Formel E

Formel E in London: Müller & Evans nach starkem Start vom Full-Course-Yellow ausgebremst

Jasmin Fromm

Jasmin Fromm

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Nico Müller und Mitch Evans waren beim Formel-E-Rennen in London auf Kurs zu einem Top-Ergebnis, doch eine Full-Course-Yellow-Phase zum denkbar ungünstigsten Zeitpunkt stellte ihr Rennen auf den Kopf. Beide hatten ihren Pit-Boost-Stopp bereits absolviert, während zahlreiche Konkurrenten von der Neutralisierung profitierten. Evans rettete als Achter noch vier WM-Punkte, Müller ging trotz Startplatz zwei als Elfter leer aus. Im Gespräch mit e-Formel.de erklären beide Fahrer, warum sie sich strategisch nichts vorzuwerfen haben und wie die Neutralisierungen ihre aussichtsreichen Rennen zerstörten.

Müller startete von Platz zwei, Evans unmittelbar dahinter von Position drei. Der Jaguar-Pilot war dabei von vier Porsche-angetriebenen Fahrzeugen umgeben: zwei Werks-Porsche vor ihm und zwei Kunden-Porsche hinter ihm. Besonders Müller verteidigte seine Position energisch gegen den Neuseeländer.

"Natürlich wussten wir, dass Porsche im Rennen Spiele spielen würde", sagt Evans im Gespräch mit e-Formel.de. "In welchem Ausmaß? Das wussten wir erst, als das Rennen losging. Und es war vielleicht etwas mehr, als wir erwartet hatten. Ich würde sagen, er hat einfach nur alles getan, um sicherzustellen, dass ich nicht vorbeikomme."

Full-Course-Yellow nach frühem Pit-Boost stellt das Rennen auf den Kopf

Müller und Evans absolvierten ihren Pit-Boost-Stopp früh und aktivierten anschließend ihren Attack-Mode. Kurz darauf blieb Lucas di Grassi stehen und löste eine Full-Course-Yellow-Phase aus. Für beide kam die Neutralisierung zum denkbar schlechtesten Zeitpunkt. Pascal Wehrlein, Dan Ticktum, Antonio Felix da Costa, Jake Dennis, Sebastien Buemi, Edoardo Mortara und Taylor Barnard hatten noch nicht gestoppt und konnten ihren Pit-Boost während der Neutralisierung absolvieren. Dadurch gewannen sie entscheidend Zeit.

"Danach war es schon vorbei", so Evans. "Als ich gesehen hatte, wo Lucas' Auto stand, war mir klar, dass es eine Weile dauern würde. Diese Strecke in London scheint mich nicht besonders zu mögen. Wenn man früh an die Box fährt, besteht natürlich immer das Risiko, dass ein Safety-Car oder eine Full-Course-Yellow unsere Strategie zunichte macht", erklärt Evans. "Das ist bislang noch nie passiert, aber heute ist es leider das erste Mal, und wir sind auf der Verliererseite."

Müller: "Wir hatten keine Chance"

Auch Müller sah keinen entscheidenden Fehler bei sich oder seinem Team. "Ich kann nicht an eine Situation denken, wo wir irgendetwas falsch gemacht hätten", sagt der Porsche-Pilot im Gespräch mit e-Formel.de. "Pech mit den Unterbrechungen während der Pit-Boost-Phase hat uns auf Platz acht zurückgespült. Alle, die noch nicht gestoppt hatten, haben so viel Zeit gewonnen. Wir hatten keine Chance."

"Die Rennunterbrechung während unseres Attack-Modes hat nicht geholfen", so Müller weiter. "Und am Ende hatten ein paar Kollegen irgendwie noch das Gefühl, sie müssen sich ein bisschen hier in das Ganze einmischen. Das hat mir dann am Ende noch Platz neun gekostet."

Nick Cassidy und Oliver Rowland konnten Müller in der Schlussphase noch passieren. Der Schweizer fiel dadurch auf Platz elf zurück und blieb ohne Punkte.

Evans bleibt im WM-Rennen

Evans konnte den Schaden als Achter zumindest begrenzen und noch vier WM-Punkte sammeln. Damit besitzt er vor dem Saisonfinale am Sonntag weiterhin eine rechnerische Chance auf den Fahrer-Weltmeistertitel. "Wir werden unser Bestes geben", sagt Evans. "Wir werden uns gut qualifizieren, hoffentlich die Pole-Position holen, ein paar Punkte sammeln und dann sehen, was im Rennen passiert."

Das Saisonfinale der Formel-E-Weltmeisterschaft startet am Sonntag um 15:05 Uhr Ortszeit (16:05 Uhr MESZ).

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