beiden DS-Fahrer Stoffel Vandoorne und Jean-Eric Vergne ein. Während einige Piloten mit den Track-Limits zu kämpfen hatten und vor allem in der schnellen Schikane häufig abkürzen mussten, setzte Sergio Sette Camara im Nio 333 eine neue Bestzeit.

Quasi mit Ablauf der Zeit verbesserte sich Bird noch auf Rang 2, gefolgt von Lucas di Grassi beim Heimspiel seines Mahindra-Teams. Danach schaffte es jedoch noch Sebastien Buemi, die Zeit von Sette Camara zu unterbieten (1:15.088 Minuten). Im letzten Moment sicherte sich der Schweizer somit den Sessionsieg. Vandoorne wurde noch Zweiter vor Sette Camara, Bird und Evans.

Das 2. Freie Training beginnt in der Nacht von Freitag auf Samstag um 3:40 Uhr deutscher Zeit. Wer noch oder schon wieder wach ist, kann die Session bei e-Formel.de im Livestream sowie in unserem Hankook Formel E Liveticker verfolgen.

Ergebnisse & Zeiten

Gesamtwertung (Fahrer & Teams)

Zurück

3 Kommentare

Alex ·

Ist die "Notbremse" hinten eigentlich mittlerweile eingebaut?

Timo ·

Ja, sie wurde vor dem Diriyya E-Prix schon verbaut.

Alex ·

Ok, die scheint aber ja nicht besonders gut zu funktionieren. OK, Bei wehrleins Unfall hätte die bremse jetzt auch nichts mehr machen können, aber bei dem Abt cupra Unfall im shakedown sah das schon sehr danach aus, als ob die Hinterachse Mal wieder nichts getan hat beim Bremsen

Einen Kommentar schreiben

Bitte rechnen Sie 7 plus 5.
Advertisement