Formel E

Formel E in Marrakesch: Felix da Costa gewinnt Qualifying-Finale gegen Mortara, holt Pole-Position

Timo Pape

Timo Pape

Push-Lap-DS-Techeetah

Antonio Felix da Costa hat sich die Pole-Position beim Formel-E-Rennen in Marrakesch gesichert. Der DS-Pilot schlug zunächst seinen Teamkollegen Jean-Eric Vergne und setzte sich anschließend auch in einem packenden Finale gegen Edo Mortara durch. Pascal Wehrlein startet als Vierter in den zehnten Saisonlauf am Samstagabend. Max Günther und Andre Lotterer gehen vom Ende des Feldes ins Rennen.

Gruppe A

Im Vergleich zum 2. Freien Training am Samstagmorgen schien zum Start der Qualifikation um 10:40 Uhr deutscher Zeit die Sonne. Somit veränderten sich auch die Streckenbedingungen, der Asphalt wurde wärmer. In den ersten Minuten von Gruppe A gab Venturi die Pace vor. Lucas di Grassi drehte die schnellste "Sicherheitsrunde" und war damit minimal schneller als sein Teamkollege Edo Mortara. Andre Lotterer und Nick Cassidy reihten sich dahinter auf den Positionen 3 und 4 ein. Anschließend fuhren alle Piloten zum Reifenwechsel an die Box.

Dann wurde es ernst - und turbulent: Stoffel Vandoorne setzte die erste Rundenzeit, mit der er jedoch Letzter wurde! Ein herber Rückschlag für den WM-Führenden. Auch andere Favoriten kamen ins Straucheln: Andre Lotterer wurde zunächst nur Neunter, direkt vor Geburtstagskind Max Günther. Di Grassi und Robin Frijns verpassten auf den Plätzen 5 und 8 ebenfalls die Duellphase. Allein Mortara blieb cool und drehte die schnellste Runde.

Die großen Überraschungen: Cassidy wurde Zweiter, und hinter ihm zogen mit Jake Dennis und Oliver Askew erstmals beide Andretti-Piloten ins Viertelfinale ein! Sergio Sette Camara landete auf Rang 6 vor Sebastien Buemi. Lotterers Rundenzeiten wurden nachträglich gestrichen, weil er vier Hundertstelsekunden zu spät über die Startlinie gefahren war. Demnach muss der Deutsche vom Ende des Feldes starten. "Wir hatten ein Problem mit einem Sensor und konnten ihn erst spät auf die Strecke schicken", erklärte Porsche-Formel-E-Leiter Florian Modlinger wenig später.

Gruppe B

In Gruppe B blieben Dan Ticktum und Antonio Giovinazzi zunächst in der Box - offenbar jeweils mit einem Problem am Auto. Auf der Strecke wurden die beiden DS-Fahrer ihrer Favoritenrolle gerecht: Jean-Eric Vergne setzte die Bestzeit vor Antonio Felix da Costa. Dahinter sortierten sich Mitch Evans und Nyck de Vries ein - ebenfalls relativ erwartbar. Es folgten die Reifenwechsel, ehe die Fahrer zwei Minuten vor Ablauf der Zeit wieder auf den Kurs gingen.

Diesmal war Felix da Costa etwas schneller als sein Teamkollege Vergne - trotzdem wieder beide DS ganz vorn und weiter. Als Dritter qualifizierte sich Pascal Wehrlein für die Duelle. Dem Deutschen fehlte dabei nicht mal eine Zehntelsekunde auf die Bestzeit. Evans schaffte als Vierter ebenfalls den Einzug in die K.-o.-Phase. De Vries erreichte nur Platz 5 - zum ersten Mal in dieser Saison kein Werks-Mercedes im Viertelfinale. Hinter ihm folgten Oliver Rowland, Sam Bird, Oliver Turvey, Dan Ticktum, Alexander Sims und Antonio Giovinazzi, der keine Rundenzeit setzte.

Viertelfinale

VF1: Mitch Evans vs. Edo Mortara

Im ersten Duell kam es direkt zu einem echten Kracher: zwei Meisterschaftsrivalen im direkten Zweikampf. Mortara ließ jedoch keinen Zweifel an seiner Qualifying-Stärke. Mit Bestzeiten in allen drei Sektoren schlug er Evans um fast eine halbe Sekunde und rückte mit einem neuen Streckenrekord ins Halbfinale vor!

VF2: Pascal Wehrlein vs. Nick Cassidy

Wehrlein legte im zweiten Viertelfinale vor und war in den Sektoren 2 und 3 schneller als sein Kontrahent Cassidy. Letztlich setzte er sich mit gut drei Zehntelsekunden Vorsprung gegen den Envision-Fahrer durch. Wehrlein und Porsche somit in der Runde der letzten Vier.

VF3: Jake Dennis vs. Jean-Eric Vergne

Vergne ließ im dritten Duell nichts anbrennen. Mit knapp vier Zehntelsekunden zog er souverän ins Halbfinale ein - abermals mit einem neuen Streckenrekord in Marrakesch (1:16.982 Minuten)! Die Runde von Dennis war allerdings auch nicht schlecht - immerhin die schnellste Zeit eines Viertelfinalverlierers.

VF4: Oliver Askew vs. Antonio Felix da Costa

Ähnlich deutlich ging es im letzten Viertelfinale zu. Felix da Costa holte fast vier Zehntelsekunden Vorsprung auf Andretti-Fahrer Askew heraus. Somit sollte es im Halbfinale zum Duell der beiden Techeetah-Piloten kommen. Im anderen Semifinale musste Wehrlein gegen Mortara ran.

Halbfinale

HF1: Pascal Wehrlein vs. Edo Mortara

Im ersten Halbfinale ging es zunächst extrem eng zu. Wehrlein hatte in den Sektoren 1 und 2 einen leichten Vorteil gegenüber Mortara. Im letzten Streckenabschnitt kam der Venturi-Pilot jedoch besser zurecht und holte knapp zwei Zehntelsekunden Vorsprung heraus. Somit zog Mortara ins Finale der Qualifikation ein, Wehrlein startet aus der zweiten Reihe ins Rennen.

HF2: Antonio Felix da Costa vs. Jean-Eric Vergne

Im DS-Duell erwischte Felix da Costa den besseren Start. In den Kurven 7, 8 und 9 holte Vergne jedoch Zeit auf und ging virtuell an seinem Teamkollegen vorbei. Der Portugiese schlug abermals zurück und brachte einen hauchdünnen Vorsprung von 24 Tausendstelsekunden ins Ziel! Felix da Costa damit im Finale gegen Mortara, Vergne auf Startplatz 3. Bemerkenswert, dass DS Techeetah keine Teamorder aussprach, um Vergne einen Vorteil im Titelkampf zu bescheren.

Finale: Edo Mortara vs. Antonio Felix da Costa

Mortara fuhr als Erster auf die Strecke. Felix da Costa war in Sektor 1 minimal schneller. Auch im zweiten Abschnitt holte er gut eine Zehntelsekunde gegen den Schweizer heraus. In Sektor 3 war Mortara zwar schneller, konnte jedoch nicht mehr kontern. Am Ende fehlten ihm 81 Tausendstelsekunden auf die Pole-Position! Diese ging zum ersten Mal in der Saison 2022 an Felix da Costa.

Das Formel-E-Rennen in Marrakesch beginnt um 18 Uhr deutscher Zeit. ProSieben überträgt den zehnten Saisonlauf der Formel E live im Free-TV, ran.de im Livestream. Wir begleiten das Rennen wie gewohnt in unserem beliebten Liveticker.

Ergebnisse, Zeiten & Startaufstellung

Gesamtwertung (Fahrer & Teams)

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