Formel E

Formel-E-Kalender: Korruptionsvorwürfe in Indonesien, China unsicher, Schweden für 2023 im Gespräch

Svenja König

Svenja König

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Vor der Sitzung des Weltmotorsportrats (WMSC) Mitte Dezember wird viel über zukünftige Rennkalender der Formel E diskutiert. Im Streit um die Finanzierung des Jakarta E-Prix haben sich nun örtliche Behörden eingeschaltet und untersuchen einen potenziellen Korruptionsfall. Auch das für Mai 2022 geplante Rennen in China steht weiterhin auf der Kippe. Für 2023 sind jedoch neue Austragungsorte im Gespräch - unter anderem in Schweden.

Insgesamt habe die Regierung von Jakarta unter der Führung Anies Baswedan mittlerweile mehr als 900 Milliarden Rupiah an die Formel-E-Dachorganisation FEO bezahlt, um einen Slot im Rennkalender zu erhalten, berichtet 'Formula E Zone'. Das entspricht einer Gesamtsumme von etwa 55 Millionen Euro. Bereits im September und Oktober hatte es deshalb Demonstrationen in der indonesischen Hauptstadt gegeben.

Nun ermittelt die nationale "Kommission zur Bereinigung der Korruption", ob die erste Zahlung an die Formel E im August 2019 rechtmäßig vollzogen wurde. Ein Mitglied der Indonesischen Solidaritätspartei (PSI) schrieb dazu in einer Erklärung an den Legislativrat: "Wenn Anies Baswedan das Amt für Jugend und Sport der Stadt Jakarta, Diaspora, anweist, die Bereitstellungsgebühr ohne eine Rechnung zu zahlen, verstößt das möglicherweise gegen die Regierungsverordnung Nr. 12 von 2019." Offen blieb darin ebenfalls die Frage, warum die Stadt sich weigere, die Rechnung der FEO offenzulegen.

In einer Pressekonferenz Anfang November wollte sich Baswedan nicht zu den Vorwürfen äußern. Politische Gegner werfen ihm vor, das Formel-E-Projekt unbedingt durchsetzen zu wollen, um andere mutmaßliche Skandale zu verschleiern. Der Vertrag mit der Formel E ist noch bis 2024 gültig. Aktuelle Studien berechnen, das bis 2025 etwa die Hälfte der Stadt unter dem Meeresspiegel liegen könnte.

China E-Prix wahrscheinlich als Geisterrennen

Auch ein Formel-E-Rennen in China, welches zunächst für März 2022 angesetzt war, steht aktuell auf der Kippe. Ob das Rennen stattfinden kann, hänge stark vom Verlauf der Olympischen Winterspiele ab, die im Februar in Peking ausgetragen werden. Die Kollegen von 'The Race' berichten, dass ein Rennen, das wahrscheinlich in Sanya ausgefahren würde, nur als "Geisterrennen" hinter verschlossenen Türen stattfinden könnte.

Nichtsdestotrotz will die Formel E an dem Rennen festhalten, da Partner wie beispielsweise Titelsponsor ABB, Automobilhersteller und nicht zuletzt die Serie selbst ein großes Marktpotenzial in China sehen. Dafür arbeite die Elektroformel gerade mit dem lokalen Veranstalter an einem neuen Übertragungskonzept für China. Bisher habe die Übertragung vor allem aus linearem Fernsehen und Digitalplattformen bestanden. Für die achte Saison soll das Programm fanorientierter gestaltet werden. Für einige Fahrer liegt das Rennen indes terminlich unglücklich, denn am selben Wochenende findet der Lauf der WEC in Sebring statt.

Dragon-Car-Diriyya

Rennkalender wird für Gen3 erweitert

Für die dritte Formel-E-Saison will die Elektroserie die Anzahl der Rennen von 16 auf 18 erhöhen. Dafür ist unter anderem mindestens ein weiteres Europarennen geplant. Die niederländische Stadt Eindhoven ist dafür seit einiger Zeit in Verhandlungen mit der Formel E. Die Organisator:innen für ein mögliches Event sind laut 'The Race’ zuletzt beim Berlin E-Prix vor Ort gewesen und hätten weiter mit der Serie verhandelt.

Zusätzlich ist auch Schweden auf das Radar der Formel E gerückt. Helsingborg, eine 100.000-Einwohner-Stadt rund 60 Kilometer nördlich von Malmö, hatte sich schon länger für ein Event beworben. Bessere Aussichten habe allerdings die Hauptstadt Stockholm. Außerhalb Europas laufen zudem Verhandlungen über ein Rennen in Houston (USA).

Bei der Sitzung des Weltmotorsportrats am 15. Dezember könnte eine Entscheidung über die Location des China-Rennens fallen.

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