Formel-E-Paukenschlag: Taylor Barnard will Fortescue Zero offenbar verlassen - Wechsel zu Porsche-Team Fusion?
Tobias Wirtz
FIA Formula E
Paukenschlag auf dem Formel-E-Fahrermarkt: Nur wenige Wochen nach seiner Verpflichtung durch Fortescue Zero Racing will Taylor Barnard offenbar schon wieder weg. Laut einem Medienbericht versucht sein Management, den bestehenden Vertrag aufzulösen. Stattdessen könnte der Brite beim neuen Porsche-Kundenteam Fusion anheuern. Doch Fortescue Zero stellt sich quer – und möglicherweise muss sogar die FIA über Barnards Zukunft entscheiden.
Eigentlich schien die Zukunft von Taylor Barnard in der Formel E bereits geklärt. Erst am 12. Oktober hatte Fortescue Zero Racing den 22-Jährigen als ersten Fahrer für die Saison 2026/27 bestätigt. Gemeinsam mit dem ebenfalls verpflichteten Dan Ticktum sollte Barnard für das neue australische Team antreten, das den bisherigen Rennstall DS Penske übernommen hat und künftig mit Jaguar-Antrieben an den Start geht. Doch weniger als einen Monat nach der Bekanntgabe droht die Zusammenarbeit bereits vor dem ersten Rennen zu scheitern.
Wie FE Notebook berichtet, hat Barnards Managementgesellschaft PHM Racing Academy GmbH am vergangenen Wochenende rechtliche Einwände gegen den Vertrag mit Fortescue Zero erhoben. Offenbar soll auf diesem Weg erreicht werden, dass die Vereinbarung für ungültig erklärt wird. Welche konkreten Vertragsbestimmungen dabei beanstandet werden, ist bislang nicht bekannt.
Fortescue Zero besteht auf gültigem Vertrag
Das Team selbst scheint jedoch nicht bereit zu sein, Barnard ohne Weiteres ziehen zu lassen. Gegenüber FE Notebook bestätigte ein Sprecher von Fortescue Zero Racing ausdrücklich, dass der Brite weiterhin bei dem Rennstall unter Vertrag stehe. Zu individuellen Vertragsangelegenheiten wolle man sich nicht äußern.
Stattdessen betonte das Team, dass die Vorbereitungen auf die neue Saison im Mittelpunkt stünden. Man sei zuversichtlich, mit einer starken und konkurrenzfähigen Fahrerpaarung an den Start gehen zu können.
Wie angespannt die Situation offenbar bereits ist, zeigt sich auch an der bevorstehenden offiziellen Teampräsentation. Am Freitag, dem 6. November, will sich Fortescue Zero Racing in London der Öffentlichkeit vorstellen. Barnard sollte dabei ursprünglich als einer der beiden Fahrer auftreten, wird laut dem Bericht jedoch nicht an der Veranstaltung teilnehmen.
Wechsel zu Fusion: Fährt Barnard künftig Porsche statt Jaguar?
Sollte Barnard tatsächlich aus seinem Vertrag mit Fortescue Zero herauskommen, könnte sich für ihn eine andere Möglichkeit in der Formel E ergeben. Nach Informationen von FE Notebook gilt das neue Porsche-Kundenteam Fusion als wahrscheinliche Alternative.
Eine mögliche Verbindung besteht dabei über Barnards Manager Paul Mueller. Dieser hatte bereits die Vertragsverhandlungen mit Fortescue Zero geführt, während gleichzeitig die Planungen für den Einstieg des neuen Rennstalls voranschritten. Fusion wird von der SAJ Finance des Unternehmers Dan Richards getragen und soll in der Gen4-Ära mit Porsche-Antrieben antreten.
Als einer der beiden Fahrer wird der türkische Rennfahrer Ayhancan Güven gehandelt. Das zweite Cockpit ist bislang noch nicht vergeben und gilt als letzter verfügbarer Stammplatz im auf 24 Fahrzeuge angewachsenen Starterfeld der Formel E.
Ob Barnard beziehungsweise sein Management bereits konkrete Verhandlungen mit Fusion führt, ist allerdings nicht bestätigt. Ebenso wenig steht fest, ob der mögliche Wechsel zum Porsche-Kundenteam tatsächlich der Auslöser des Vertragsstreits ist.
FIA könnte bei einem Teamwechsel das letzte Wort haben
Selbst wenn Barnards Management eine Auflösung des bestehenden Vertrags erreichen sollte, wäre ein Wechsel zu Fusion nicht zwangsläufig problemlos möglich. Denn das Formel-E-Reglement enthält eine besondere Bestimmung für Fahrer, die bereits von einem Team für die Weltmeisterschaft nominiert wurden.
Artikel 9.2 der General Provisions sieht vor, dass ein solcher Fahrer nicht ohne Weiteres für einen anderen Teilnehmer antreten darf. Grundsätzlich ist dafür die Zustimmung des bisherigen Teams erforderlich. Sollte diese verweigert werden, kann die FIA nach eigenem Ermessen über die Zulässigkeit eines Wechsels entscheiden.
Da Barnard bereits offiziell als Fahrer von Fortescue Zero Racing nominiert wurde, könnte diese Regelung im aktuellen Streit eine entscheidende Rolle spielen. Eine mögliche Auflösung seines Arbeitsvertrags würde somit nicht automatisch bedeuten, dass er anschließend für Fusion starten dürfte.
Die Zeit drängt: Bereits Mitte November stehen die offiziellen Vorsaison-Testfahrten in Jarama auf dem Programm. Spätestens am 15. November soll zudem die vollständige Fahrer-Nennliste für die neue Saison veröffentlicht werden. Bis dahin dürfte Klarheit darüber erforderlich sein, für welches Team Barnard tatsächlich antreten wird.
Für Fortescue Zero Racing wäre ein kurzfristiger Abgang besonders bitter. Bei seiner Verpflichtung hatte Teamchef Jim Wright den jungen Briten noch als wichtigen Baustein für den Aufbau des neuen Rennstalls bezeichnet. Nun droht dem Team, das mit Barnard und Ticktum bereits seine komplette Fahrerpaarung bekannt gegeben hatte, unmittelbar vor Beginn der Gen4-Ära eine unerwartete Lücke.
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