Formel E

Formel E legt sich bis 2031 auf Austin fest: Diese Alternativen wurden ebenfalls geprüft

Tobias Wirtz

Tobias Wirtz

Circuit of the Americas

e-Formel.de liegen Behördenunterlagen aus Texas sowie ein Schreiben der Formel E vor: Demnach wurde Austin für die Jahre 2027 bis 2031 als Austragungsort ausgewählt. Zuvor prüfte die Rennserie deutlich mehr Alternativen als bislang bekannt, darunter Laguna Seca, Sonoma, Phoenix und Nashville sowie Standorte in Deutschland, Thailand, Südafrika, Kenia und Australien. In Deutschland dürfte es sich um den Norisring gehandelt haben.

Austin soll für fünf Jahre zum festen Bestandteil des Formel-E-Kalenders werden. Das geht aus einem Schreiben der Rennserie an die Verantwortlichen in Travis County hervor, das e-Formel.de vorliegt. Das erste Rennwochenende ist für den 5. und 6. Februar 2027 vorgesehen, die Termine für die folgenden vier Jahre sollen jeweils zwischen den beteiligten Parteien abgestimmt werden.

Auch die Behördenunterlagen bestätigen die langfristige Planung. Demnach sicherte sich Travis County im Juli 2026 den Zuschlag im Auswahlverfahren für die Austragung der Formel E auf der Rennstrecke bei Austin. Anfang September stimmte das Commissioners Court, das politische Entscheidungsgremium von Travis County, außerdem der Beteiligung am Texas Event Trust Fund und der Einsetzung des örtlichen Organisationskomitees CELOC für die Veranstaltungen von 2027 bis 2031 zu.

Ganz abgeschlossen waren die vertraglichen Details allerdings noch nicht. Aus dem Schreiben der Formel E geht hervor, dass ein sogenannter "Event Support Contract" zur lokalen und staatlichen Unterstützung der Veranstaltungen noch nicht finalisiert war. Die Standortentscheidung für Austin und der geplante Zeitraum von fünf Jahren waren dagegen bereits festgelegt.

Bei der Auswahl wurden dem Schreiben zufolge unter anderem technische Machbarkeit, sportliche Eignung, klimatische Bedingungen, kommerzielles Potenzial und die langfristige strategische Bedeutung eines Standorts bewertet. Dabei wurden deutlich mehr Alternativen untersucht als bislang bekannt.

Laguna Seca, Sonoma, Phoenix & Nashville wurden ebenfalls geprüft

Das Schreiben gibt außerdem Einblick in den Auswahlprozess. Demnach besichtigte die Rennserie mehrere Städte und Veranstaltungsorte in den USA. Genannt werden Laguna Seca, Sonoma, Downtown Phoenix, Virginia Beach, Nashville und Austin. Darüber hinaus wurden internationale Standorte unter anderem in Thailand, Deutschland, Südafrika, Kenia und Australien geprüft.

Bei Laguna Seca und Sonoma liegt die mögliche Rennstrecke auf der Hand: Mit dem WeatherTech Raceway Laguna Seca und dem Sonoma Raceway befinden sich dort zwei permanente Rundkurse. Für Phoenix nennt das Schreiben dagegen ausdrücklich Downtown Phoenix. Das spricht für Überlegungen zu einem temporären Stadtkurs im Stadtzentrum. Auch bei Virginia Beach geht aus den Dokumenten kein konkreter Kurs hervor. Eine für die Formel E naheliegende permanente Rundstrecke gibt es in der Stadt und ihrem direkten Umfeld nicht, weshalb hier eher ein temporärer Stadtkurs untersucht worden sein dürfte.

Als permanente Alternative in der Region Nashville käme der Nashville Superspeedway infrage. Die Anlage liegt in Lebanon außerhalb der Stadt und verfügt neben dem Oval über einen 2,25 Kilometer langen Straßenkurs. Ob die Formel E diesen tatsächlich geprüft hat, lässt sich aus den Unterlagen nicht ableiten.

Deutschland: Vieles spricht für den Norisring

Bei den internationalen Kandidaten nennt die Formel E lediglich die Länder, nicht die jeweiligen Städte oder Rennstrecken. Für Deutschland spricht jedoch einiges dafür, dass es sich um den Norisring in Nürnberg gehandelt haben dürfte. e-Formel.de hatte bereits im Februar über Gespräche zwischen der Formel E und den Verantwortlichen in Nürnberg berichtet. Demnach stand ein möglicher E-Prix auf dem traditionsreichen Stadtkurs bereits für 2027 im Raum. Formel-E-CEO Jeff Dodds bezeichnete den Norisring damals als "fantastischen" Straßenkurs.

Auch bei Thailand, Südafrika, Kenia und Australien nennt das Schreiben keine konkreten Standorte. Für Thailand kämen sowohl eine permanente Rennstrecke wie der Chang International Circuit in Buriram als auch ein Stadtkurs infrage. In der Vergangenheit war etwa Chiang Mai bereits als möglicher Formel-E-Austragungsort im Gespräch. Welchen Standort die Rennserie diesmal prüfte, bleibt offen.

In Südafrika wäre der 4,522 Kilometer lange Kyalami Grand Prix Circuit zwischen Johannesburg und Pretoria die prominenteste permanente Option. Denkbar wäre jedoch auch die Rückkehr auf einen Stadtkurs in Kapstadt. Aus den Unterlagen geht nicht hervor, welchen Standort die Formel E besichtigte.

Für Australien kommen mehrere permanente Strecken infrage, darunter der Sydney Motorsport Park und The Bend Motorsport Park. Für Kenia ist die Situation weniger eindeutig: In der aktuellen FIA-Liste homologierter Rundstrecken findet sich kein vergleichbarer permanenter Kurs im Land. Sollte die Formel E dort einen E-Prix geprüft haben, dürfte daher eher ein temporärer Straßenkurs im Fokus gestanden haben.

Am Ende fiel die Entscheidung auf Austin. Während der konkrete Event Support Contract zum Zeitpunkt der Unterlagen noch ausgearbeitet wurde, war die Planung für Veranstaltungen zwischen 2027 und 2031 bereits festgelegt. Die bislang nicht bekannten Alternativen geben zugleich erstmals Einblick, welche Märkte die Formel E bei ihrer Standortsuche bereits konkret geprüft hat.

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