Formel E

Formel E: Jaguar-Pilot Nick Cassidy siegt im Samstagsrennen von Saudi-Arabien

Timo Pape

Timo Pape

Nick-Cassidy-Jaguar-Diriyah-2024

Nick Cassidy hat das Samstagsrennen der Formel E in Saudi-Arabien gewonnen. Im zweiten Lauf des Diriyah E-Prix setzte sich der Jaguar-Fahrer gegen Robin Frijns durch und übernahm dadurch die WM-Führung. Oliver Rowland im Nissan komplettierte das Podium. Pascal Wehrlein wurde Siebter, Meister Jake Dennis Zehnter.

Oliver Rowland erwischte von der Pole-Position aus keinen guten Start und musste Robin Frijns schon in Kurve 1 passieren lassen. Auch Nick Cassidy witterte seine Chance auf der Außenbahn, blieb aber Dritter. Sonst gab es in der ersten Runde kaum Platzveränderungen. Dan Ticktum erlebte jedoch den nächsten Rückschlag, als er sich bei einem Fremdkontakt den Frontflügel beschädigte. Er war Mitch Evans ins Heck gerutscht. Der ERT-Pilot kam zum Tausch des Teils an die Box.

Da das Samstagsrennen eine Runde kürzer war als am Vortag, spielte das Energiesparen eine noch kleinere Rolle. Das Renntempo war entsprechend hoch. Jake Hughes griff Jehan Daruvala an und luchste ihm den fünften Platz ab. Rowland holte als erster Fahrer der Spitzengruppe seinen ersten von zwei Attack-Modes und fiel hinter Cassidy zurück. Eine Runde später ging auch der führende Frijns durch die Attack-Zone und verlor Platz 1 dadurch an Cassidy.

Rowland holte direkt auch seinen zweiten Attack-Mode und verteidigte Platz 3 gegen Stoffel Vandoorne. Cassidy enteilte an der Spitze, um sich einen Sicherheitsvorsprung zu erarbeiten. Als er diesen hatte, fuhr er seinerseits durch die Attack-Zone und blieb vorn - auch weil Frijns bereits seinen zweiten Attack-Mode aktivierte. Sam Bird griff auf der langen Geraden Sergio Sette Camara an und überholte ihn für Platz 9. Daruvala verlor durch den Attack-Mode eine weitere Position gegen Sacha Fenestraz. Sonst gab es in den ersten zehn Runden kaum Überholmanöver.

Cassidy & Frijns fliegen, um dann wieder zu verlangsamen

Pascal Wehrlein griff Sette Camara an und zwängte sich in Kurve 18 vorbei - nicht jedoch ohne Kontakt. Der WM-Spitzenreiter war damit in den Top 10 angelangt. Sette Camara wurde anschließend in weitere Duelle verwickelt und verlor nach und nach Positionen. An der Spitze setzten sich derweil die beiden Jaguar-Fahrzeuge von Cassidy und Frijns ab. Der Vorsprung des Duos auf Rowland betrug nach 16 von 36 Runden gut fünf Sekunden. Dann nahmen beide jedoch etwas Tempo raus, um Energie zu sparen - das Feld kam wieder näher heran. Hughes ging an Vandoorne vorbei und übernahm den vierten Platz.

Frijns erhöhte den Druck auf Cassidy, hatte zu diesem Zeitpunkt aber 0,4 Prozent weniger Energiereserven als der Jaguar-Werksfahrer. Bird griff Fenestraz an, wurde dabei jedoch weit nach außen gedrängt. Statt einen Platz zu gewinnen, verlor er sogar einen gegen Wehrlein, der nun Achter war. Zudem heimste sich Bird einen Schaden an der Front ein. Er musste seinen McLaren an die Box steuern und aufgeben.

Wehrlein setzte nun Jean-Eric Vergne unter Druck und überholte den Zweitplatzierten vom Freitag mit einem guten Manöver für Platz 7. In den Top 10 hatten in Runde 24 alle Fahrer ihre Attack-Modes absolviert. Am Ende der langen Geraden verbremste sich Daruvala und fuhr geradeaus in die Auslaufzone. Der Inder fiel vom zehnten auf den 15. Platz zurück. Rowland hatte inzwischen die Lücke zum Führungsduo geschlossen - alles wieder drin für den Nissan-Fahrer, der zudem einen leichten Energievorteil hatte.

Cassidy hält dem Druck stand

Dann der nächste Schreck für Maserati: Wieder fuhr Daruvala in Kurve 18 geradeaus, blieb diesmal aber in der Auslaufzone stehen. "Ich habe keine Rekuperation mehr - irgendein Problem mit den Bremsen", funkte er. Über längere Zeit wurden an der Stelle gelbe Flaggen geschwenkt, bis das Auto weggeschoben werden konnte. Cassidy geriet zunehmend unter Druck von Frijns und funkte an sein Team: "Wenn ich weiter so viel Energie sparen muss, werde ich sterben."

Doch nicht nur der Führende musste in die Rückspiegel schauen. Auch Frijns sah sich Angriffen von Rowland ausgesetzt. Dann ging es bereits in die letzte Runde. Nato verbremste sich in Kurve 18, fuhr aber ohnehin am Ende des Feldes. Der Fokus lag nun auf der Spitzengruppe. Frijns versuchte, noch einmal Druck zu machen, doch Cassidy ließ nichts mehr zu. Mit knapp 1,2 Sekunden Vorsprung fuhr er als Erster über die Ziellinie. Frijns wurde Zweiter vor Rowland und Hughes.

Durch seinen sechsten Formel-E-Sieg - den ersten mit Jaguar TCS Racing - übernahm Cassidy die Führung in der Fahrerweltmeisterschaft. Zweiter ist Wehrlein, gefolgt von Vergne und Dennis. Bei den Teams hat Jaguar die Nase klar vorn. Dahinter folgen DS Penske, Andretti und Porsche. Weltmeister Envision ist Fünfter. Mahindra und ABT sind die einzigen verbliebenen Teams ohne Punkte.

Das nächste Formel-E-Rennen findet in sieben Wochen statt: Am 16. März gastiert die Elektroserie zum zweiten Mal in Sao Paulo.

Ergebnisse & Zeiten

Gesamtwertung (Fahrer & Teams)

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