Formel E

Formel-E-Kalender für Saison 5: Auftakt in Saudi-Arabien wird wahrscheinlicher

Tobias Wirtz

Tobias Wirtz

Die Anzeichen dafür, dass die fünfte Saison der Formel E am 8. Dezember 2018 in der saudi-arabischen Hauptstadt Riad beginnen könnte, verdichten sich. Das berichtet 'e-racing365'. Obwohl mit dem Reem International Circuit bereits eine permanente Rennstrecke nahe der Stadt existiert, auf der hauptsächlich nationale GT3-Rennen ausgetragen werden, soll der Saisonauftakt auf einem eigens für die Formel E errichteten Straßenkurs stattfinden. Das Land auf der arabischen Halbinsel hat erst vor kurzem seine Einreisegesetze gelockert: Erstmals seit 2010 sind nun Visa für Touristen verfügbar.

Ein E-Prix in einem Land, dessen Reichtum hauptsächlich auf der Ölförderung beruht, mag auf den ersten Blick seltsam erscheinen. Aber auch die Saudis sind sich den schwindenden Ölreserven bewusst und wollen bei der weltweit wachsenden Elektromobilität den Anschluss nicht verpassen. Ein Rennen der nachhaltigsten internationalen Rennserie wäre hierfür zweifellos ein wichtiges Zeichen. Außerdem verspricht man sich davon eine Ankurbelung des Tourismus, nachdem in der letzten Zeit bereits hohe Beträge in den Aufbau einer strukturierten Tourismus-Industrie investiert wurden. Deshalb wäre ein langfristiger Vertrag mit der Formel E wahrscheinlich. Die gleichen Beweggründe hatte schon die Regierung von Aserbaidschan, als man 2016 die Formel 1 nach Baku holte.

Der Hongkong E-Prix - zuletzt zweimal in Folge Saisonauftakt - könnte in diesem Zuge in den März verlegt werden und den Asien-Teil des Rennkalenders eröffnen. Direkt im Anschluss soll es nämlich nach China gehen. Möglicherweise kommt es in knapp einem Jahr zum ersten Haikou E-Prix auf der Insel Hainan. Die zuständige Provinzregierung habe im vergangenen Monat die Zusage erteilt, sodass einem Rennen nichts mehr im Wege steht, heißt es. "Vieles ist noch offen, aber es ist ziemlich sicher, dass es im März sein wird", hatte Alejandro Agag, CEO der Formel E, bereits im vergangenen Monat gesagt."Wir werden vermutlich bis April warten, bevor wir etwas veröffentlichen, und dann werden wir den Kalender im Juni dem FIA-Weltrat vorstellen", erklärte er die weitere Vorgehensweise.

Derzeit noch unklar sind die Termine für die Rennen in Südamerika. Nach dem Erfolg des diesjährigen Rennens in Chile führt die Formel E derzeit ausführliche Gespräche über eine erneute Austragung des Santiago E-Prix. Diskutiert wird jedoch ein anderer Standort innerhalb der Stadt. Darüber hinaus ist auch eine Rückkehr nach Buenos Aires im Bereich des Möglichen, da das zweitgrößte Land Südamerikas ein sehr bedeutender Markt für viele der involvierten Hersteller und Unternehmen in der Formel E ist. Beim Rennen in Punta del Este trafen sich bereits Vertreter der argentinischen Hauptstadt mit den Verantwortlichen der Formel E, um über eine Wiederaufnahme in den Rennkalender zu verhandeln. Ob dies jedoch bereits im Frühjahr 2019 gelingen kann, ist fraglich. Mexiko-Stadt hingegen gilt als gesetzt, genau wie der dritte Marrakesch E-Prix im Januar.

Der Auftakt für die Europa-Rennen könnte erneut in Rom stattfinden, sollte sich das Debütrennen in der italienischen Hauptstadt als Erfolg erweisen. Darüber hinaus wird Monaco 2019 wieder Teil des Rennkalenders sein. Erstmals wird im Fürstentum wie in der Formel 1 auf dem kompletten Kurs gefahren. Außerdem sind Paris und Zürich gesetzt.

Kommt München als Ersatz für Berlin?

Etwas ungewisser ist da abermals die Zukunft von Berlin, obwohl das Rennen in der deutschen Hauptstadt als einziger Fixpunkt in allen bisherigen Saisons vorhanden war. Der Grund hierfür ist nicht neu: Die Formel E ist nach wie vor nicht zu 100 Prozent zufrieden damit, das Rennen auf dem stillgelegten Flughafen Tempelhof durchzuführen. Alejandro Agag drängt auf eine Austragung des Rennens in der Stadt, sodass derzeit untersucht wird, unter welchen Voraussetzungen eine Rückkehr auf den Straßenkurs auf der Karl-Marx-Allee möglich wäre. Ein Rennen auf der Theresienwiese in München, wie e-Formel.de bereits im vergangenen Juli berichtete, gilt auch weiterhin als mögliche Alternative, sollte ein Berlin E-Prix 2019 nicht zustande kommen.

Anschließend dürfte die Saison erneut in Nordamerika enden. Neben dem Rennen in New York ist eine Rückkehr nach Kanada vorgesehen. Montreal hatte das Rennen trotz gültigem Vertrag mit der Formel E im vergangenen Dezember zwar abgesagt, die Rennserie legte jedoch rechtliche Schritte gegen die Stadt ein. Bis zur endgültigen Klärung der Angelegenheit ist der Austragungsort daher offen. Als wahrscheinlichste Alternativen gelten hier Toronto und Vancouver.

Darüber hinaus wurden Studien zum Umsetzbarkeit eines Rennens in Kopenhagen, Lissabon und Budapest durchgeführt. Ein E-Prix wäre jedoch voraussichtlich frühestens 2020 umsetzbar. Gut möglich, dass wir in den kommenden Jahren weitere Rennen in Europa erleben werden.

Der offizielle Rennkalender soll im Juni vom FIA-Weltmotorsportrat (WMSC) bei seiner Sitzung in Manila beschlossen werden.

So könnte der Rennkalender für Saison 5 aussehen

 

08.12.2018 Riad Saudi-Arabien
Januar 2019 Marrakesch Marokko
Januar 2019 Santiago Chile
Februar 2019 Mexiko-Stadt Mexiko
März 2019 Hongkong Hongkong
März 2019 Haikou China
April 2019 Rom Italien
April 2019 Paris Frankreich
Mai 2019 Monaco Monaco
Mai 2019 Berlin/München Deutschland
Juni 2019 Zürich Schweiz
Juli 2019 New York USA
Juli 2019 tba Kanada

 

Zurück

0 Kommentare

Einen Kommentar schreiben

Bitte addieren Sie 3 und 6.
Advertisement