Formel E

Formel E: Max Günther bezwingt Oliver Rowland beim Premierenrennen in Tokio

Timo Pape

Timo Pape

Maximilian Günther hat die Rennpremiere der Formel E in Tokio gewonnen. Der deutsche Maserati-Pilot arbeitete sich clever nach vorn und verteidigte sich in einer spannenden Schlussphase erfolgreich gegen Nissan-Fahrer Oliver Rowland, der als Zweiter erneut aufs Podium fuhr. Dritter wurde Jake Dennis (Andretti) vor den beiden Porsche-Piloten.

Pole-Sitter Oliver Rowland kam gut von der Stelle und verteidigte seine Linie direkt gegen Max Günther. Auf der Außenbahn schoss Edo Mortara heran und machte einen Platz gegen Günther gut. Zwischenzeitlich war er sogar vor Rowland, musste dann aber zurückstecken. Jake Dennis ging an Sergio Sette Camara vorbei. Unmittelbar dahinter gab es zunächst keine weiteren Positionswechsel.

In Runde 3 griff Pascal Wehrlein Sette Camara an und rückte auf den fünften Platz vor. Auch Porsche-Teamkollege Antonio Felix da Costa arbeitete sich frühzeitig nach vorn und fiel durch gute Manöver gegen Norman Nato und Sette Camara auf, der seinerseits immer weiter durchgereicht wurde.

Für McLaren ging das Drama derweil weiter: Jake Hughes wurde im Zweikampf von Lucas di Grassi abgedrängt und rutschte in Kurve 15 frontal in die TecPro-Barriere. Die beiden Papaya-Orangen damit gemeinsam am Ende des Feldes. Kurzzeitig wurden gelbe Flaggen geschwenkt, dann konnte sich Hughes aus eigener Kraft befreien, weiterfahren und zur Reparatur an die Box kommen. In Runde 9 holte sich Wehrlein als erster Pilot der Spitzengruppe relativ spät seinen ersten Attack-Mode und hielt dabei seine Position vor Teamkollege Felix da Costa.

Felix da Costa pflügt durchs Feld

Aufgrund der weitgehend engen Streckencharakteristik war die Anzahl Überholmanöver in der Anfangsphase überschaubar. Mortara machte sich erfolgreich breit gegen Günther, bis er in Runde 11 schließlich seinen Attack-Mode holte und eine Position verlor. Auch Wehrlein kam trotz Mehrleistung nicht an seinem Vordermann Dennis vorbei. In Runde 15 holte schließlich auch Rowland seinen ersten Attack-Mode - der erste Führungswechsel in Tokio.

Günthers Führung wehrte aber nicht lange, weil auch der Maserati-Pilot die Attack-Zone ansteuerte. Zwar fiel er zunächst wieder hinter Rowland und Mortara zurück, doch in Runde 15 schaffte er es schließlich am Mahindra-Fahrer vorbei - Platz 2 nun für ihn im bereinigten Klassement. Felix da Costa hatte derweil den Platz mit Teamkollege Wehrlein getauscht. In Runde 17 zeigte der Portugiese den nächsten starken Angriff gegen Dennis und übernahm den vierten Platz.

Dann wurde es wild: Zuerst kam Mitch Evans bei einem Überholversuch ins Rutschen, schlug an der Mauer an und nahm Schaden an der Front. Er musste wegen Rauchbildung die Box ansteuern und fiel ans Ende des Feldes zurück - herber Rückschlag für den Titelanwärter in seinem 100. Formel-E-Rennen!

Günther übernimmt Führung kampflos

Fast gleichzeitig fand sich Wehrlein plötzlich mitten im Getümmel wieder und geriet mit verschiedenen Konkurrenten aneinander. Er beschädigte sich dabei seinen Frontflügel und fiel auf Platz 8 zurück. In Runde 20 schickte die Rennleitung das Safety-Car für zwei Umläufe auf die Strecke, um Trümmerteile von der Strecke sammeln zu lassen.

Rowland verteidigte seine Führung beim Neustart problemlos. Dahinter wurde aber mit harten Bandagen gekämpft. Mehrere Fahrer zeigten sich regelmäßig und hofften auf Fehler ihrer Vordermänner. In Runde 25 ging Günther mit einem einfachen Manöver an Rowland vorbei und übernahm die Führung! Rowland hatte ihn offenbar freiwillig vorbeigelassen, um in der Folge Energie zu sparen.

Günther fuhr sich einen kleinen Sicherheitsvorsprung heraus und blieb sogar bei seiner zweiten Attack-Mode-Aktivierung an der Spitze des Feldes. Rowland hatte zu diesem Zeitpunkt ein Prozent weniger Energie als seine direkten Kontrahenten. Er musste weiterhin auf seine Reserven achten. Wehrlein machte trotz beschädigtem Frontflügel wieder einen Platz gegen Frijns gut und war in Runde 27 Siebter hinter den beiden Andretti-Autos von Dennis und Nato.

Günther behauptet sich gegen Rowland

Mortara fuhr zum zweiten Mal durch die Attack-Zone und kehrte direkt neben Dennis zurück auf die Idealline. Es kam zum Kontakt. Mortara musste schließlich zurückstecken. Die Rennleitung gab derweil bekannt, dass der E-Prix wegen der Safety-Car-Phase um zwei zusätzliche Runden verlängert würde. Sicher keine gute Nachricht für Rowland. Der drittplatzierte Felix da Costa witterte bereits seine Chance...

In Runde 32 kam es zum Kontakt zwischen Nato und Frijns. Der Niederländer verlor dabei seinen Frontflügel und fiel auf den zehnten Rang zurück. Dann fasste sich Felix da Costa ein Herz und wagte einen Angriff außen herum gegen Rowland. Er kam jedoch nicht vorbei, musste dadurch einen weiteren Bogen fahren und verlor beim Herausbeschleunigen den dritten Platz an Dennis!

In der letzten Runde startete Rowland noch mehrere Angriffe gegen Günther, doch der Deutsche machte sich breit und fuhr Kampflinie. So brachte Günther den Sieg über die Ziellinie und machte Nissan beim Heimspiel einen Strich durch die Rechnung! Dennoch ein starkes Ergebnis für die Japaner und Rowland. Dennis wurde Dritter vor Felix da Costa. Wehrlein überholte noch Mortara, der später wegen zu hohen Energieverbrauchs disqualifiziert werden sollte. Nato verlor auf den letzten Metern noch etliche Positionen.

Wehrlein neuer WM-Spitzenreiter, erste Punkte für ABT

In der Fahrer-WM hat Pascal Wehrlein die Führung übernommen. Zwischenzeitlich war er noch punktgleich mit Nick Cassidy gewesen, bis die Rennleitung eine Strafe gegen Norman Nato zurücknahm. Oliver Rowland ist neuer Dritter vor Jake Dennis und Max Günther, der dank seines fünften Karrieresieges auch den fünften Gesamtrang übernahm.

In der Teamwertung führt weiterhin Jaguar vor Porsche und Andretti. Nissan ist neuer Vierter. Wegen einer nachträglichen Disqualifikation gegen Edo Mortara blieb Mahindra auch in Tokio punktlos. Nico Müller holte als Sechster jedoch die ersten WM-Zähler für ABT Cupra! Das Deutsche Team kletterte damit auf den neunten Platz.

Das nächste Formel-E-Rennen steht bereits in zwei Wochen auf dem Programm (13. & 14. April). Dann gastiert die Elektroserie erstmals im italienischen Misano - direkt mit einem Double-Header.

Ergebnisse & Zeiten

Gesamtwertung (Fahrer & Teams)

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