Formel E

Formel E in London: Prost siegt, di Grassi bleibt vor Buemi

Timo Pape

Timo Pape

Nicolas Prost hat einen spektakulären ersten London ePrix 2016 gewonnen. Letztlich ungefährdet verwies der e.dams-Pilot Bruno Senna im Mahindra mit fünf Sekunden Abstand auf Rang zwei. Dritter wurde Jean-Eric Vergne (Virgin). Während es an der Spitze relativ ruhig zuging, war dahinter jede Menge los. Lucas di Grassi verteidigte Platz vier bis zum Ende gegen seinen Titelrivalen Sebastien Buemi. Damit geht der ABT-Pilot mit drei Punkten Vorsprung ins Finale am Sonntag.

Beim Start ging Sam Bird an Daniel Abt vorbei. Di Grassi (Startplatz zehn) und Buemi (13) gewannen jeweils eine Position. Ansonsten gab es kaum Veränderungen. Dann begann direkt die erwartete Aufholjagd der beiden Topfahrer. Sowohl di Grassi als auch Buemi zeigten ansprechende Überholmanöver und arbeiteten sich vor.

Dann der Abt-Faktor: Als di Grassi hinter seinem Teamkollegen Daniel Abt ankam, ließ dieser ihn, ohne zu zögern, vorbei. Nicht so bei Buemi. Der Schweizer biss sich rundenlang die Zähne am Deutschen aus, der sich nach Kräften wehrte. Nach einem besonders harten Abwehrmanöver erhielt Abt sogar eine Verwarnung durch die Rennleitung, weil er zu oft die Spur gewechselt hatte.

Di Grassi konnte die Schützenhilfe seines Teamkollegen jedoch nicht ausnutzen, um sich abzusetzen, weil sich vor ihm die beiden Virgin von Sam Bird und Vergne breit machten. Generell war das Hauptfeld sehr eng beisammen, weil Turvey auf Platz drei alle aufhielt. Die Profiteure: Prost und Senna an der Spitze. Kurz darauf wurden die drei FanBoost-Gewinner verkündet: Buemi, di Grassi und Heidfeld. Am Ende sollte kein FanBoost zu einem Überholmanöver führen.

Während sich Buemi an Abt abkämpfte und fast mit ihm kollidierte, ging di Grassi an Bird vorbei und machte anschließend Jagd auf Vergne. Kurz vor dem Boxenstopp fand Buemi endlich einen Weg vorbei an Abt. Beim Fahrzeugwechsel gab es kaum relevante Veränderungen. Lediglich Vergne überholte Frijns, der wenig später auch von di Grassi und Buemi kassiert wurde.

Unfall von Daniel Abt

Dann kam es zum größten Unfall des Rennens. Abt fuhr beim Überholversuch neben Frijns, beide berührten sich. Der Bolide des Deutschen rutsche dadurch gegen die linke Streckenbegrenzung, prallte quer über die Strecke zurück und traf Frijns. Beide fielen aus. Es folgte eine Safety-Car-Phase, die das Feld wieder zusammentrieb.

In Runde 24 wurde der Rennbetrieb wieder aufgenommen. Di Grassi orientierte sich direkt nach vorn und griff Vergne an. Zu viel Risiko, wie sich herausstellte. Der Brasilianer beschädigte sich beim Angriff seinen Frontflügel und verlor wenig später den Windabweiser des rechten Vorderrades. Buemi, der die Kollision direkt vor sich verfolgt hatte, witterte seine Chance und attackierte in den folgenden Runden unermüdlich seinen angeschlagenen Rivalen. Trotz mehrerer guter Versuche Buemis - unter anderem mit FanBoost - konnte sich di Grassi behaupten.

Kurz vor dem Ende wurde es noch turbulenter: Bird überholte Buemi - allerdings offenbar unter gelber Flagge, weil kurz zuvor der Drittplatzierte Turvey sein Auto in die Streckenbegrenzung gesetzt hatte. Somit griff er vielleicht entscheidend in den Kampf der Rivalen ein, weil Buemi nicht mehr attackieren konnte. Das gesamte Feld bis auf die beiden Führenden rückte eine Position vor.

In der letzten Runde kollidierte Buemi fast noch mit Bird, der auf der Geraden plötzlich Gas wegnahm. Der Schweizer ging vorbei, Bird verlor zwei Positionen. Offenbar ein technisches Problem bei DS Virgin. Währenddessen brachte Prost an der Spitze den Sieg nach Hause, der ihn auf Gesamtrang drei in der Meisterschaft katapultierte. Die schnellste Rennrunde sicherte sich Nelson Piquet jr.

Mit Blick auf die Meisterschaft liegt di Grassi vor dem finalen Lauf am Sonntag drei Punkte vor seinem Rivalen Buemi. In der Teamwertung hingegen konnte Renault e.dams einen wichtigen Schritt Richtung Titelverteidigung machen. Die Franzosen haben vor dem letzten Rennen 37 Punkte Vorsprung auf ABT. Die Sache ist damit so gut wie entschieden: Selbst bei einem Doppelsieg für Abt dürfte e.dams höchstens auf Rang acht kommen - die Bonuspunkte für Pole-Position und schnellste Runde mal außen vor gelassen. Alles deutet auf ein packendes Saisonfinale im Battersea Park hin. Sicher ist: Sowohl di Grassi als auch Buemi hätten den Meistertitel verdient.

Das provisorische Ergebnis des London ePrix

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