Formel E

Formel E: Monisha Kaltenborn fürchtet nächstes "schwarzes Loch"

Timo Pape

Timo Pape

Monisha Kaltenborn kennt als Teamchefin des Formel-1-Rennstalls Sauber alle Herausforderungen des Rennsports - vor allem die finanziellen. Denn Sauber hat sich nach schwierigen Jahren, in denen das Schweizer Team um das schiere Überleben kämpfe, gerade erst wieder gefangen. Schon bevor die Formel E 2014 ihr erstes Rennen austrug, befasste sich Sauber mit einem Einstieg in die Elektroserie. Damals entschied man sich jedoch dagegen - vor allem aus finanziellen Gründen.

"Ich hätte das sehr gerne gemacht, denn von den Tätigkeiten her, was wir in Hinwil alles machen können und auch zum Teil erbringen, wäre es eine ideale Ergänzung", erklärt Kaltenborn im Gespräch mit 'Deutschlandfunk'. "Es gibt viele Synergien mit der Formel 1 und unseren Möglichkeiten generell. Wenn ich jetzt aber sehe, wie die Hersteller einsteigen, dann ist eine gewisse Parallelität zur Formel 1 zu erkennen - und da wäre ich im Moment recht vorsichtig."

Die Sauber-Teamchefin spielt damit vor allem auf den Hersteller-Boom in der Formel E an, durch den das Bestreben nach Eigenentwicklungen mehr und mehr wächst, wie Audi uns gegenüber bereits bestätigte. "Sie werden sehen, dass sich das Reglement mit der Zeit lockern wird. Das heißt, dass der ursprüngliche Gedanke, dass es gar nicht so teuer wird, nicht mehr gegeben ist", prophezeit Kaltenborn.

"Mit der Zeit werden sie am Antriebsstrang immer mehr machen können - und Entwickeln heißt Kosten. Sie werden auch etwas am Chassis machen können, auch das bedeutet mehr Kosten", warnt sie. Bislang plant die Formel E auch weiterhin mit einem Einheitschassis. Was nach Saison sechs passieren wird, ist allerdings noch nicht entschieden. "Wenn es so weitergeht, dann reicht mir erst einmal ein kleines schwarzes Loch. Ich muss nicht noch ein zweites haben."

Formel E als Vorbild für Vermarktung

In Sachen Vermarktung könne sich die Formel 1 einiges von der Formel E abschauen, findet Kaltenborn: "Dort können wir sehr viel lernen. Die Formel E hat sich von Anfang an als etwas sehr Positives dargestellt. Man hat eine sehr positive Diskussion geführt. Man hat das Positive in den Vordergrund gestellt, ist in die Städte gegangen. Bei der Formel 1 läuft es genau umgekehrt."

Damit meint die Schweizerin vor allem die Neueinführung der Hybridtechnologie im Jahr 2014: "Als bei uns der neue Hybrid-Motor kam, gab es nur Negatives. Es gab viele, die es kritisiert haben, ohne dass das Ganze überhaupt eingeführt wurde. Man hat eigentlich ständig Dinge zerredet. Und genau diese Kleinigkeit, die aber so viel ausmacht, können wir lernen."

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