Formel E

Formel E: Jaguar-Pilot Mitch Evans gewinnt actionreiches Samstagsrennen in Rom

Timo Pape

Timo Pape

Mitch-Evans-Jaguar-from-above-Rome-2022

Mitch Evans hat das Samstagsrennen der Formel E in Rom gewonnen. Der Jaguar-Pilot kämpfte sich vom neunten Startplatz bis an die Spitze vor und brachte seinen ersten Saisonsieg letztlich souverän ins Ziel. Das Podium komplettierten nach einem äußerst unterhaltsamen Rennen mit vielen Positionswechseln Robin Frijns (Envision) und Stoffel Vandoorne (Mercedes). Bester Deutscher war am Ende Pascal Wehrlein auf Platz 8.

Zu Beginn des Samstagsrennens wurde es direkt turbulent. Robin Frijns erwischte einen guten Start, doch Pole-Sitter Stoffel Vandoorne machte die Innenbahn dicht und blieb vorn. Jake Dennis verschätzte sich beim Anbremsen auf Kurve 7, rutschte beinahe an den beiden DS vorbei, zog aber im letzten Moment zurück. Weiter hinten schepperte es jedoch in der engen Linkskurve. Oliver Rowland drehte sich nach einem Kontakt mit Edo Mortara, wodurch sich einige Fahrer dahinter einreihen mussten und auffuhren. Unter anderem Lucas di Grassi fiel dadurch weit zurück. Teamkollege Mortara erhielt für den Kontakt mit Rowland später eine 5-Sekunden-Zeitstrafe.

Auch Sam Bird fing sich in dieser Situation einen Schaden an der Front ein, konnte unter dem Strich aber Plätze gutmachen und war nun bereits Zehnter. Sein Jaguar-Teamkollege Mitch Evans war ebenfalls auf dem Vormarsch und überholte die beiden Porsche. Max Günther schlug schon auf dem Weg zu Kurve 7 rechts an der Mauer an. Etwas später, in Kurve 9, krachte er schließlich frontal in die TecPro-Barriere - offenbar bedingt durch den Schaden zuvor. Die Rennleitung rief zunächst Full-Course-Yellow aus und schickte dann das Safety-Car auf die Strecke.

Mit 34 verbleibenden Minuten auf der Uhr ging es schließlich im Renntempo weiter. In den ersten Umläufen passierte jedoch nicht viel, bis sich Antonio Felix da Costa nach fünf Runden als Erster der Spitzengruppe seinen ersten von zwei obligatorischen Attack-Modes holte. Wenige Sekunden später setzte Frijns vor Kurve 4 zum Angriff an und überholte Vandoorne für die Führung beim Rom E-Prix!

Wechselspielchen in der Spitzengruppe

Im nächsten Umlauf reagierten die beiden Mercedes-Fahrer sowie Jean-Eric Vergne und bewaffneten sich ihrerseits mit dem Attack-Mode. Felix da Costa ging dadurch zunächst an den beiden Mercedes vorbei. Frijns konnte sich eine kleine Lücke herausfahren, sodass er eine weitere Runde später trotz Attack-Zone-Passage die Führung behielt. Vandoorne griff anschließend Felix da Costa an und kämpfte sich auf Rang 2 zurück. Auch Nyck de Vries zwängte sich am Portugiesen vorbei, wodurch dieser auch noch einen Platz gegen Vergne verlor.

De Vries verteidigte sich gegen einen Angriff von Vergne und blieb Dritter hinter Frijns und Vandoorne. Felix da Costa musste seinerseits eher in die Rückspielen schauen, denn hinter ihm machte Jake Dennis Druck. Auf der Startgeraden ging er schließlich vorbei und übernahm Rang 5 - allerdings nicht ohne Kontakt, der Felix da Costa aus dem Rhythmus brachte. Dennis sollte später eine 5-Sekunden-Zeitstrafe dafür erhalten. Auch Evans schlüpfte mit durch - Felix da Costa jetzt nur noch Siebter.

Dann holte sich Frijns bereits seinen zweiten Attack-Mode und fiel zunächst hinter Vandoorne zurück. Wenige Kurven später schnappte er sich den Belgier jedoch wieder. Dahinter kämpfte Vergne - ebenfalls im Attack-Mode - gegen Evans um Platz 4. Der Neuseeländer konzentrierte sich jedoch vielmehr nach vorn und überholte de Vries in der Bergaufpassage vor Kurve 7. Evans nun bereits Dritter hinter Frijns und Vandoorne.

Evans macht Ernst

Eine Viertelstunde vor Ablauf der regulären Rennzeit lief Frijns' Attack-Mode aus - Vandoorne hatte seine Zusatzleistung jedoch noch deutlich länger zur Verfügung. So griff er Frijns außen herum an und setzte sich noch vor Kurve 7 vor den Niederländer. Vandoorne damit wieder in Führung! Wenig später griff Vergne beherzt de Vries an und zwängte sich am amtierenden Champion vorbei.

Evans holte sich als letzter Fahrer der Spitzengruppe seinen zweiten Attack-Mode. Mit der Zusatzleistung näherte er sich schnell dem Führungsduo, das gleichzeitig die Position tauschte - Frijns nun wieder vorn. Dann griff Evans bereits Vandoorne an und rückte auf Platz 2 vor. Nun machte der "Kiwi" Jagd auf Frijns. Auf der Startgeraden ging Evans schließlich außen vorbei und übernahm die Führung beim Rom E-Prix!

Dennis kämpfte sich im Attack-Mode bis auf den zweiten Platz vor - wohl wissend jedoch um seine Zeitstrafe, die am Ende auf seine Rennzeit addiert würde. Zudem hatte der Brite zu diesem Zeitpunkt am meisten Energie verbraucht. In dieser Hinsicht stand ebenfalls der Führende, Evans, am besten da. Am Funk diskutierte das Jaguar-Team die Option, das Rennen am Ende eine Runde länger zu gestalten, wie es Porsche in Mexiko getan hatte. Kurz vor Schluss gab die Formel E eine "Nachspielzeit" von 5:15 Minuten bekannt.

Jaguar souverän, Frijns dreht auf

Auf der Startgeraden zündete Vandoorne seinen FANBOOST und zog damit überraschend an Frijns vorbei. Dennis musste nun langsamer machen und das Duo Vandoorne/Frijns vorbeilassen. Der Andretti-Fahrer sollte später weitere Positionen verlieren. Edo Mortara, Gesamtführender der Formel E, arbeitete sich indes still und heimlich nach vorn. Rund sechs Minuten vor Schluss fuhr der Venturi-Pilot bereits auf Position 5. Evans setzte sich derweil deutlich ab - zu diesem Zeitpunkt bereits um mehr als sechs Sekunden.

In Kurve 7 überholte Vergne überraschend Frijns und lag damit plötzlich auf Podiumskurs. Nun machte der Franzose sogar Druck auf Vandoorne. Stattdessen konterte jedoch Frijns am Obelisk und holte sich Rang 3 zurück. Wenige Kurven später attackierte der Envision-Fahrer auch noch Vandoorne und übernahm Platz 2! Fast zeitgleich musste de Vries an die Box kommen und das Rennen aufgeben.

Dahinter ging es eng zu: Bird holte sich Platz 5 von Mortara, während Evans die letzte Runde eröffnete. Auf den letzten 3,38 Kilometern musste kaum noch jemand Energie sparen, da sich Jaguar entschieden hatte, das Rennen nicht zu verlängern und lieber auf Nummer sicher zu gehen. An der Spitze änderte sich somit nichts mehr: Evans brachte seinen Vorsprung von knapp sechs Sekunden souverän ins Ziel. Frijns wurde Zweiter vor Vandoorne, Vergne und Bird.

Meisterteam Mercedes zurück an der Spitze

In der Gesamtwertung führt weiterhin Edo Mortara die Fahrer-WM an. Stoffel Vandoorne machte jedoch einen großen Sprung auf Platz 2 und liegt nur drei Zähler hinter dem Venturi-Fahrer. Robin Frijns ist nun Dritter vor Vergne, de Vries und Wehrlein. Bei den Teams gab es hingegen einen Führungswechsel: Mercedes-EQ hat nach vier Saisonläufen die Spitze des Klassements übernommen. Zweiter ist Venturi vor Porsche und DS Techeetah.

Das zweite Rom-Rennen steigt am Sonntag und beginnt ebenfalls um 15 Uhr. ProSieben überträgt wie gewohnt live im Free-TV, e-Formel.de berichtet im Liveticker.

Ergebnisse & Zeiten

Gesamtwertung (Fahrer & Teams)

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