Formel E

Formel E in Rom: Dennis schlägt Cassidy in packendem Quali-Finale am Sonntag & feiert Pole-Position

Timo Pape

Timo Pape

Jake-Dennis-Rome-Andretti

Jake Dennis hat sich in einem spannenden Formel-E-Qualifying am Rom-Sonntag die Pole-Position gesichert. Der Andretti-Fahrer setzte sich im Finale knapp gegen seinen WM-Rivalen Nick Cassidy (Envision) durch. Vortagessieger Mitch Evans im Jaguar startet als Vierter und wird ebenso ein Wörtchen um den Sieg mitreden wollen. Pascal Wehrlein verabschiedete sich nach einer erneut enttäuschenden Qualifikation mutmaßlich aus dem Titelkampf.

Gruppe A: Bird nervenstark, Ticktum überrascht

In Gruppe A ging unter anderem Favorit Mitch Evans auf die Strecke, aber auch einige andere schnelle Piloten. Sacha Fenestraz, der sich am Samstag noch als Gruppensieger durchgesetzt hatte, konnte nicht an der Qualifikation teilnehmen. Wie e-Formel.de kurz zuvor erfahren hatte, konnte Nissan das Problem am Auto des Franzosen, das ihn schon das 3. Freie Training gekostet hatte, nicht rechtzeitig identifizieren. Die Vermutung: ein Batterieproblem. Nach den ersten Umläufen belegten Nick Cassidy, Jean-Eric Vergne, Evans und Stoffel Vandoorne die Top 4.

Nach dem Reifenwechsel folgten die entscheidenden Runden. Die schnellste Zeit gelang dabei Sam Bird - trotz seines schweren Unfalls am Samstag. Der Brite war gut eine Zehntelsekunde schneller als der Zweitplatzierte Cassidy. Dan Ticktum im Nio 333, der kurz zuvor leicht die Mauer berührt hatte, qualifizierte sich sensationell als Dritter für die Duellphase, gefolgt von Evans, der gerade so weiterkam.

Antonio Felix da Costa scheiterte knapp als Fünfter vor Vergne und Lucas di Grassi, der wohl das Maximum aus seinem Mahindra herausholte. Sein Landsmann Sergio Sette Camara und Vandoorne reihten sich dahinter ein. Robin Frijns leistete sich einen Verbremser in Kurve 4 und musste in der Auslaufzone wenden. Hinter ihm war nur noch Fenestraz, der nicht am Qualifying teilnehmen konnte.

Gruppe B: Dennis liefert, Wehrlein nicht

In Gruppe B gelang im "ersten Durchlauf" zunächst Jake Dennis die Bestzeit. Sebastien Buemi im Envision sortierte sich hinter dem Briten ein. Jake Hughes und Pascal Wehrlein vervollständigten die ersten vier Positionen, die letztlich für das Viertelfinale reichen. Nach dem Reifenwechsel wurde es ernst.

Während Norman Nato eine neue Bestzeit in Sektor 1 setzte, verbremste sich Hughes und rettete sich in die Auslaufzone. Dennis ließ sich davon nicht beirren und verbesserte seine Bestzeit abermals. Buemi blieb ebenfalls Zweiter. Nato kletterte überraschend auf Rang 3. Max Günther schaffte es als Vierter erneut in die Duellphase, wenngleich es noch Diskussionen gab, ob der Deutsche bei den gelben Flaggen durch Hughes ausreichend verzögert habe. Auch Dennis war zunächst noch "under investigation" - im Verdacht, einen anderen Fahrer behindert zu haben.

Hinter den Top 4 landeten Edo Mortara, Hughes, Rene Rast, Pascal Wehrlein, Andre Lotterer, Nico Müller und Roberto Merhi. Besonders enttäuschend für deutsche Fans war die Leistung von Titelkandidat Wehrlein. Während seine drei WM-Rivalen wie gewohnt ablieferten und allesamt in die K.o.-Phase einzogen, geht der Porsche-Fahrer erneut nur aus der achten Startreihe ins Rennen. Der Titel rückt damit in immer weitere Ferne.

Viertelfinale

VF1: Dan Ticktum vs. Nick Cassidy

Im ersten Duell waren beide Fahrer zunächst annähernd gleich schnell. In Sektor 2 konnte Cassidy jedoch einen größeren Vorsprung herausfahren. Am Ende nahm der Titelkandidat dem Underdog im Nio 333 mehr als 1,1 Sekunden ab und zog souverän ins Halbfinale ein.

VF2: Mitch Evans vs. Sam Bird

Im Duell der beiden Jaguar-Fahrer war der Ausgang bereits zuvor klar. "Ich glaube, dann ist jetzt klar, was passiert?", funkte Bird an sein Team. Die schlichte Antwort: "Ja." Dennoch war Bird in Sektor 1 der schnellere Pilot! Im zweiten Streckenabschnitt fuhren beide quasi gleich schnell. Im letzten Sektor nahm Bird jedoch deutlich Pace heraus und ließ die letzten 50 Meter bis zur Ziellinie nur noch ausrollen. Dies brachte ihm den gewünschten Rückstand von gut einer halben Sekunde ein - Evans standesgemäß im Halbfinale.

VF3: Norman Nato vs. Sebastien Buemi

Schreckmoment für Envision im Viertelfinale 3: Sebastien Buemi verbremste sich bereits in Kurve 7 und rutschte mit der Front gegen die TecPro-Barriere. Somit konnte Nato leicht und locker die Reise ins Halbfinale buchen. Buemi schleppte sich nur noch zurück an die Box.

VF4: Max Günther vs. Jake Dennis

Den besseren Start ins letzte Viertelfinale erwischte Günther. Im zweiten Abschnitt ließ der deutsche Maserati-Fahrer allerdings drei Zehntelsekunden im direkten Vergleich mit Dennis liegen. Seinen Vorsprung konnte der Andretti-Pilot sogar noch weiter ausbauen auf knapp eine halbe Sekunde. Damit zog er ebenfalls souverän in die Runde der letzten Vier ein. Günther geht seinerseits von Startplatz 6 ins Rennen.

Halbfinale

HF1: Mitch Evans vs. Nick Cassidy

Mitch Evans eröffnete das erste Halbfinale mit einem guten ersten Sektor, den Cassidy allerdings egalisieren konnte. Im zweiten Streckenabschnitt arbeitete sich der Envision-Pilot einen kleinen Vorsprung heraus. Nun kam es auf Sektor 3 an. Letztlich war Cassidy jedoch in allen drei Abschnitten schneller und holte einen Vorsprung von mehr als zwei Zehntelsekunden gegen seinen potenziell künftigen Jaguar-Teamkollegen heraus. Starke Leistung von Cassidy im Duell der "Kiwi-Giganten"!

HF2: Norman Nato vs. Jake Dennis

Jake Dennis war im ersten Sektor minimal schneller als Nato. Auch im zweiten Abschnitt hatte er leicht die Nase vorn. Nato konnte sogar noch kontern und fuhr in Sektor 3 schneller als der klare Favorit. Unter dem Strich stand jedoch am Ende ein Rückstand von etwas mehr als einer Zehntelsekunde auf dem Zeitenmonitor. Dennis damit im Finale gegen seinen WM-Rivalen Cassidy!

Finale: Nick Cassidy vs. Jake Dennis

Im vielleicht wichtigsten Qualifying-Finale der bisherigen Formel-E-Historie - neben Startplatz 1 standen drei zusätzliche WM-Punkte auf dem Spiel - erwischte Dennis den besseren Start. In Sektor 1 waren beide jedoch auf Augenhöhe. Im zweiten Teil des Kurses holte der Brite zwei weitere Zehntelsekunden gegen seinen Widersacher heraus! Konnte Cassidy noch einmal zurückschlagen? Nein! Trotz eines deutlich besseren letzten Sektors verfehlte Cassidy die Rundenzeit von Dennis um 71 Tausendstelsekunden. Pole-Position für Dennis, der damit seinen Rückstand auf WM-Spitzenreiter Cassidy auf drei Zähler verkürzte!

Das zweite Rennen in der italienischen Hauptstadt beginnt um 15:00 Uhr (MESZ). Und es verspricht einen packenden Dreikampf um den Sieg, denn die drei verbliebenen Titelkandidaten starten allesamt aus den ersten beiden Reihen. ProSieben überträgt den Hankook Rom E-Prix live im Free-TV, ran.de im Livestream. Wir begleiten den 14. Saisonlauf wie gewohnt in unserem beliebten Hankook Formel E Liveticker.

Ergebnisse, Zeiten & Startaufstellung

Gesamtwertung (Fahrer & Teams)

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