Formel E

Formel-E-Erfolgsrezept für New York: Fahrer & Ingenieure betonen Bedeutung von Temperatur-Management & Qualifying

Tobias Bluhm

Tobias Bluhm

Briefing-Morocco-Venturi

Die Teams der Formel E sind bereit für das nächste Rennwochenende der Saison 2022 - dieses Mal geht es nach New York City. Am "Big Apple" dürfte vor allem das Temperaturmanagement der Fahrzeuge im Fokus stehen. Zum Schlüsselfaktor für Erfolge könnte zudem ein gutes Setup für die Qualifikation werden, wie mehrere Ingenieure und Fahrer vor dem Event betonen.

Am Wochenende sollen laut aktuellen Wettervorhersagen Lufttemperaturen von rund 30 Grad Celsius erreicht werden. Der E-Prix auf dem Brooklyn Street Circuit könnte also, wie schon die Rennen in Jakarta und Marrakesch, zu einer Belastungsprobe für Mensch und Maschine werden. "Wir erwarten, dass der Trend (der Hitzerennen) auch in New York fortgesetzt wird", sagt Venturis Chefingenieur Jeremy Colancon.

"Das Management der Batterietemperaturen ist etwas, das wir immer wieder berücksichtigen müssen. Glücklicherweise sind wir gut aufgestellt, um diese Situation zu überwachen und zu managen", so der Franzose. Im Formel-E-Jargon nennen die Teams Rennen, bei denen statt des Energieverbrauchs oder Reifenverschleißes vor allem die Akkutemperaturen über gute Resultate entscheiden, "temperaturlimitiert".

Tommaso Volpe: "Können besser als bei den letzten Rennen sein"

"Wir müssen hier nicht so viel Energie zurückgewinnen", erläutert auch Nissans Formel-E-Chef Tommaso Volpe. "Dadurch denke ich, dass wir hier besser als bei den letzten Rennen sein können. Unser Team wird sich darauf fokussieren, im Verlauf des Wochenendes das bestmögliche Setup zu finden, um sich immer wieder an die äußeren Bedingungen anzupassen."

In der bisherigen Saison kam Volpes e.dams-Fahrerduo bei nur drei E-Prix in die Punkteränge. Maximilian Günther wartet seit dem Mexico City E-Prix im Februar auf ein Top-10-Ergebnis, sein Teamkollege Sebastien Buemi punktete zuletzt in Monaco. Beim "Double-Header" an der US-Ostküste wollen beide wieder Zähler für das eigene WM-Punktekonto sammeln.

"Die Strecke in New York macht mir Spaß", betont Buemi vor dem Wochenende. "Zu dieser Jahreszeit ist es in New York üblicherweise warm, aber wir haben hier schon öfter gut performt. 2019 stand ich auf der Pole-Position und habe gewonnen - das war damals mein erster Sieg mit Nissan. Auch im letzten Jahr hatte ich hier eines meiner besten Resultate, weshalb ich mich freue, an diesen Ort zurückzukehren. Hoffentlich können wir diese Erfolge wiederholen und einige gute Punkte mitnehmen."

Mahindra hofft auf Qualifying-Glück: "Beim letzten Mal fehlten nur 0,083 Sekunden"

Auf der nur 2,32 Kilometer langen Piste erwarten die Piloten insgesamt 14 Kurven. Die Überholmöglichkeiten sind, abgesehen von den Kurven 1 und 6, jedoch eher rar gesät. Umso relevanter dürfte somit die Qualifikation sein, in der die Fahrer um die besten Positionen in der Startaufstellung kämpfen.

"Das neue Duellformat macht das Qualifying viel wichtiger. Aber ich bin sicher, dass wir beide Autos (in die K.-o.-Phase) durchbringen können", gibt sich Mahindras Teamchef Dilbagh Gill optimistisch. Der indische Rennstall liegt derzeit einen Punkt vor Nissan e.dams auf Position 8 in der Team-WM. "Im letzten Jahr waren wir hier stark - beide Rennen konnten wir aus der zweiten Reihe starten. Hoffentlich können wir das wiederholen", so Gill.

Auch Mahindra-Pilot Oliver Rowland betont die Bedeutung des Qualifyings. "Wir sind auf einem guten Weg, müssen aber noch das letzte Bisschen bei der Quali-Pace finden, um in die Duelle zu kommen. Beim letzten Mal haben mir in Marrakesch nur 0,083 Sekunden gefehlt, um in die Position zu kommen, in der wir sein müssen."

"Wir wissen, dass wir an der Spitze mithalten können. Ich denke, dass wir, wenn wir vorn starten, einige Punkte in dieser tollen Stadt sammeln können."

Erhöhtes Safety-Car-Risiko auf "Paradebeispiel für einen Straßenkurs"

Maßgeblich bei der Qualifying-Pace dürfte auch die Suche nach dem perfekten Setup werden, wie Jaguars Technikchef Phil Charles erklärt: "New York City ist ein Paradebeispiel für einen Straßenkurs. Da es sich nicht um eine permanente Anlage handelt, wird sich die Strecke im Laufe des Wochenendes zudem stark verändern. Man muss von Anfang an Vollgas geben, wenn man im Qualifying belohnt werden möchte."

Auf die Teams und Fahrer im Formel-E-Paddock wartet also ein weiteres herausforderndes Wochenende. Übrigens: Neben hohen Temperaturen, knappen Qualifying-Entscheidungen und wiederholten Setup-Anpassungen sind auf dem engen Kurs mit wenigen Auslaufzonen auch Safety-Car- und Full-Course-Yellow-Phasen nicht unwahrscheinlich. "Und bei jeder möglichen Rennverlängerung können die Batterietemperaturen weiter beeinflusst werden", betont Venturi-Mann Colancon abschließend. "Das zu überwachen, wird sehr wichtig."

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