Formel E

Formel E in Misano: Mitch Evans gewinnt Qualifying-Finale gegen Jean-Eric Vergne am Samstag

Timo Pape

Timo Pape

Mitch Evans hat sich im Samstags-Qualifying der Formel E in Misano die Pole-Position geschnappt. Im Finalduell setzte sich der Jaguar-Fahrer gegen Jean-Eric Vergne (DS Penske) durch, der zuvor den gesamten Renntag dominiert hatte. In der zweiten Startreihe landeten Pascal Wehrlein (Porsche) und Jake Hughes (McLaren), der erstmals in dieser Saison ein Ausrufezeichen setzen konnte.

Kurz vor dem Qualifying hatte es zunächst eine Kracher-Nachricht gegeben: Die Kommissare ließen in einem offiziellen Dokument verlauten, dass die vier Jaguar-Fahrzeuge nicht der Homologation entsprächen und nicht starten dürften. Wenig später wurden die Autos von Jaguar und Envision trotzdem zunächst einmal zum Qualifying zugelassen.

Gruppe A: Vergne souverän, Vandoorne enttäuscht

Die erste Qualifying-Gruppe begann, wie die beiden Freien Trainings aufgehört hatten: mit Jean-Eric Vergne an der Spitze. Der Franzose im DS Penske war während der ersten Hälfte der Session der Schnellste und führte die Zeitentabelle vor Pascal Wehrlein, Max Günther und Robin Frijns an. Dann ging es für alle Fahrer zum Reifenwechsel, um sich bestmöglich auf die schnellen Runden vorzubereiten.

An der Spitze sollte sich jedoch auch dann nichts ändern: Vergne zog souverän als Erster in die Duellphase ein. Auch Wehrlein und Günther blieben in den Top 4. Lediglich Oliver Rowland - Mann der Stunde - konnte sich noch entscheidend verbessern und schob sich zwischen Wehrlein und Günther auf Platz 3. Damit ausgeschieden: Frijns, Sacha Fenestraz, Antonio Felix da Costa, Lucas di Grassi, ein enttäuschender Stoffel Vandoorne, Jehan Daruvala und Sergio Sette Camara, der die Schikane abgekürzt hatte.

Gruppe B: Favoriten straucheln, Müller erneut stark

In den ersten Minuten von Gruppe B war Jake Hughes im McLaren der Schnellste. Er lag dabei deutlich vor Nick Cassidy auf dem zweiten Platz. In den Top 4 rangierten zunächst außerdem Nico Müller und Mitch Evans im zweiten Jaguar. Weltmeister Jake Dennis schlug in der Schikane mit dem linken Hinterrad an. Beiden Andretti-Fahrern wurden aufgrund zu geringer Reifendrücke zudem die jeweils ersten drei Rundenzeiten gestrichen - Dennis und Norman Nato damit schon raus!

Dann wurde es ernst, und es gab weitere Überraschungen. Hughes blieb vorn, Evans verbesserte sich auf Platz 2. Sam Bird zog als Dritter in die Duellphase ein, und auch Müller konnte sich abermals mit einer starken Leistung für das Viertelfinale qualifizieren! Gerade mit Blick auf das frühzeitige Ausscheiden von Felix da Costa, mit dem er womöglich um ein Porsche-Cockpit im nächsten Jahr kämpft, eine pikante Nachricht...

Titelkandidat Cassidy schied damit als Fünfter aus. Hinter ihm reihten sich ein: Sebastien Buemi, Norman Nato, Edo Mortara, Dan Ticktum, Meister Dennis und Nyck de Vries.

Viertelfinale

VF1: Oliver Rowland vs. Pascal Wehrlein

Im ersten Duell erwischte Rowland einen guten ersten Sektor gegen den WM-Führenden und lag fast 0,2 Sekunden vorn. Dann leistete sich der Nissan-Fahrer jedoch einen Fehler: Er kam leicht ins Gras und verspielte seinen Vorsprung wieder, sodass Wehrlein letztlich ins Halbfinale einzog.

VF2: Max Günther vs. Jean-Eric Vergne

Zweites Duell, zweiter deutscher Fahrer. Favorit war jedoch eindeutig der Franzose, der die beiden Freien Trainings und das Gruppenqualifying für sich entschieden hatte. Und Vergne legte los wie die Feuerwehr: Mehr als eine halbe Sekunde Vorsprung hatte er bereits im ersten Sektor. Spätestens nach einem Fahrfehler von Günther in Kurve 12, bei dem sein Maserati leicht aufstieg, war das Duell entschieden. Am Ende war Vergne um mehr als eine ganze Sekunde vorn.

VF3: Sam Bird vs. Mitch Evans

Im Vergleich dazu war das Duell der ehemaligen Teamkollegen auf Augenhöhe: Beide fuhren nahezu identische Sektorzeiten, aber auf den letzten Metern verlor Bird deutlich an Boden. Evans gewann mit rund einer halben Sekunde Vorsprung.

VF4: Nico Müller vs. Jake Hughes

Das letzte Viertelfinale war knapp: Nico Müller konnte über weite Teile der Runde das Tempo von Hughes mitgehen, unterlag aber am Ende um rund 0,3 Sekunden dem McLaren-Piloten, der sich an diesem Wochenende erstmals im Jahr 2024 bärenstark präsentierte.

Halbfinale

HF1: Pascal Wehrlein vs. Jean-Eric Vergne

Vergne ging als leichter Favorit ins erste Halbfinale, doch Sektor 1 ging zunächst an Wehrlein. Im zweiten Abschnitt konterte der Franzose jedoch. Obwohl der letzte Streckenabschnitt wieder Wehrlein gehörte, musste sich der deutsche Porsche-Fahrer geschlagen geben. Vergne setzte sich mit 58 Tausendstelsekunden Vorsprung durch und zog ins Finale ein.

HF2: Mitch Evans vs. Jake Hughes

Im zweiten Halbfinale waren beide Piloten im ersten Streckenteil fast identisch schnell. Dann konnte sich Hughes allerdings einen kleinen Vorteil herausarbeiten. In Sektor 3 verlor der McLaren-Fahrer aber rund sechs Zehntelsekunden durch einen Fehler in Kurve 11, sodass sich am Ende doch noch Evans durchsetzte - mit etwas mehr als zwei Zehntelsekunden.

Finale: Mitch Evans vs. Jean-Eric Vergne

Das Finale begann auf Augenhöhe: In Sektor 1 waren Evans und Vergne beinahe gleich schnell. Im zweiten Teil des Kurses konnte sich Evans aber einen leichten Vorsprung von einer Zehntelsekunde herausarbeiten. Letztlich war der Jaguar-Fahrer in allen drei Sektoren etwas schneller als Vergne, was zu einem Gesamtvorsprung von 1,6 Zehntelsekunden führte. Mitch Evans damit auf Pole-Position - zum siebten Mal in seiner Formel-E-Karriere!

Der sechste Saisonlauf der Formel-E-Saison 2024 findet am Samstagnachmittag um 15 Uhr (MESZ) statt. Der neue deutsche Fernsehsender DF1 überträgt den Misano E-Prix live im Free-TV sowie im Livestream auf df1.de. e-Formel.de begleitet das Rennen in Italien wie gewohnt im beliebten Hankook Formel E Liveticker.

Ergebnisse, Zeiten & Startaufstellung

Gesamtwertung (Fahrer & Teams)

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