Formel E

Formel E in Rom: Mitch Evans holt Pole-Position am Samstag, schwerer Unfall von Jake Hughes

Timo Pape

Timo Pape

Mitch-Evans-Pole-Position-Trophy-Rome

Mitch Evans hat sich im Qualifying-Finale von Rom am Samstag die Pole-Position gesichert. Gegen seinen Jaguar-Teamkollegen Sam Bird setzte er sich souverän durch und brachte sich in eine optimale Ausgangslage für das Formel-E-Rennen, weil alle anderen Titelkandidaten weiter hinten starten. Nach einem kuriosen Strafen-Hin-und-Her in der Gruppenphase sorgte McLaren-Fahrer Jake Hughes für einen heftigen Crash und eine zwischenzeitliche Unterbrechung.

Gruppe A: Fenestraz fliegt, gelbe Flaggen sorgen für Diskussionen

In Gruppe A traten einige Top-Qualifyer an, darunter zwei der vier Titelanwärter: Pascal Wehrlein und Jake Dennis. Ebenfalls stark eingeschätzt: Stoffel Vandoorne. Der amtierende Weltmeister erwischte Kurve 7 jedoch nicht richtig und rutschte leicht gegen die TecPro-Barriere. Dabei beschädigte er sich seinen Frontflügel, fuhr aber zunächst weiter. Nach den ersten Versuchen lag Jake Dennis an der Spitze der Zeitentabelle, gefolgt von Sam Bird, Sacha Fenestraz und Andre Lotterer. Dann ging es zum Reifenwechsel.

Porsche versuchte mit Wehrlein eine etwas andere Strategie, sodass der Deutsche eine "freie Runde" hatte, dafür aber auch als Erster ran musste. Zunächst schien dieser Plan aufzugehen - Wehrlein mit Bestzeit. Am Ende verbesserten sich allerdings auch fast alle anderen. Die schnellste Runde lieferte Fenestraz, dann kam Sam Bird. Dennis rückte in letzter Sekunde noch auf Rang 3 vor und schob damit ausgerechnet seinen Rivalen Wehrlein aus den Viertelfinalplätzen. Als Vierter qualifizierte sich Max Günther für die Duelle.

Hinter Wehrlein stellten sich Vandoorne, Nico Müller, Jean-Eric Vergne, Dan Ticktum und Lotterer an. Letzter wurde Sergio Sette Camara, der sich in Kurve 4 verbremste und in der Auslaufzone wenden musste. Dadurch provozierte der Nio-333-Fahrer gelbe Flaggen, die andere Piloten hinter ihm beeinträchtigen. Dennoch verbesserten sich Vandoorne, Bird und Dennis, was eine Untersuchung der Kommissar:innen nach sich zog. Auch Porsche-Teamchef Florian Modlinger forderte im TV, die Rundenzeiten der Betroffenen zu streichen.

Tatsächlich traf es Bird und Vandoorne - Wehrlein damit vermeintlich doch noch im Viertelfinale. Später vor der Duellphase gab es jedoch Verzögerungen. Völlig überraschend gaben die Kommissar:innen einem Protest von Jaguar statt und nahmen die Löschung der Rundenzeiten von Bird und auch Vandoorne zurück. Wehrlein also letztlich doch raus, Bird im Viertelfinale!

Gruppe B: Schwerer Crash für Hughes, Cassidy scheitert

In Gruppe B durften unter anderem Nick Cassidy und Mitch Evans ran. Letzterer wurde seiner Favoritenrolle schon frühzeitig gerecht und übernahm die Führung. Hinter ihm sortierten sich vor dem Reifenwechsel Sebastien Buemi sowie die beiden McLaren-Fahrer Jake Hughes und Rene Rast ein. Lucas di Grassi fiel mit einem Verbremser auf, durch den er in der Auflaufzone wenden musste. Cassidy lag zu diesem Zeitpunkt außerhalb der Top 4. Dann wurde es ernst.

Rast legte mit Bestzeit in Sektor 1 vor, dann sorgte jedoch sein Teamkollege für einen schweren Unfall: Jake Hughes verlor in der schnellen Kurve 6 die Kontrolle über seinen McLaren und schlug zunächst rechts an der Mauer an. Mit zerstörter Frontpartie rutschte er quer über den Kurs und schlug auch noch an der linken Seite ein, womöglich sogar härter. Die Rennleitung rief sofort rote Flaggen aus, um die Unfallstelle zu sichern. Hughes stieg vermeintlich unverletzt aus dem Auto.

Da nur noch 18 Sekunden auf der Uhr waren, wurde die Session nicht mehr aufgenommen. Dadurch konnte sich kein Fahrer mehr verbessern. Evans, Buemi, Rast und Edo Mortara qualifizierten sich somit für die Duellphase. Hughes, der eigentlich die drittschnellste Zeit gesetzt hatte, wurde ans Ende des Feldes zurückgestuft, weil er die rote Flagge verursacht hatte. Auf den Positionen 5 bis 10 landeten Cassidy (!), Norman Nato, Antonio Felix da Costa, Lucas di Grassi, Robin Frijns und Roberto Merhi.

Viertelfinale

VF1: Jake Dennis vs. Sam Bird

Den besseren Start ins erste Viertelfinale erwischte Bird, der erst kurz zuvor erfahren hatte, doch an der Duellphase teilnehmen zu dürfen. Er holte in Sektor 1 fast drei Zehntelsekunden gegen Dennis heraus und baute seinen Vorsprung sogar noch auf 4,5 Zehntel aus. Der WM-Spitzenreiter damit vorzeitig ausgeschieden, Bird unverhofft im Halbfinale!

VF2: Max Günther vs. Sacha Fenestraz

Gruppensieger Fenestraz zeigte erneut einen starken ersten Sektor und fuhr Stück für Stück zwei Zehntelsekunden Vorsprung heraus. Dann ließ Günther in Sektor 2 ganze vier Zehntelsekunden liegen. Diese Lücke konnte der Deutsche nicht mehr schließen. Letztlich musste er sich mit fast einer halben Sekunde Rückstand mit Startreihe 4 begnügen. Fenestraz hingegen bewies einmal mehr seine starke Quali-Pace.

VF3: Rene Rast vs. Sebastien Buemi

Im ersten Streckenabschnitt waren Rast und Buemi fast identisch schnell. Sektor 2 ging jedoch klar an Rast, der damit virtuell zwei Zehntelsekunden schneller war. Buemi konnte aber tatsächlich noch kontern und arbeitete sich im letzten Sektor einen knappen Vorsprung von 39 Tausendstelsekunden heraus. Wenigstens ein Lichtblick für Envision! Rast darf als schnellster Viertelfinalverlierer dennoch stolz auf seine Runde und Startplatz 5 sein.

VF4: Edo Mortara vs. Mitch Evans

Mortara und Evans duellierten sich auf Augenhöhe - zumindest in den ersten beiden Sektoren. Im letzten Teil der Strecke leistete sich Mortara jedoch einen Fehler, der ihn vier Zehntelsekunden kostete und damit aus dem Rennen um die Pole-Position warf. Evans hingegen brachte auch den zweiten Jaguar souverän ins Halbfinale, wo er auf seinen Markenkollegen Buemi treffen sollte. In 1:38.460 Minuten stellte Evans ganz nebenbei einen neuen Streckenrekord für den Circuito Cittadino dell'EUR auf.

Halbfinale

HF1: Sacha Fenestraz vs. Sam Bird

Das erste Halbfinale eröffnete Fenestraz mit einem guten ersten Sektor, wenngleich Bird eine Tausendstelsekunde (!) schneller war. Dann leistete sich Fenestraz jedoch einen gröberen Schnitzer, durch den er rund sieben Zehntelsekunden verlor. In Sektor 2 kamen drei weitere Zehntel hinzu, sodass sich Bird letztlich mit mehr als einer Sekunde Vorsprung für das Finale qualifizierte.

HF2: Sebastien Buemi vs. Mitch Evans

Evans legte mit einem starken ersten Sektor vor. In Abschnitt 2 verlor Buemi eine weitere volle Sekunde auf den Jaguar-Werksfahrer. Letztlich wuchs sein Rückstand auf mehr als zwei Sekunden an, auch dank einer Fabelzeit von Evans: Der "Kiwi" war nur eine Tausendstelsekunde langsamer als seine Rekordrunde aus dem Viertelfinale. Beide Jaguar-Fahrer damit im Finale und in der ersten Startreihe - zum zweiten Mal nach dem New York E-Prix 2021.

Finale: Sam Bird vs. Mitch Evans

Im Finale ging Jaguar keine großen Risiken ein. In Sektor 1 waren beide Piloten fast gleich schnell. Dann machte Bird jedoch einen Fehler und verlor mehr als eine Sekunde auf seinen Teamkollegen. Evans brachte seinen Vorsprung erwartungsgemäß ins Ziel und sicherte sich damit die Pole-Position sowie drei wichtige Punkte für die Meisterschaft. Ebenfalls wichtig: Bird kann im Rennen den "Wingman" für Evans geben, um die Rivalen für Evans auf Abstand zu halten.

Das erste Rennen in der italienischen Hauptstadt beginnt um 15:00 Uhr (MESZ). ProSieben überträgt den Hankook Rom E-Prix live im Free-TV, ran.de im Livestream. Wir begleiten den 13. Saisonlauf wie gewohnt in unserem beliebten Hankook Formel E Liveticker.

Ergebnisse, Zeiten & Startaufstellung

Gesamtwertung (Fahrer & Teams)

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