Formel E

Formel E in New York: Vergne & di Grassi weisen sich nach Kollision mit Rückstau gegenseitig Schuld zu

Tobias Wirtz

Tobias Wirtz

Die Hoffnungen auf seinen dritten Formel-E-Titel kann Jean-Eric Vergne für das Jahr 2022 womöglich ad acta legen. In der Schlussphase des Sonntagsrennens in New York City kam es zu einer Kollision mit Lucas di Grassi, in deren Folge beide Piloten ausschieden. Auch Oliver Askew war einer der Leidtragenden des Zwischenfalls, der beinahe sogar einen Rennabbruch ausgelöst hatte. Nach dem Rennen sahen sich beide Fahrer im Recht.

Im Kampf um die zehnte Position griff di Grassi Vergne am Ende der Gegengeraden auf der Innenseite an. In der Anfahrt zu Kurve 6 schob er sich neben den DS Techeetah. In der übernächsten Rechtskurve 7 waren beide immer noch nebeneinander. Di Grassi zog nach innen, wodurch Vergne der Platz ausging. Beide Fahrzeuge berührten sich, zudem traf der Franzose mit dem rechten Vorderrad die Mauer auf der Kurveninnenseite.

Di Grassi drehte sich und blieb im 90-Grad-Winkel zur Fahrtrichtung mitten auf der Strecke stehen. Nachdem er für einige Sekunden die Strecke komplett blockierte und so für einen Stau sorgte, setzte di Grassi zurück und fuhr anschließend weiter (siehe Highlight-Video unten bei 4:16 Minuten).

In der Zwischenzeit hatte die Rennleitung die Situation unter Beobachtung, musste jedoch nur mit gelben Flaggen eingreifen. Di Grassi schleppte seinen beschädigten Wagen noch einige hundert Meter weit und musste ihn dann am Streckenrand parken. Vergne schaffte es noch bis in seine DS-Box, aber hier war auch für ihn Schluss. Die Rennkommissare leiteten eine Untersuchung ein, entschieden jedoch nach ausgiebigem Studium der Videoaufnahmen, dass keiner der beiden Fahrer die alleinige Schuld an der Kollision getragen habe.

Video: Highlights zum Sonntagsrennen der Formel E in New York

 

Kein Alleinschuldiger auszumachen

"Als ich in den letzten Runden für Platz 10 überholte, krachte JEV (Jean-Eric Vergne) in mein Heck, sodass ich aufgeben musste", beschreibt di Grassi die Situation. "Ich wurde umgedreht, erlitt einen Reifenschaden, und das Rennen war vorbei." Di Grassi sieht die Schuld somit nicht bei sich, sondern bei seinem Widersacher.

Dieser schildert die Situation allerdings sehr ähnlich: "Ich habe mich bis auf Platz 10 zurückgekämpft, bis ich getroffen wurde und in der Mauer landete, sodass ich heute keine Punkte holen konnte", so Vergne zu dem Zwischenfall.

Vier Rennen vor Saisonende liegt Jean-Eric Vergne nun 27 Punkte hinter dem Meisterschaftsführenden Stoffel Vandoorne. Auch wenn seine Titelchancen noch vorhanden sind, hat er mit seinen beiden "Nullnummern" in New York City den Anschluss an die drei anderen Titelanwärter ein wenig verloren. Er benötigt in London dringend viele Meisterschaftszähler und muss auf Ausrutscher seiner Rivalen hoffen.

Askew von zurücksetzendem di Grassi getroffen

Ein weiterer Leidtragender der Kollision in New York war Oliver Askew. Der US-Amerikaner hatte bei seinem Heimspiel zunächst eine gute Qualifying-Leistung gezeigt und dabei auch Teamkollege Jake Dennis geschlagen. Von Startplatz 8 aus ging es im Rennen jedoch eher nach hinten für ihn. So fuhr er kurz vor Schluss knapp hinter den Streithähnen um Platz 10. Als di Grassi nach seinem Quersteher wie erwähnt zurücksetzte, kam es zu einem weiteren Crash, der auch Askews Rennen ruinierte.

"Oliver war nicht in der Lage, nennenswert voranzukommen, aber letztlich wurde sein Rennen beendet, als ein anderes Auto mitten auf der Strecke rückwärts fuhr und ihn getroffen hat. Der Schaden, der durch den Kontakt entstand, hinderte ihn leider an der Weiterfahrt", erklärt Andretti-Teamchef Roger Griffiths.

Askew selbst gibt sich erwartbar enttäuscht: "Unglücklicherweise wurde ich in den Unfall kurz vor Schluss verwickelt, sodass ich das Rennen mit dem Auto nicht mehr beenden konnte. Wenn ich auf das Wochenende zurückblicke, möchte ich meinem Team für die ganze harte Arbeit danken. Wir haben hier in New York viel gelernt, was wir nun zum 13. Saisonlauf nach London mitnehmen werden."

zusätzliche Berichterstattung durch Timo Pape

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