Formel E

Formel E: Mitch Evans siegt auch am Sonntag, Andre Lotterer verpasst in Rom knapp das Podium

Timo Pape

Timo Pape

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Mitch Evans hat auch das zweite Formel-E-Rennen in Rom gewonnen. Der Jaguar-Pilot setzte sich gegen Pole-Sitter Jean-Eric Vergne und Robin Frijns durch, die das Podium komplettierten. Andre Lotterer verpasste die Siegerehrung als Vierter denkbar knapp, Porsche-Teamkollege Pascal Wehrlein wurde Sechster. Insgesamt dreimal war das ereignisreiche Sonntagsrennen beim Rom E-Prix durch das Safety-Car unterbrochen worden.

Am Start blieb vorn alles wie gehabt: Jean-Eric Vergne behauptete seine Führung gegen Jake Dennis, der sich gegen Andre Lotterer verteidigen musste. Weiter hinten fuhr Alexander Sims mit seinem Mahindra auf einen Konkurrenten auf und beschädigte sich die Front. Sonst ging diesmal aber alles glatt - auch in der engen Linkskurve 7. Maximilian Günther musste jedoch schon in der ersten Runde mit einem Schaden an die Box kommen. Erneut das frühe Rennende für den deutschen Nissan-Fahrer.

Lotterer sah sich in den ersten Runden bereits den Angriffen von Vortagessieger Mitch Evans ausgesetzt, hielt aber dagegen. Nach fünf Minuten gab Rennleiter Scot Elkins die Attack-Zone frei - jeder Fahrer musste am Sonntag nur einen Attack-Mode mit der Dauer von acht Minuten (!) holen. Nach drei Runden wagte Lotterer in der Bergaufpassage den Angriff gegen Dennis und zog beim Anbremsen für Kurve 7 auf der Innenbahn vorbei. Der Deutsche nun Zweiter.

Eine Runde später kassierte auch Evans den Andretti-Fahrer an selber Stelle und übernahm den Podiumsrang. Anschließend machte er Jagd auf Lotterer, der sich weiterhin effektiv verteidigte. Spitzenreiter Vergne konnte sich derweil etwas absetzen, weil die Fahrer hinter ihm Zeit in Duellen verloren. Weiter hinten griff Edo Mortara Antonio Felix da Costa an. Der Portugiese ließ jedoch nicht locker und drückte Mortara, der bereits klar neben ihm war, gegen die Mauer. Der Venturi verlor dadurch einen Teil des Frontflügels, Felix da Costa zwei Plätze. Denn auch Lucas di Grassi ging an ihm vorbei. Zudem erhielt Felix da Costa später eine 5-Sekunden-Zeitstrafe für die Aktion.

Doppelter Mauerkontakt für Mortara, Giovinazzi sorgt für Safety-Car

An der Spitze gab es ebenfalls ein Manöver: Evans überholte Lotterer außen herum für Platz 2 und nahm nun die Verfolgung von Vergne auf. Lotterer musste sich wenig später auch gegen Dennis wehren, der ihn beim Anbremsen berührte. Pascal Wehrlein auf Platz 8 holte als erster Fahrer der Top 10 seinen Attack-Mode. Dann blieb Lokalmatador Antonio Giovinazzi auf der Strecke stehen - das Aus für den Italiener. Auch Mortara leistete sich einen Fehler, schlug in der Bergabpassage rechts an der Mauer an und handelte sich einen größeren Schaden ein - das Rennende für den WM-Führenden! Die Rennleitung schickte das Safety-Car auf die Strecke.

Direkt nach dem Neustart überholte Evans auf der Startgeraden Vergne und übernahm die Führung beim Rom E-Prix! Wehrlein griff seinerseits Sam Bird an, kam jedoch nicht vorbei. Dennis kam am Obelisk etwas zu weit nach außen, sodass Robin Frijns innen vorbeiging. Auch Wehrlein war eigentlich bereits vorbei am Briten, der auf der Innenbahn vor Kurve 16 jedoch sehr hart dagegenhielt und Wehrlein rausdrückte. Stoffel Vandoorne profitierte, ging zunächst an Wehrlein vorbei, dann auch an Dennis. Frijns und Bird holten sich kurz nach Rennhalbzeit zeitgleich ihren Attack-Mode. Wenig später reagierte auch Lotterer und bewaffnete sich für die folgenden acht Minuten mit der zusätzlichen Leistung.

Frijns machte indes sehr effektiv von seinem Attack-Mode Gebrauch und überholte erst Vergne und etwas später auch Evans - der Niederländer jetzt in Führung. Lotterer überholte bergauf Evans, während sich Bird gegen Vergne verteidigen musste. Dennis verlor trotz Attack-Mode zwei Positionen gegen Wehrlein und Felix da Costa. Dann lief Frijns' Attack-Mode aus, was Lotterer zu nutzen wusste: Auf der Startgeraden ging er außen herum am Envision-Fahrer vorbei und übernahm die Spitze.

Finale Furioso von Evans, Punkte für Nio

Wenige Sekunden später kam zum zweiten Mal das Safety-Car auf die Strecke. Der Grund: Alexander Sims musste seinen Mahindra stark beschädigt in der Auslaufzone von Kurve 14 abstellen. Nach einer kurzen Bergung des Fahrzeugs ging es im Renntempo weiter. Evans hatte zu diesem Zeitpunkt noch die meiste Energie, war jedoch auch der Einzige, der seinen Attack-Mode noch nicht aktiviert hatte. Da das Feld nach dem Neustart sehr eng beisammen war, verlor der Jaguar-Fahrer bei der Aktivierung einen Platz. Der Favorit auf den Sieg hatte jetzt noch fünf Minuten Zeit, um sich mit seinem Leistungsvorteil nach vorn zu arbeiten.

Vergne schnappte er sich bereits nach wenigen Kurven auf der Startgeraden. Eine Runde später überholte Evans an selber Stelle auch Frijns und ging direkt bei der nächsten Gelegenheit - in der Bergaufpassage vor Kurve 7 - an Lotterer vorbei. Evans damit wieder in Führung! Fast zeitgleich überholte Vergne zunächst Frijns und etwas später auch Lotterer. Vandoorne versuchte es mit FANBOOST an Frijns vorbei, blieb jedoch Fünfter. Sein Mercedes-Teamkollege Nyck de Vries erhielt derweil eine 10-Sekunden-Zeitstrafe für eine Kollision mit Sergio Sette Camara. Die Rennleitung gab eine "Nachspielzeit" von 5:15 Minuten bekannt.

In Kurve 4 kassierte Frijns Lotterer und übernahm den dritten Platz vom Deutschen. Anschließend nahm er die Fährte von Vergne auf, der nicht mit Evans mithalten konnte. Der "Kiwi" hatte zu diesem Zeitpunkt mehr als drei Sekunden Vorsprung. Dann krachte es in Kurve 7: Im Zweikampf gerieten Sam Bird und Nick Cassidy aneinander. Weil der Jaguar-Pilot den Envision-Fahrer leicht anschob, landete dieser in der TecPro-Barriere. Auch di Grassi bekam einen Schlag ab. Die Strecke war blockiert, sodass zum dritten Mal das Safety-Car auf die Strecke kam. Bird musste wenig später an die Box fahren und aufgeben.

Schlusssprint bringt keine Veränderungen mehr

Nach einer kurzen Unterbrechung ging es noch einmal für eine Runde weiter. Vandoorne war quasi mit dem Safety-Car-Signal an Lotterer vorbeigefahren, was für Diskussionen am Funk führte. Nach dem Neustart musste er den vierten Platz an seinen Porsche-Rivalen zurückgeben. Den sollte Lotterer auch ins Ziel bringen. Mitch Evans ließ sich seinen zweiten Sieg an diesem Wochenende nicht mehr nehmen. Vergne wurde Zweiter, Frijns komplettierte das Podium. Wehrlein kam als Sechster ins Ziel - direkt vor Oliver Turvey, der sensationell die ersten Punkte für Nio 333 sicherte. Di Grassi erhielt kurz vor Schluss noch eine 5-Sekunden-Zeitstrafe.

In der Fahrer-WM hat Jean-Eric Vergne durch seinen zweiten Platz die Gesamtführung genommen. Zwei Punkte hinter ihm liegt nun Robin Frijns vor Stoffel Vandoorne und Mitch Evans, der vor diesem Wochenende gerade einmal zwei Pünktchen auf dem Konto gehabt hatte. Edo Mortara, bislang Spitzenreiter der Formel E, rutschte nach seinem Ausfall auf den fünften Rang ab. In der Teamwertung liegt Mercedes-EQ weiterhin ganz vorn, Porsche verbesserte sich jedoch auf den zweiten Gesamtrang - beide deutschen Teams somit an der WM-Spitze. Es folgen DS Techeetah, Venturi und Jaguar.

Das nächste Formel-E-Rennen findet am 30. April in Monaco statt.

Ergebnisse & Zeiten

Gesamtwertung (Fahrer & Teams)

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2 Kommentare

Manuel ·

Was ist eig am Schluss mit Bird passiert? Er lag doch auf P5 oder so?!

Timo ·

Hi Manuel, er hatte kurz vor Schluss noch einen Unfall mit Nick Cassidy, bei dem er sich einen Platten eingeheimst hat. Hier der Bericht dazu. ;) Gruß, Timo
https://e-formel.de/nachrichten/formel-e-news/formel-e-news-detail/formel-e-rom-e-prix-sam-bird-unfall-nick-cassidy-39703.html

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