Formel E

Formel E in Saudi-Arabien: Jean-Eric Vergne bezwingt Mitch Evans & holt Pole-Position-Rekord am Freitag

Timo Pape

Timo Pape

Jean-Eric Vergne hat sich in einem spannenden Formel-E-Qualifying am Freitag gegen Favorit Mitch Evans durchgesetzt. Der Franzose im DS Penske drehte im Finale noch einmal auf und holte sich Startplatz 1 beim Diriyah E-Prix sowie den Formel-E-Rekord für die meisten Pole-Positions: Wie Sebastien Buemi steht er nun bei 16 Poles. Sergio Sette Camara wurde sensationell Vierter hinter Jake Dennis. WM-Spitzenreiter Pascal Wehrlein geht als Sechster ins Rennen.

Gruppe A: Favoriten setzen sich durch

Zum Auftakt der Qualifikation ging am Freitag eine wahre "Todesgruppe" mit Schwergewichten wie Pascal Wehrlein, Jake Dennis, Nick Cassidy, Mitch Evans und Robin Frijns auf die Strecke. In den ersten sechs Minuten ging es wie gewohnt darum, eine wettbewerbsfähige Rundenzeit zu setzen und sich an die Limits heranzutasten. Am besten gelang dies Wehrlein. Der Deutsche war gut zwei Zehntelsekunden schneller als Dennis. Auf den Plätzen 3 und 4 folgten die beiden Jaguar-Werksfahrer, bevor es zum Reifenwechsel ging.

Wie schon im Training wurde die Strecke bei den folgenden Versuchen noch einmal schneller. Zuerst holte sich Jake Hughes - Pole-Sitter von 2023 - die Bestzeit. Wehrlein konterte jedoch wenig später. Dann übernahm Dennis die Spitze, anschließend Nick Cassidy. Der Neuseeländer sollte auf Platz 1 vor Dennis und Wehrlein bleiben. Mitch Evans konnte sich noch auf Rang 4 verbessern und zog damit ebenfalls in die Duellphase ein. Dahinter reihten sich ein: Hughes, Frijns (nach Mauerkontakt in Kurve 14), Oliver Rowland, Nico Müller, Lucas di Grassi, Edo Mortara und Nyck de Vries.

Gruppe B: Sette Camara sensationell, doch Vergne noch schneller

In der ersten Hälfte von Gruppe B ließ einmal mehr an diesem Rennwochenende Sergio Sette Camara sein Talent aufblitzen. Der ERT-Fahrer war bei den ersten Versuchen gar der Schnellste - mit einer Rundenzeit, die in Gruppe A für das Viertelfinale gereicht hätte. Max Günther setzte die zweitbeste Zeit vor Sam Bird und Stoffel Vandoorne. Bird beklagte sich zwischenzeitlich am Funk über Hitze an seinem Rücken. Es schien jedoch kein Problem mit seinem McLaren zu geben.

Nach dem Reifenwechsel ging für die elf Piloten um alles. Einige schafften es dabei gerade so rechtzeitig vor Ablauf der Zeit über die Linie. Jean-Eric Vergne setzte mit seinem letzten Versuch die absolute Bestzeit. Sette Camara blieb Zweiter vor Günther. Norman Nato rückte noch auf den vierten Platz und damit in die Duellphase vor. Auf den übrigen Positionen landeten Bird, Vandoorne, Sebastien Buemi, Sacha Fenestraz (mit kleinem Mauerkontakt), Antonio Felix da Costa, Dan Ticktum und Jehan Daruvala. Dem Inder fehlte mehr als eine Sekunde auf seinen Maserati-Teamkollegen.

Viertelfinale

VF1: Pascal Wehrlein vs. Jake Dennis

Im ersten Viertelfinale kam es zum Duell der Porsche-Giganten. Jake Dennis holte in Sektor 1 bereits gut zwei Zehntelsekunden gegen Pascal Wehrlein heraus. Im zweiten Abschnitt waren beide auf Augenhöhe, bevor Sektor 3 an Wehrlein ging. Am Ende setzte sich Dennis jedoch mit 83 Tausendstelsekunden Vorsprung gegen den WM-Spitzenreiter durch, der sich damit von einem Startplatz ganz vorn verabschieden musste! Stattdessen geht der Deutsche von Position 6 aus ins Rennen.

VF2: Mitch Evans vs. Nick Cassidy

Im Duell der beiden Jaguar-Werksfahrer erwischte Mitch Evans einen herausragenden Start und war ganze vier Zehntelsekunden schneller als Nick Cassidy. Den Abstand verdoppelte der "Kiwi" sogar noch in Sektor 2. Zwar ging der letzte Streckenteil klar an Cassidy, doch unter dem Strich hatte Evans immer noch eine halbe Sekunde Vorsprung auf seinen Teamkollegen und zog souverän ins Halbfinale ein.

VF3: Max Günther vs. Sergio Sette Camara

Dann kam der Überflieger des bisherigen Rennwochenendes - Sergio Sette Camara - und war in Sektor 1 direkt schon wieder schneller als Max Günther. Auch der zweite Abschnitt ging mit leichtem Vorteil an den Brasilianer. In Sektor 3 gewann er abermals drei Zehntelsekunden und schlug Günther (Startplatz 8) damit klar und deutlich mit vier Zehntelsekunden Vorsprung. ERT im Halbfinale des Qualifyings!

VF4: Norman Nato vs. Jean-Eric Vergne

Das letzte Viertelfinale eröffneten Norman Nato und Jean-Eric Vergne mit fast identischen Zeiten. Im zweiten Sektor konnte sich Vergne einen kleinen Puffer herausarbeiten. Seinen Vorsprung konnte der DS-Penske-Pilot gegen Ende seiner Runde noch auf drei Zehntelsekunden ausbauen. Damit qualifizierte sich "JEV" für die Runde der letzten Vier - mit vier verschiedenen Antriebssträngen.

Halbfinale

HF1: Jake Dennis vs. Mitch Evans

Das erste Halbfinale kam bereits einer Vorentscheidung im Kampf um die Pole-Position gleich - so vermuteten zumindest viele. Evans erwischte einen besseren ersten Sektor und war auch im zweiten Abschnitt schneller als Meister Dennis. Zwar konnte der Brite noch einmal aufholen, doch am Ende fehlten ihm 87 Tausendstelsekunden auf den Jaguar-Fahrer. Evans damit im Finale!

HF2: Sergio Sette Camara vs. Jean-Eric Vergne

Im zweiten Halbfinale gelang Vergne der bessere Auftakt. Sette Camara konterte jedoch im zweiten Streckenteil, sodass es noch einmal spannend wurde. Am Ende setzte sich Vergne aber klar mit fast einer halben Sekunde Vorsprung durch, weil Sette Camara viel Zeit gegen Ende seiner Runde liegenließ. Vergne traf damit im Quali-Finale auf Evans. Doch auch Sette Camara durfte sich freuen über einen beeindruckenden vierten Startplatz hinter Dennis.

Finale: Jean-Eric Vergne vs. Mitch Evans

Im Finale von Diriyah ging Vergne zuerst auf seine schnelle Runde, Evans folgte mit einigen Sekunden Abstand. In Sektor 1 waren beide bis auf fünf Tausendstelsekunden gleich schnell! In Sektor 2 konnte sich Evans jedoch einen minimalen Vorsprung aufbauen. Vergne legte aber alles in den letzten Sektor und schlug den Favoriten Evans tatsächlich um 72 Tausendstel - Vergne nach bärenstarker Qualifikation auf Pole-Position!

Es war die insgesamt 16. Pole-Position für Vergne in der Elektro-Rennserie (alle Formel-E-Statistiken). Damit egalisierte er den bestehenden Rekord von Sebastien Buemi. Zuletzt hatte Vergne beim Jakarta E-Prix 2022 auf dem ersten Startplatz gestanden - eine lange Durstrecke ging somit für den Doppelchampion zu Ende. Sein Team DS Penske freute sich über die erste Pole seit Stoffel Vandoornes Quali-Erfolg beim Sao Paulo E-Prix 2023.

Der zweite Saisonlauf der Formel-E-Saison 2024 findet am Freitagabend um 18 Uhr (MEZ) statt. Der neue Fernsehsender DF1 überträgt den Diriyah E-Prix in Deutschland live im Free-TV sowie im Livestream auf df1.de. e-Formel.de begleitet das Rennen in Saudi-Arabien wie gewohnt im beliebten Hankook Formel E Liveticker.

Ergebnisse, Zeiten & Startaufstellung

Gesamtwertung (Fahrer & Teams)

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