Formel E

Formel E: Oliver Rowland holt Pole-Position im Regen von Seoul, Mitch Evans startet vor Stoffel Vandoorne

Timo Pape

Timo Pape

Rowland-Mahindra-South-Korea

Oliver Rowland hat sich im Qualifying zum Samstagsrennen der Formel E in Seoul die Pole-Position gesichert. Der Mahindra-Pilot setzte sich in einer verregneten Session im Finale gegen seinen künftigen Teamkollegen Lucas di Grassi durch. Mitch Evans und Pascal Wehrlein waren kurz zuvor im Halbfinale gescheitert. WM-Spitzenreiter Stoffel Vandoorne wird als Siebter ins Rennen gehen.

Gruppe A: Vandoorne & Mortara kommen weiter

In den ersten Minuten von Gruppe A drehte Jake Dennis die schnellste Runde. WM-Spitzenreiter Stoffel Vandoorne wurde zunächst Zweiter vor Sebastien Buemi und Oliver Askew. Edo Mortara hingegen war nach dem ersten Versuch nur Achter. Dann fing es an zu regnen! Mortara reagierte sofort und fuhr - wie viele andere - nicht zum Reifenwechsel an die Box, sondern drehte eine weitere schnelle Runde, bevor die Strecke durch den Regen langsamer würde. Tatsächlich konnte er noch eine neue Bestzeit setzen.

Vandoorne hingegen stand in der Garage und musste zusehen, wie sich seine Konkurrenten verbesserten. Mercedes reagierte und schickte den Belgier ebenfalls wieder auf die Strecke. Er konnte sich jedoch nicht verbessern - ebenso wenig wie andere Fahrer, die zu diesem Zeitpunkt auf dem Kurs waren. Vandoorne war inzwischen nur noch Vierter, also gerade so in den Rängen, die zum Viertelfinale qualifizierten.

Einige Fahrer versuchten noch, sich nach dem Reifenwechsel zu verbessern, doch der Asphalt war bereits zu nass und rutschig. Somit zogen Mortara, Dennis, Sette Camara und gerade so Vandoorne in die Duellphase ein. Sebastien Buemi scheiterte knapp als Fünfter vor Askew, Antonio Felix da Costa, Antonio Giovinazzi, Robin Frijns und Oliver Turvey. Andre Lotterer wurde Letzter in seiner Gruppe.

Gruppe B: Drama um Evans, Vergne fällt aus Titelkampf

Zum Start von Gruppe B regnete es weiterhin. Auch diesmal drehten die Fahrer gleich mehrere schnelle Runden, um die bestmöglichen Gripverhältnisse nicht zu verpassen. Pascal Wehrlein setzte dabei zunächst die Bestzeit vor Mitch Evans, Jean-Eric Vergne und Oliver Rowland. Dann krachte es: Alexander Sims rutschte mit der Front in die TechPro-Barriere und beschädigte sich die Front. Zwar konnte er aus eigener Kraft zurück an die Box fahren. Doch um die Unfallstelle zu räumen, wurde die Session mit roten Flaggen unterbrochen. Die Zeit blieb bei 6:38 Minuten stehen.

Dann ging es weiter - mit frischen Reifen. Tatsächlich wurden die Rundenzeiten schneller. So verbesserte Evans seine persönliche Bestzeit, blieb aber Zweiter. Direkt im Anschluss drehte er sich in Kurve 1. Auch Lucas di Grassi erwischte die Kurve nicht richtig, und später sollte es auch Max Günther ähnlich ergehen. Rowland setzte eine neue Bestzeit, dann Norman Nato. Auch Vergne drehte eine schnellste Runde und schob Evans damit zunächst aus den Top 4. Wenig später rückte der "Kiwi" wieder auf Platz 3 vor.

Wehrlein setzte eine neue Bestzeit, Rowland wurde Zweiter, di Grassi rückte auf Position 3 vor. Evans damit wieder raus. Doch der Jaguar-Pilot gab alles und versuchte es noch ein letztes Mal. Tatsächlich schaffte er es hauchdünn vor Vergne auf Platz 4. Dann jedoch zunächst die Hiobsbotschaft für Jaguar: Die Rennleitung strich seine Rundenzeit, weil er vermeintlich die Minimalzeit beim Boxenstopp nicht eingehalten hatte!

Wenige Minuten später nahm die Rennleitung ihre Entscheidung zurück, was Evans wieder auf Platz 4 brachte. Vergne damit Fünfter und auch mathematisch aus dem Titelkampf ausgeschieden. Nick Cassidy krachte noch frontal in die TecPro-Barriere und blieb als Vorletzter auf der Strecke. Ins Viertelfinale zogen somit folgende Piloten ein: Wehrlein, Rowland, di Grassi und Evans. Auf den weiteren Positionen landeten Vergne, Norman Nato, Dan Ticktum, Nyck de Vries, Günther, Cassidy und Sims.

Viertelfinale

VF1: Mitch Evans vs. Edo Mortara

Im ersten Viertelfinale kam es zum Duell der beiden verbliebenen WM-Verfolger von Vandoorne. Evans erwischte den besseren Start und nahm Mortara am Ende mehr als eine ganze Sekunde ab. Großartige Runde des Jaguar-Fahrers bei schwierigen Bedingungen. Das Wasser auf der Strecke wurde indes immer mehr…

VF2: Lucas di Grassi vs. Jake Dennis

Im zweiten Duell machte es Venturi besser: Di Grassi behielt bei immer stärker werdendem Regen die Nerven und setzte sich in allen drei Sektoren gegen Dennis durch. Somit zog der Brasilianer mit mehr als sechs Zehntelsekunden Vorsprung souverän ins Halbfinale gegen Evans ein.

VF3: Sergio Sette Camara vs. Oliver Rowland

Das dritte Viertelfinale war frühzeitig entschieden, denn Sette Camara blieb mit einem technischen Problem in der Stadion-Sektion stehen. Rowland leistete sich keinen Fehltritt und brachte seinen Versuch erfolgreich zu Ende. Der Brite damit im Halbfinale. Sette Camara konnte noch einmal starten und fuhr aus eigener Kraft an die Box zurück. Er wird als Achter starten.

VF4: Stoffel Vandoorne vs. Pascal Wehrlein

Dann kam der WM-Führende Vandoorne. Er fand jedoch kaum Grip und verlor vor allem im ersten Teil der Strecke viel Zeit auf Wehrlein - mehr als sieben Zehntelsekunden. Der Porsche-Fahrer schlug seitlich an der Mauer an und verlor gegen Ende der Runde wieder eine halbe Sekunde. Letztlich reichte es dennoch: Wehrlein brachte einen Vorsprung von mehr als zwei Zehntelsekunden ins Ziel und rückte in die Runde der letzten Vier vor.

Halbfinale

HF1: Mitch Evans vs. Lucas di Grassi

Im ersten Sektor hatte di Grassi klar die Nase vorn, doch im Stadion konnte Evans aufholen. Am Ende trennten die beiden weniger als zwei Zehntelsekunden - mit dem besseren Ende für di Grassi. Der Venturi-Fahrer zog ins Finale ein, während sich Evans mit Startreihe 2 zufriedengeben musste. Nichtsdestotrotz geht er immerhin vor seinem Titelrivalen Vandoorne ins Rennen.

HF2: Pascal Wehrlein vs. Oliver Rowland

Das zweite Halbfinale begann mit einem packenden Duell auf Augenhöhe. Zunächst hatte Rowland die Oberhand, doch Wehrlein holte auf und ging im virtuellen Vergleich am Mahindra-Fahrer vorbei. Plötzlich hatte Rowland jedoch mehr als 1,6 Sekunden Vorsprung! Wehrlein hatte sich anscheinend einen Fehler im letzten Streckenabschnitt geleistet, der aber nicht im TV-Bild zu sehen war. Rowland zog damit erstmals ins Qualifying-Finale ein.

Finale: Lucas di Grassi vs. Oliver Rowland

Im Duell der künftigen Mahindra-Teamkollegen erwischte Rowland den klar besseren Start. Im zweiten Sektor war der Brite sogar sechs Zehntelsekunden schneller - di Grassi hatte auf der nassen Strecke zu kämpfen. Zwar ging Sektor 3 an di Grassi. Letztlich nahm Rowland ihm aber mehr als sechs Zehntelsekunden ab und holte damit seine fünfte Pole-Position in der Formel E. Mahindra bejubelte zudem die drei Bonuspunkte im Duell mit Nissan.

Das erste Formel-E-Rennen in Seoul beginnt am Samstagmorgen um 9 Uhr deutscher Zeit. ProSieben überträgt den 15. Saisonlauf der Formel E live im Free-TV, ran.de im Livestream. Wir begleiten das Rennen wie gewohnt in unserem beliebten Liveticker.

Ergebnisse, Zeiten & Startaufstellung

Gesamtwertung (Fahrer & Teams)

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