Formel E

Formel-E-Meister Stoffel Vandoorne: "Sicherlich eine gute Entscheidung, den FANBOOST abzuschaffen"

Timo Pape

Timo Pape

Nach acht Saisons verabschiedet sich die Formel E mutmaßlich von ihrem FANBOOST, wenngleich eine Bestätigung dessen noch aussteht. Ausgerechnet DS-Penske-Pilot Stoffel Vandoorne, der den Zusatzschub so häufig wie kein anderer Fahrer gewonnen hat, lobt die Abschaffung. Gleichzeitig fordert er jedoch eine Alternative für die Fans.

"Ich war ja einer der Fahrer, der ihn irgendwie immer und jedes Rennen gewonnen hat", erinnert sich der Belgier, der sich in 55 Rennen tatsächlich 55 Mal über den FANBOOST freuen durfte. Diese 100-Prozent-Quote spülte ihn an die Spitze der ewigen Rekordliste vor Antonio Felix da Costa (53). "Manchmal war er sehr hilfreich, manchmal hatte er kaum eine Bedeutung", blickt Vandoorne auf eine Frage von 'e-Formel.de' während einer DS-Medienrunde zurück.

"Natürlich war es irgendwie nett, dadurch die Interaktion mit den Fans zu haben. Aber vielleicht war es nicht ganz fair, einen Vorteil gegenüber den Rivalen zu haben", sagt Vandoorne und stellt klar: "Aus sportlicher Sicht ist es sicherlich eine gute Entscheidung, den FANBOOST abzuschaffen. Langfristig gesehen - mit der Vision, diese Meisterschaft noch professioneller zu machen - gibt es bestimmt andere Wege, die für alle gleich fair sind."

Den FANBOOST abzuschaffen "und dann nichts zu tun", sei allerdings auch nicht die Lösung. "Vielleicht können wir die Fans in Zukunft auf andere Art und Weise einbeziehen. Womöglich gibt es eine Möglichkeit, ihn mit dem Attack-Mode zu kombinieren. Es sollte irgendwas anderes im Sportlichen Reglement geben, von dem ich im Moment aber noch nichts weiß. Es sollte mit der Strategie zu tun haben und gleichzeitig die Fans involvieren. Mit den Gen3-Autos hätten wir ja verschiedene Möglichkeiten, um Anpassungen vorzunehmen."

Vandoorne beschreibt neuen Hankook-Reifen als "größte Veränderung"

Während seiner ersten Testkilometer mit DS Penske lernte Vandoorne das brandneue Gen3-Auto mit all seinen technologischen Fortschritten kennen. Ein signifikanter Faktor sind die Reifen: Hankook übernahm nach acht Saisons von Michelin und stellt ab sofort die profilierten Einheitsreifen der Formel E. Vandoorne beschreibt die neuen Gummis als "wahrscheinlich größte Veränderung im Vergleich zu den vergangenen Jahren."

"Sie fühlen sich ganz anders an und haben deutlich weniger Grip, das ist kein Geheimnis", beschreibt der amtierende Formel-E-Champion. "Weil das Auto gleichzeitig mehr Leistung hat, macht es das Fahren noch anspruchsvoller." Dennoch könnten die Reifen die 350 kW Leistung durchaus auf die Straße bringen. "Das Auto ist nur in den Kurven etwas schwieriger zu handeln, ebenso wie beim Bremsen und Beschleunigen."

Auch die Charakteristik des Reifens habe sich merklich verändert. "Mit dem Michelin konnte man sich ziemlich stark 'anlehnen', das ist mit dem Hankook anders. Gleiches gilt für das Temperatur- und Reifendruckfenster. Wir müssen noch verstehen, wie wir alle diese Dinge am besten managen", gesteht Vandoorne.

"Es gibt sicherlich noch Raum für Verbesserungen mit Blick auf die anstehende Saison", nimmt Vandoorne Hankook in die Pflicht, weiß aber auch, dass es bis zum Saisonstart am 14. Januar 2023 nur noch knapp drei Monate sind. "Das ist kein einfacher Prozess, denn es dauert seine Zeit, so etwas herzustellen. Die Qualität soll ja auch für alle in der Meisterschaft gewährleistet sein. Es ist wahrscheinlich besser, erst mal ausgiebig zu testen, um eine andere Mischung auszuprobieren."

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