Formel E in London: Taylor Barnard wird zum jüngsten Rennsieger, Pascal Wehrlein erneut Weltmeister
Jasmin Fromm
FIA Formula E
Am Sonntag fand im ExCeL-Messezentrum in London das Saisonfinale 2025/26 statt. DS-Penske-Fahrer Taylor Barnard konnte sich in einem chaotischen Rennen den Sieg sichern und wurde zum jüngsten Rennsieger der Formel E. Ein harter Kampf zwischen Pascal Wehrlein und Jake Dennis und daraus resultierten Unfall mit Joel Eriksson waren ausschlaggebend: Pascal Wehrlein holte sich den Fahrer-Titel, Jaguar wurde Weltmeister bei den Teams.
Um 15:05 Uhr Ortszeit (16:05 Uhr MESZ) startete die Formel E in ihr finales Rennen von Saison 12. Mahindra hatte sich im Qualifying die erste Startreihe gesichert. Hinter ihnen ging der WM-Führende Pascal Wehrlein im Porsche in das Rennen, mit seinem Teamkollegen Nico Müller hinter ihm. Mitch Evans, der auch noch immer rechnerisch in der Lage war, den Fahrertitel zu gewinnen, startete auf Platz fünf. Der dritte und letzte Meisterschafts-Anwärter Jake Dennis im Andretti ging von Startplatz 16 in das Rennen. Ein spannendes Rennen war vorprogrammiert.
Die Fahrer kamen allesamt gut weg. Lucas di Grassi, der nach diesem Rennen seine aktive Rennkarriere beendete, fuhr am Ende von Runde 1 für eine 10-Sekunden-Stop-and-Strafe an die Box. Wie bereits im Rennen am Vortrag, machte Müller sich breit, damit sein Teamkollege vor ihm einen Vorsprung herausfahren konnte.
Harte Kämpfe rund um Felix da Costa
Antonio Felix da Costa holte sich in Runde vier den Attack-Mode und arbeitete sich vor auf an Müller vorbei, dabei krachte es fast. Danach holte Wehrlein den Attack-Mode und übte Druck auf seinen Ex-Teamkollegen aus. Als Felix da Costas Attack-Mode auslief, kam Wehrlein immer näher und überholte ihn mit den letzten Sekunden der Extra-Power auf der Start-Ziel-Geraden.
Mortara und de Vries fungierten für den Teamkollegen jeweils als Puffer, sodass dieser den Attack-Mode aktivieren konnte, ohne Positionen zu verlieren. Leider funktionierte das bei Mortara nicht ganz so wie geplant. Mortara traf die Schleife des Attack-Modes nicht, blieb aber trotzdem noch an der Spitze des Feldes.
Verfrühtes Renn- und Karriere-Ende von di Grassi
Lucas di Grassi stoppte in Runde 11 mit technischen Problemen seines Lola-Yamaha-ABT-Boliden. Der Brasilianer stieg aus seinem Wagen aus, sichtlich enttäuscht von dem Ausgang seines letzten Rennen in der Formel E.
In Kurve 19 kam es zu einem Kontakt zwischen Evans und Müller, von dem Nick Cassidy profitieren konnte und sich mit Attack-Mode erst vor die beiden kämpfenden Fahrer schieben konnte. Cassidy fand sich dann auf Position 7 wieder. Sebastien Buemi im Envision machte kurz danach Druck und überholte den Neuseeländer.
Felix da Costa und Wehrlein kämpfen hart
Wehrlein und Felix da Costa kämpften hart, der Portugiese versuchte mit allen Mitteln, den Porsche-Fahrer hinter sich zu halten. Buemi schloss auf und ging vorbei, nachdem Felix da Costa Wehrlein abgedrängt hatte. Auch Cassidy, Vergne, und Dennis profitierten und konnten Felix da Costa passieren. Dennis fand sich mit Attack-Mode auf einmal auf Platz sieben wieder, Wehrlein fiel zurück außerhalb der Punkte. So hätte Dennis die Weltmeisterschaft gewonnen.
Doch es war noch nicht vorbei: Eriksson attackierte und überholte Dennis, auch Felix da Costa und Wehrlein mit seinem zweiten Attack-Mode schlossen auf. Wehrlein, Dennis und Felix da Costa kämpften hart miteinander. Wehrlein traf dabei Eriksson, der sich drehte. Wehrlein und Dennis war der Weg versperrt, sodass beide weit zurückfielen. Dennis traf nach dem Kontakt zudem die Mauer und musste mit seinem beschädigten Auto anschließend an die Box fahren.
Eriksson with a spin and collects Wehrlein and Dennis in the process! 😮
— Formula E (@FIAFormulaE) August 16, 2026
Both WEH and DEN have been able to get going again, but ERI retires. @Hankook_Sport #LondonEPrix #FormulaE pic.twitter.com/4G9BTHr4Lf
Barnard überholt noch beide Mahindra-Fahrer
Während des Chaos hatte sich DS-Penske-Pilot Taylor Barnard den finalen Attack-Mode geholt, beide Mahindra-Fahrer überholt und fand sich somit auf einmal an der Spitze des Feldes wieder, wo er das Rennen auch beenden konnte. Damit löste Taylor Barnard seinen Teamkollegen Maximilian Günther als jüngster Rennsieger in der Formel E ab. Pascal Wehrlein konnte sich trotz des 14. Platzes den Fahrer-Weltmeisertitel sichern.
Die Top 10 des Rennens waren Gewinner Barnard, der sich das Podium mit den beiden Mahindra-Fahrern de Vries und Mortara teilte. Die Top 10 wurden komplettiert von Evans, Buemi, Cassidy, Vergne, Marti, Rowland und Nato. Mit dem vierten Platz für Evans sicherte sich Jaguar sich die Team-Weltmeisterschaft.
Mit diesem Rennen ist die Gen3-Ära der Formel E somit beendet, bevor die Elektro-Weltmeisterschaft mit der neuen, vierten Fahrzeuggeneration in die nächste Saison startet. Diese startet am 18. Dezember 2026 in Jeddah.
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