Formel E: Lola baut vor Gen4-Debüt komplett neuen Rennbetrieb auf
Tobias Wirtz
Lucas di Grassi (X) / AI-assisted editing by e-Formula.news
Vor dem Gen4-Debüt stellt Lola seinen Formel-E-Auftritt grundlegend neu auf. Nach dem Ende der Zusammenarbeit mit ABT übernimmt der britische Hersteller den Rennbetrieb erstmals selbst und formiert dafür eine eigene Einsatzmannschaft in Silverstone. Parallel gibt es mehrere personelle Veränderungen und noch Arbeit an der Zuverlässigkeit des Gen4-Pakets.
Für Lola beginnt mit Gen4 praktisch ein zweites Formel-E-Debüt. In den vergangenen beiden Saisons entwickelte der britische Hersteller gemeinsam mit Yamaha den Antriebsstrang, während ABT Sportsline für den operativen Einsatz an der Rennstrecke verantwortlich war. Mit Saison 13 übernimmt Lola diesen Part selbst. Yamaha bleibt als technischer Partner für den Antriebsstrang an Bord.
Die Umstellung geht auch mit mehreren personellen Veränderungen innerhalb von Lola einher. Die meisten davon betreffen allerdings nicht den unmittelbaren sportlichen Betrieb: Commercial Director Keith Smout hat das Unternehmen verlassen, Finanzchefin Michaela Watts soll nach Informationen von FE Notebook ebenfalls vor dem Abschied stehen. Direkt relevant für die Einsatzmannschaft ist dagegen der Abgang von Team- und Operations-Manager David Clarke.
Bereits zuvor hatte mit Frederic Espinos ein weiterer Verantwortlicher aus der bisherigen, von ABT geprägten Einsatzstruktur die Mannschaft verlassen. Eine Schlüsselrolle beim Neuaufbau übernimmt nun Gerry Hughes.
Hughes übernimmt operative Führung des neuen Lola-Teams
Hughes wird als stellvertretender Teamchef sämtliche operativen und sportlichen Angelegenheiten verantworten und das Tagesgeschäft des neuen Lola Formula E Teams führen. Teamchef bleibt Mark Preston. Für Hughes ist es zugleich eine Rückkehr zu Lola: Unter anderem war er 2009 als Head of F1 Engineering für das Unternehmen tätig. In der Formel E leitete er zwischenzeitlich das damalige NIO-Team.
Hughes kommt damit eine zentrale Rolle beim Aufbau der neuen Einsatzstruktur zu. Anders als in den vergangenen beiden Jahren kann Lola nicht mehr auf die bestehende ABT-Struktur zurückgreifen, sondern muss Engineering, Rennbetrieb und organisatorische Abläufe weitgehend selbst organisieren. Yamaha spricht für Saison 13 entsprechend von einer vollständig erneuerten Teamstruktur.
Die personellen Veränderungen zeigen, wie umfassend Lola seine Strukturen vor dem Gen4-Start neu ordnet. Für den sportlichen Betrieb ist dabei vor allem entscheidend, wie schnell sich die neue Einsatzmannschaft unter Hughes einspielt.
Lola arbeitet vor Jarama noch an der Zuverlässigkeit des Gen4-Pakets
Ende August fuhr Dan Ticktum das Gen4-Entwicklungsfahrzeug bei einem zweitägigen Test in Guadix. Nach Informationen von FE Notebook zeigte das Paket dabei grundsätzlich vielversprechendes Tempo, allerdings traten auch Zuverlässigkeitsprobleme auf.
Anfang September arbeitete Lola anschließend auf dem dynamischen Prüfstand von AVL in Graz weiter. Weitere private Tests in Spanien sollten folgen. Damit dürfte vor Jarama vor allem die Arbeit an Standfestigkeit und Abstimmung im Fokus stehen.
Viel Zeit bleibt Lola dafür nicht: Vom 16. bis 20. November trifft das neu zusammengestellte Team beim offiziellen Vorsaison-Test auf dem Circuito del Jarama erstmals auf die gesamte Gen4-Konkurrenz. Bis dahin muss nicht nur das Auto zuverlässig funktionieren. Auch die neu aufgebaute Einsatzmannschaft muss sich erstmals als eigenständiges Lola Formula E Team im vollständigen Gen4-Feld bewähren.
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